LONDON (IT BOLTWISE) – Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) hat im ersten Halbjahr 2026 einen Gewinn vor Steuern von 16 Millionen Euro erzielt und damit das Vorjahr deutlich hinter sich gelassen. Die Risikovorsorge normalisierte sich auf -13 Millionen Euro nach -323 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Gleichzeitig wuchs das Neugeschäft in Real Estate Finance Solutions um 18 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, bei einem deutlich höheren Anteil neuer Zusagen. Für 2026 hält die Bank ihre Zielkorridore bei der Cost-Income-Ratio sowie die Prognose für das Neugeschäft weiter fest.

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) liefert mit ihrem Halbjahresergebnis 2026 ein klares Signal: Ergebnisdruck und Risikokosten waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringer, während das Neugeschäft spürbar Fahrt aufnimmt. Im ersten Halbjahr 2026 erwirtschaftete die Bank einen Gewinn vor Steuern von 16 Millionen Euro auf Konzernebene nach IFRS, wobei 10 Millionen Euro auf das zweite Quartal und 6 Millionen Euro auf das erste Quartal entfallen. Damit dreht pbb nach dem ersten Halbjahr 2025, in dem wegen eines strategischen Rückzugs aus den USA und damit verbundener Sonderaufwendungen für Risikovorsorge noch ein Ergebnis von -249 Millionen Euro zu verzeichnen war.
Die operative Lage bleibt zugleich differenziert: Zwar stieg das Ergebnis, doch die operativen Erträge gingen im ersten Halbjahr 2026 auf 167 Millionen Euro zurück (H1 2025: 206 Millionen Euro). Treiber ist vor allem ein geringeres Zinsergebnis von 165 Millionen Euro gegenüber 211 Millionen Euro im Vorjahr. In der Darstellung der Bank liegt die Ursache insbesondere im reduzierten Real Estate Finance-Portfoliovolumen sowie in Kosten, die im Zusammenhang mit der Abschirmung eines performanten Teils des US-Portfolios durch einen im Dezember 2025 vereinbarten „Significant Risk Transfer“ entstanden. Für das Management bleibt damit die Herausforderung, die Balance zwischen Portfolioreduktion und Ertragsstabilisierung aktiv zu steuern.
Genau hier setzt der Blick auf die Segmentlogik an: Im Bereich Real Estate Finance Solutions (REFS) konnte pbb das Neugeschäft im ersten Halbjahr 2026 signifikant steigern. Es wächst im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro; auf das zweite Quartal entfallen davon 1,8 Milliarden Euro (H1 2025: 2,6 Milliarden Euro). Besonders auffällig ist die Qualität der Aktivität: Der Anteil der Neuzusagen stieg auf 67 Prozent, nach lediglich 23 Prozent im ersten Halbjahr 2025. Der Return on Tangible Equity (RoTE) für das europäische Neugeschäft lag bei 7 Prozent und damit im Zielkorridor der pbb, was darauf hindeutet, dass Wachstum nicht auf Kosten der Substanzkennzahlen erkauft wurde.
Auch die Portfoliostabilisierung wirkt als strategischer Gegenpol zur US-Reduktion. Das Bestandsvolumen des REFS-Portfolios stabilisierte sich zur Jahresmitte bei 26,8 Milliarden Euro, während das US-Portfolio schneller als geplant abgebaut wird; als Vergleichswerte nennt die Bank 26,8 Milliarden Euro im ersten Quartal 2026 und 28,2 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025. Im zweiten Quartal 2026 steuerte REFS 14 Millionen Euro zum Vorsteuerergebnis bei, also 3 Millionen Euro mehr als im Vorquartal. Zusätzlich verweist die Bank auf eine Diversifizierung der Nutzungsarten: Hotelimmobilien, Senior Living, Student Housing und Data Center machten im zweiten Quartal 23 Prozent des Neugeschäfts aus (H1 2026: 14 Prozent). Das ist wichtig, weil solche Cluster in der Immobilienfinanzierung typischerweise unterschiedliche Cashflow-Profile und Risikotreiber besitzen.
