PORTLAND / LONDON (IT BOLTWISE) – Pamana, das Filipino American Restaurant und Bar aus dem Hoxton, zieht mit einem zweiten Standort nach Northeast Portland um. Dort startet im Oktober zunächst der Dinner-Betrieb auf NE 30th Avenue, während Brunch zwei Jahre im Hotel bleibt. Das Team nutzt die ehemalige Expatriate-Fläche mit rund 1.000 Quadratfuß und setzt auf eine wärmere, hellere Atmosphäre mit Skylight, natürlichem Holz und repurposed Materialien. Beim Getränkekonzept geht es bewusst in Richtung Wein – inklusive Fokus auf AAPI-geführte Weingüter.

Pamana baut in Portland seinen Auftritt spürbar aus: Nachdem das Restaurant derzeit im Hoxton in Downtown Portland läuft, entsteht in Northeast Portland eine zweite Location. Die neue Adresse liegt auf NE 30th Avenue in dem Raum, der zuletzt Expatriate beherbergte – eine Bar, die 2013 eröffnet und Anfang 2026 geschlossen wurde und den Ruf als echtes Zielobjekt in der Szene prägte. Für Gäste ändert sich damit nicht nur der Standort, sondern auch das Setting: Pamana arbeitet künftig in einer kleineren Umgebung und stellt den Dinner-Service in den Vordergrund, während der Brunch weiterhin im Hoxton bleibt.
Der Wechsel ist deshalb strategisch so zugeschnitten, weil Pamana nicht „alles auf einmal“ verschieben will. Laut Angaben von Geri Leung wird es am Hoxton noch für zwei weitere Jahre den Brunch sowie Events geben. Auf NE 30th Avenue verlagern die Betreiber dagegen zunächst ausschließlich den Dinner-Service, und auch wenn sich später eine Erweiterung um Brunch grundsätzlich denken lässt, steht das aktuell nicht auf der Agenda. Ethan Leung betont zudem, dass die Küche im neuen Umfeld den gleichen Qualitätsanspruch treffen soll, nur eben unter anderen Rahmenbedingungen: kleinere Fläche, weniger Platz in der Logistik und damit eine noch bewusstere Auswahl bei Produkten und Menüpunkten.
Technisch betrachtet zeigt sich die zweite Location als deutlich kompakteres Betriebsmodell: Das neue Küchen- und Gastronomie-Setup umfasst etwa 1.000 Quadratfuß, also ungefähr ein Viertel der Fläche, die Pamana derzeit im Hoxton zur Verfügung hat. Diese Größenordnung wirkt sich direkt auf Prozesse aus, etwa bei Mise-en-place, Lagerwegen und der Frage, welche Gerichte sich ohne Reibungsverluste über den Service hinweg sauber fahren lassen. Dazu kommt die Timing-Komponente: Die Eröffnung ist für den Herbst angesetzt, konkret für Oktober. Das beeinflusst die Zutatenverfügbarkeit und die Geschmacksrichtung, wie Ethan Leung sagt; im neuen Menü sollen sich daher stärker „homey“ geprägte Speisen, mehr Eintöpfe und herzhafte Klassiker wiederfinden.
Auch das Interieur folgt einem klaren Zielbild: Die Grundfläche bleibt zwar erhalten, aber an Details wird gearbeitet. Geplant sind kosmetische Anpassungen wie ein veränderter Bar-Top, zusätzliche Regale, neue Möbel und ein frischer Anstrich. Besonders wichtig ist für das Team das vorhandene Skylight, das nach Geri Leung „so viel Leichtheit“ in den Raum bringt – weich, komfortabel und „homey“. Sie wollen diesen Lichteindruck aufgreifen, ihn im Raumgefühl verstärken und dabei mit engen Projektpartnern arbeiten; beim Materialmix soll zudem viel natürliches Holz vorkommen, ergänzt durch den Einsatz von wiederverwendeten Baumaterialien, wie die Betreiber ausdrücklich erwähnen.
Gleichzeitig ist Pamana bei der Übernahme des ehemaligen Expatriate-Areals vorsichtig mit dem kulturellen Erbe. Das Team erkennt an, dass der Ort in Portland eine spürbare Wirkung hatte, sagt aber auch klar, dass sie nicht einfach die alte Bar replizieren wollen. Stattdessen soll die neue Location einen eigenen Charakter bekommen – unter anderem durch persönliche Kunst: Das Konzept sieht eigene Galerieelemente vor, etwa Familien- und Teenagerfotos, die den Gästen ermöglichen sollen, langsamer zu werden und miteinander in Kontakt zu treten. Geri Leung beschreibt dieses Leitmotiv als „good things take time“ und verbindet es bewusst mit einer analogen Erfahrung, also einer Atmosphäre, die eher auf Entschleunigung als auf Dauer-Inszenierung setzt.
Der deutlichste Richtungswechsel im Getränkebereich hängt mit dem Lizenzmodell zusammen. Pamana hat laut Bericht einen Limited On-Premises liquor license beantragt, wodurch kein Hard Alcohol angeboten werden soll; erlaubt sind Wein, Bier und Cider. Dazu kommen NA-Getränke, und perspektivisch können später Spirits ergänzt werden – allerdings erst dann, wenn eine Full On-Premises Commercial license vorliegt. Inhaltlich will das Team dennoch nicht in eine klassische Weinbar schlüpfen, sondern „die Welt des Weins“ erkunden. Geri Leung erklärt, dass dabei vor allem AAPI-geführte Weine und Weingüter stärker sichtbar gemacht werden sollen; gleichzeitig bleibt das Konzept offen, um auch das lokale Weinbild in Oregon abzubilden, inklusive möglicher Regionen wie Willamette Valley, Tualatin Valley, Columbia Gorge oder Rogue Valley.
Auch wirtschaftlich lesen sich diese Entscheidungen als Antwort auf Marktverschiebungen: Der Bericht ordnet ein, dass es zuletzt Rückgänge bei Liquor- und Wine-Verkäufen gab und dass die Wahrnehmung existiert, Gen Z trinke weniger als frühere Generationen. Pamana setzt deshalb auf ein abgestuftes Angebot, das nicht nur auf Alkoholstärke oder klassische Cocktaildominanz zielt, sondern auf Wein als Erlebnisanker. Das ist zugleich eine Art Phasenplanung für den Betrieb: Geri Leung beschreibt ausdrücklich, dass Ethan und sie das Vorhaben in Etappen wachsen lassen wollen, „mit dem, was die Community braucht“. Praktisch bedeutet das: Das Menü entwickelt sich weiter, ist zum Start noch im Aufbau, greift aber bereits bekannte Filipino-Klassiker auf, darunter Lumpia, Sisig und Kinilaw. Insgesamt wirkt die zweite Location damit wie eine gut getaktete Betriebsverlagerung – weniger als Komplettneustart, mehr als kontrollierte Skalierung eines bestehenden Qualitätsversprechens in einem neuen, kleineren Raum.
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