LONDON (IT BOLTWISE) – Die Neuvertragsmieten in Deutschland legen weiter zu, allerdings mit spürbar nachlassendem Tempo. Laut Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) stiegen die Mieten in Mehrfamilienhäusern im zweiten Quartal um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In den sieben Metropolen betrug der Zuwachs nur 1,5 Prozent; Berlin kam dabei auf 0,6 Prozent. Parallel verteuerten sich Wohnungen und Häuser deutschlandweit um 1,9 Prozent, während sich der Preisanstieg in den Städten gegenüber dem ersten Quartal abkühlte.

Für viele Mieterinnen und Mieter wirkt die Lage wie ein zähes Aufwärtstrend: Selbst wenn sich die Dynamik bei der Teuerung leicht beruhigt, bleibt der Zahlungsdruck hoch. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) meldet für das zweite Quartal steigende Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag der Zuwachs bei 3,2 Prozent. Gleichzeitig betont der VDP, dass der Druck im Vergleich zu den vorherigen Quartalen etwas nachgelassen habe, was sich vor allem im Tempo widerspiegelt.
Regional betrachtet zeigt sich ein deutlich zweigeteiltes Bild: Bundesweit kletterten die Mieten stärker als in den großen Städten. In den sieben Metropolen betrug der Anstieg laut VDP im betrachteten Quartal 1,5 Prozent. Das wirkt auf den ersten Blick moderater, bleibt aber real spürbar, weil Metropolen als Hauptnachfrage-Standorte typischerweise die engsten Wohnungsmärkte haben. Düsseldorf verzeichnete dabei mit 3,6 Prozent den höchsten Zuwachs, während Berlin nur auf 0,6 Prozent kam. Genau diese Streuung erklärt, warum die allgemeine Kennziffer „Mieten steigen“ nicht automatisch überall gleich schnell ankommt.
Der Hintergrund ist weniger eine einzelne konjunkturelle Schwankung als ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. In Deutschland fehlen geschätzt rund eine Million Wohnungen. Gleichzeitig wird in der Breite häufig eher auf dem Land gebaut, während sich die Nachfrage in Ballungsräumen konzentriert. Dieses Muster verstärkt den Druck auf Neuvermietungen besonders dort, wo der Wohnungsbestand knapp ist. Dass der VDP seine Aussagen auf realen Vertragsabschlüssen von mehr als 700 Banken stützt, spielt dabei auch für die Interpretation eine Rolle: Die Kennzahlen sind damit stärker am tatsächlichen Marktgeschehen ausgerichtet als an Modellrechnungen.
Nicht nur die Mieten, auch die Immobilienpreise haben im zweiten Quartal weiter angezogen. Wohnungen und Häuser verteuerten sich demnach um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr; im Vergleich zum ersten Quartal lag der Zuwachs immerhin bei 0,3 Prozent. Interessant ist dabei die Entwicklung in den Metropolen: Dort stiegen die Preise binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent und damit etwas stärker als deutschlandweit. Bei der Geschwindigkeit gab es jedoch eine spürbare Abkühlung im Jahresverlauf: Noch im ersten Quartal hatten sich Wohnungen und Häuser in den Metropolen teils um mehr als 4,0 Prozent verteuert. Konkret zeigte sich das Nachlaufen in Hamburg mit 3,8 Prozent, gefolgt von Köln (2,5 Prozent) sowie Frankfurt und Düsseldorf (je 2,4 Prozent), während Berlin und Stuttgart am unteren Ende mit 1,6 Prozent beziehungsweise 0,7 Prozent lagen.
Als Treiber nennt der VDP den Wohnungsmangel, der sowohl Mieten als auch Preise hochzieht. Für die weitere Entwicklung kommt aber ein zweites Element hinzu: die Frage, ob Politik und Planung die Angebotsseite tatsächlich beschleunigen können, ohne dass neue Kosten- oder Qualitätsanforderungen den Effekt wieder aufzehren. Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auf Reformvorhaben der Bundesregierung, darunter ein „Bau-Turbo“ und die Absicht, das vereinfachte Gebäude-Typ-E-Genehmigungsverfahren zu nutzen, um Bauprozesse schneller zu machen und Baukosten zu senken. In der Argumentation des VDP wird dabei vor allem betont, dass Planungsverfahren drastisch beschleunigt werden sollen und von übertriebenen technischen Anforderungen abgewichen werden kann.
Für Unternehmen und Entscheidungsträger steckt in den Zahlen deshalb eine doppelte Botschaft. Erstens: Die Teuerung ist nicht „durch“, sondern bleibt ein strukturelles Thema, weil die Lücke im Wohnungsangebot weiter wirkt. Zweitens: Das Timing könnte sich verändern, denn die Kennziffern zeigen im zweiten Quartal bereits ein weniger starkes Momentum gegenüber früheren Quartalen. Wenn nun weniger Reibung in Planung und Genehmigung entsteht, könnte das die Pipeline für Neubau und Sanierung stabilisieren; zugleich hängt die Wirkung stark davon ab, ob sich die Baukosten und Ausführungsrisiken parallel tatsächlich reduzieren. Für die Praxis bedeutet das: Beim Pricing von Finanzierung, bei der Kalkulation von Bau- und Sanierungsprojekten sowie bei der Planung von Bestandsportfolios lohnt ein Blick auf regionale Unterschiede genauso wie auf die Entwicklung der Neuvertragsmieten.
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