Im zweiten Segment, Real Estate Investment Solutions (REIS), sieht die Entwicklung anders aus als beim kreditgetriebenen REFS-Geschäft. Hier stiegen die operativen Erträge im zweiten Quartal deutlich auf 14 Millionen Euro (Q1 2026: 11 Millionen Euro), vor allem durch geplante Erträge aus Transaktionsaktivitäten. Die Assets under Management erhöhten sich auf 3,1 Milliarden Euro (Q1 2026: 3,0 Milliarden Euro). Insgesamt erzielte REIS im zweiten Quartal 2026 einen Vorsteuergewinn von 2 Millionen Euro, nach 0 Millionen Euro im ersten Quartal. Diese Struktur zeigt, dass pbb stärker versucht, Erträge aus Gebühren- und Transaktionslogiken in den Mix zu holen, anstatt die Ergebnisentwicklung ausschließlich am Zinsbuch festzumachen.
Auf Ebene der Kosten und Eigenmittel arbeitet pbb parallel an der operativen und regulatorischen Stabilität. Die Risikovorsorge lag im ersten Halbjahr 2026 bei -13 Millionen Euro; zudem fielen in den USA keine zusätzlichen Risikokosten an. Der Verwaltungsaufwand stieg im gleichen Zeitraum auf 126 Millionen Euro (H1 2025: 115 Millionen Euro), was die Bank mit gestiegenen strategischen Investitionen in REIS bei rückläufigen Aufwendungen in REFS begründet. Die bereinigte Cost-Income-Ratio (CIR) lag bei 77 Prozent, wobei die pbb für 2026 einen Zielkorridor von 70 bis 75 Prozent nennt. Bei den Kapitalkennzahlen verbesserte sich die Kernkapitalquote (CET1) zum Ende des ersten Halbjahrs 2026 auf 14,6 Prozent (Q1 2026: 13,4 Prozent), primär durch positive Effekte aus regulatorischen Anpassungen im F-IRBA-Standard; die Liquidität bleibt laut Bank solide, mit einer Liquiditätsdeckungsquote von 402 Prozent (H1 2025: 330 Prozent).
Für das Gesamtjahr 2026 bleibt die Bank bei ihren Planwerten: pbb erwartet unverändert ein Neugeschäftsvolumen zwischen 7,5 und 8,5 Milliarden Euro (2025: 6,3 Milliarden Euro). Zudem strebt sie trotz der voranschreitenden Reduktion des US-Geschäfts zum Jahresende ein REFS-Finanzierungsvolumen von mindestens 27 Milliarden Euro an. Aus Unternehmenssicht ist dabei entscheidend, ob sich die im zweiten Quartal sichtbar höhere Neuzusagenquote dauerhaft hält und ob die Kosten aus dem Significant-Risk-Transfer-Umfeld weiter abklingen oder in weitere Schritte hineinwirken. Während das Marktumfeld laut CEO Kay Wolf volatil bleibt, zeigt der Datenpunkt auf Halbjahressicht, dass die Transformation nicht nur organisatorisch, sondern auch in den Kennzahlen ankommt; zudem lohnt sich für Entscheidungsträger ein fortlaufender Blick auf die Mischung aus REFS-Wachstum und REIS-Ertragsbeiträgen, weil genau diese Kopplung die Profitabilität in einem zins- und immobilienzyklischen Umfeld stabilisieren soll. Im Zeichen von KI und automatisierter Datenanalyse wird derweil häufig diskutiert, wie sich Prozesse in Kreditprüfung, Portfolio-Monitoring und Risikomodellierung effizienter gestalten lassen – für pbb bleibt die eigentliche Messgröße aber zunächst: ob Ertragsmix und Risikokosten im zweiten Halbjahr im angekündigten Korridor bleiben.
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