LONDON (IT BOLTWISE) – Mehr als ein Drittel der Arbeitenden denkt im Urlaub über einen Jobwechsel nach. Wer während der freien Tage arbeitet, ist dabei besonders wechselwillig: 64,8 Prozent geben an, einen Wechsel zu prüfen. Gleichzeitig erledigen 61,6 Prozent im Urlaub Aufgaben fürs Jobprofil, obwohl nur 13,2 Prozent das wirklich gern tun. Die Studie zeigt damit, wie schnell „Erholung“ zur Nebenfront für Recruiting und Bewerbungen wird.

Urlaub soll eigentlich Energie zurückbringen – in vielen Unternehmen passiert aber das Gegenteil. Eine Umfrage, die das Marktforschungsunternehmen Appinio im Auftrag des Jobportals Indeed durchgeführt hat, zeigt eine klare Spannung zwischen Freizeit und Karriere: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten denkt während des Urlaubs über einen Jobwechsel nach. Auffällig ist der Verstärker „Arbeiten im Urlaub“: Wer in den freien Tagen berufliche Aufgaben übernimmt, ist laut Ergebnis sogar besonders wechselwillig. Diese Korrelation ist für Arbeitgeber nicht nur ein HR-Thema, sondern berührt unmittelbar, wie Mitarbeitende Erreichbarkeit interpretieren und wann sie Erholungszeit überhaupt als sinnvoll wahrnehmen.
Die Zahlen liefern dafür den Kontext. 61,6 Prozent der Befragten erledigen im Urlaub berufliche Aufgaben – obwohl nur 13,2 Prozent das tatsächlich gern tun. Das führt konsequent zu sichtbaren Karrierebewegungen: 15,9 Prozent haben bereits während der Ferien Bewerbungen verschickt, 11,3 Prozent sogar eine neue Stelle gefunden. Für Unternehmen ist das ein bemerkenswerter Hinweis darauf, dass Urlaub nicht automatisch als „Puffer“ wirkt. Vielmehr kann die Kombination aus Aufgabenlast, implizitem Druck und unklaren Regeln dazu führen, dass die Lebensarbeitszeit mental in mehrere parallele Konten aufgeteilt wird: Freizeit wird dann nicht mehr regenerativ, sondern zu einer Phase, in der man ohnehin schon nach Alternativen sucht.
Dass es dabei nicht nur um individuelle Motivation geht, betont auch Indeed-Expertin Stefanie Bickert: Funktionierende Vertretungsregelungen und eine Kultur ohne Erreichbarkeitszwang seien entscheidend, damit Erholung nicht zum Wechselbeschleuniger wird. Genau hier treffen sich technische und organisatorische Hebel. Wenn Teams Abhängigkeiten so planen, dass Urlaubszeiten nicht als „Einbruchstelle“ gelten, sinkt nicht nur die Zahl der Tickets, sondern auch die Notwendigkeit, im Hintergrund auf Slack, E-Mail oder das Diensthandy zu reagieren. Umgekehrt entsteht für Mitarbeitende schnell der Eindruck, dass Abwesenheit nur geduldet wird, solange man erreichbar bleibt. Das kann selbst dann wirken, wenn formale Richtlinien eigentlich keine Pflicht zur Reaktion vorsehen.
Rein rechtlich zeichnet sich in der Quelle ein eindeutiges Bild ab: Erreichbarkeit im Urlaub ist keine Pflicht. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht hatte laut Darstellung Ende Juli erläutert, dass wer berufliche Mails ignoriert, keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen befürchten muss – allerdings mit Ausnahme extremer Notfälle. Dazu kommt eine zweite, oft übersehene Ebene: Wer das Diensthandy in den Urlaub mitnimmt, benötigt die ausdrückliche Erlaubnis des Arbeitgebers. Entsteht durch die Nutzung des Diensthandys im Urlaub ein Schaden durch Umwelteinflüsse wie Sand oder Wasser, kann der Arbeitnehmer dafür haften. Bei „Workation“ – also Arbeiten am Urlaubsort – wird ebenfalls Zustimmung des Chefs verlangt; andernfalls drohen Abmahnungen wegen Datenschutzverstößen. Für HR und IT bedeutet das: Es reicht nicht, „Bitte keine Mails“ zu kommunizieren; nötig sind klar dokumentierte Regeln, Vertretungsprozesse und technische Schutzmaßnahmen, damit Mitarbeitende auch tatsächlich sicher ohne Überwachung und ohne Schattenarbeit arbeiten können.
Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass der Wunsch nach Flexibilität steigt. Ortsunabhängiges Arbeiten ist nach Angaben der Quelle immer beliebter: In einem „Work from Anywhere Index“ 2026 wird Berlin auf Rang 30 der attraktivsten Standorte weltweit geführt, Bangkok liegt vorn. Zudem geben 90 Prozent der Befragten an, Remote-Arbeit verbessere die Work-Life-Balance, 80 Prozent berichten von höherer Produktivität. Das ist für Unternehmen doppelt relevant: Remote kann die zeitliche und räumliche Entkoppelung fördern – aber es kann auch neue Erwartungshaltungen schaffen, etwa „ist man online, arbeitet man“. Deshalb sollten Arbeitgeber Flexibilität nicht nur erlauben, sondern steuerbar machen: Mit klaren Kommunikationsfenstern, messbaren Übergaben in der Urlaubsvertretung und einem Backlog, das nicht implizit „auf die Antwort im Urlaub wartet“.
Was folgt daraus für die Praxis? Erstens wird Urlaub zum Karriere-Trigger, wenn die Organisation ihn nicht schützt: 64,8 Prozent Wechselwilligkeit bei gleichzeitiger Arbeit im Urlaub sind ein deutliches Signal, dass Recruiting und Arbeitgeberwechsel nicht erst nach dem Jahresgespräch beginnen. Zweitens geht es nicht nur um die Work-Life-Balance einzelner Personen, sondern um die Wirkung von Erwartungen im Team. Wer aus der Ferne immer wieder Rückfragen auslöst oder „nur kurz“ Dinge nachfordert, verschiebt die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit. Drittens zeigt der Text auch, wie Regionen gegen Fachkräftemangel ankämpfen, indem sie potenzielle Arbeitgeber direkt im Kontext von Urlaubsentscheidungen in den Blick rücken – etwa mit einem Informationstag nach dem Motto „Bleib doch!“, bei dem rund 30 Unternehmen sich präsentieren. Solche Formate machen sichtbar, dass Arbeitgeber im Wettbewerb um Talente immer stärker nicht nur Arbeitsplätze, sondern Lebenswelten verkaufen.
Für Executives heißt das: Die Urlaubsregelungen sollten mit den tatsächlichen Systemen und Prozessen verzahnt sein. Dazu zählt, Vertretung nicht improvisiert „on top“ laufen zu lassen, sondern als definierten Pfad im Tagesgeschäft zu verankern – inklusive klarer Eskalationspunkte für Notfälle. Außerdem sollten HR- und Compliance-Teams zusammen mit IT sicherstellen, dass Workation und Remote-Arbeit datenschutzkonform gesteuert werden, statt als Graubereich zwischen „geht schon“ und „Gefahr für Abmahnungen“ zu enden. Wenn die Organisation den Kommunikations- und Verantwortungsrahmen in Urlaubszeiten sauber zieht, sinkt der Druck, und Erholung kann wieder ihre eigentliche Funktion erfüllen. Genau dann verliert der Urlaub seine Rolle als Vorstufe für Bewerbungen – und wird stattdessen zu dem, was Mitarbeitende erwarten: Regeneration, Abstand und neue Energie für die nächsten Wochen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Urlaub als Jobfaktor: 64,8% prüfen beim Arbeiten im Urlaub den Wechsel" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Urlaub als Jobfaktor: 64,8% prüfen beim Arbeiten im Urlaub den Wechsel" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Urlaub als Jobfaktor: 64,8% prüfen beim Arbeiten im Urlaub den Wechsel« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!