DA NANG / LONDON (IT BOLTWISE) – Beim SURF 2026 treten 20 Projekte im Finale des Innovation Startup Wettbewerbs gegeneinander an, aufgeteilt in die Kategorien „Unternehmen“ und „Studenten“. In der Endrunde haben die Teams jeweils 5 Minuten für ihre Präsentation und weitere 5 Minuten für Fragen der Jury. Insgesamt gingen mehr als 150 Bewerbungen ein, nach der Vorrunde qualifizierten sich 67 Projekte für die nächste Phase. Die Gewinner erhalten priorisierten Zugang zu städtischen Fördermechanismen sowie zu Inkubations- und Beschleunigungsprogrammen.

Beim Da Nang Innovation and Entrepreneurship Festival SURF 2026 werden in diesem Jahr nicht alle Projekte auf dieselbe Bühne gestellt: Der Wettbewerb teilt sich in zwei unabhängige Kategorien, „Unternehmen“ und „Studenten“. Das ändert die Logik der Jury-Arbeit, weil die Bewertungsmaßstäbe damit besser zur jeweiligen Ausgangslage passen: Während Startups typischerweise bereits an Kundenproblem, Produktreife und Go-to-Market arbeiten, müssen studentische Teams ihre Idee oft stärker über Machbarkeit, Lernkurve und Umsetzungsplan begründen. Für die Teilnehmenden bedeutet das vor allem eins: Sie treten in einem feineren Wettbewerbsrahmen an, der nicht nur die Idee bewertet, sondern auch, wie schnell sie in Richtung Markt nutzbar werden kann.
Die Zahlen zeigen dabei, wie selektiv die Endrunde ist. Laut Angaben zum Wettbewerb gingen in diesem Jahr über 150 Bewerbungen ein; nach der Vorrunde mit 67 Projekten schafften es schließlich 20 Teams ins Finale, jeweils zehn pro Kategorie. In der Finalphase gibt es einen klar strukturierten Ablauf: Jedes Team erhält 5 Minuten, um Ideen, Lösungskonzept und Entwicklungspotenzial vorzustellen, danach folgt eine 5-minütige Fragerunde mit der Jury. Diese Kombination ist entscheidend, weil sie nicht nur die Präsentationsfähigkeit testet, sondern auch die Fähigkeit, Annahmen zu verteidigen, Abgrenzungen zu Wettbewerbern zu erklären und die nächsten technischen Schritte plausibel zu machen.
Technisch betrachtet rücken damit vor allem Projekte in den Fokus, bei denen die Jury bereits konkrete Entwicklungshebel erkennen kann. Das städtische Amt für Wissenschaft und Technologie beschreibt die Endrunde ausdrücklich als Gelegenheit für strategisches Feedback von Juroren und Investoren, um so den Weg zum Markteintritt zu gestalten. Genau an dieser Stelle lohnt der Blick auf den Prozess davor: Im Vorfeld erhielten die Teams individuelles Training und Coaching durch nationale und internationale Experten, um ihre Produkte zu verfeinern. Das reduziert typische Risiken in frühen Gründungsphasen, etwa unklare Zielgruppen, fehlende Datenbasis oder eine unpräzise Roadmap für technische Iterationen.
Als Themenfelder nennen die Organisatoren unter anderem Informationstechnologie, Künstliche Intelligenz (KI), digitale Transformation, Biotechnologie, Bildungstechnologie, Umwelttechnologie, erneuerbare Energien, Hightech-Landwirtschaft und weitere Innovationsbereiche. In der Kategorie „Studenten“ tauchen dabei mehrere Ansätze auf, die zeigen, wie breit „Bildung“ und „Gesundheit“ technologisch zusammenlaufen: DocuMind wird als virtuelle Assistentenplattform beschrieben, die medizinische Gespräche in elektronische Patientenakten überführt und Behandlungspläne vorschlägt. Außerdem werden Augmented-Reality-Brillen zur Unterstützung der Kommunikation für Hörgeschädigte genannt, daneben EVIRA als KI-gestützte E-Commerce-Videoanalyseplattform. Auch Beispiele wie Vietnam Heritage Visit oder Terra Sentinel deuten darauf hin, dass visuelle Datenverarbeitung und digitale Vermittlung hier als Schlüssel für gesellschaftliche Nutzwerte dienen.
In der Kategorie „Unternehmen“ wiederum spiegelt die Liste sowohl datengetriebene Software als auch hardware- und prozessnahe Innovationen. Genannt werden unter anderem ein Smart Shrimp Farming System (VN3T) und ein Circular Waste Treatment-Projekt (Circular), dazu DiFlow, Solid Sky sowie SeLingo als Visual English Learning Platform with AI. Ergänzend fällt die Mischung aus adressierten Branchen auf: Von Landwirtschaft über Logistik- und Prozessideen bis hin zu KI-gestütztem Lernen. Gerade diese Vielfalt ist für den Wettbewerb wichtig, denn sie zeigt, dass SURF 2026 nicht nur reine KI-Demos sucht, sondern auch Lösungen, die sich in bestehende Wertschöpfungsketten integrieren lassen – etwa durch digitale Mess- und Steuerpunkte oder durch Analyse- und Automatisierungslogik in operativen Abläufen.
Für den Markteintritt ist schließlich besonders relevant, was die Veranstalter den Gewinnerprojekten direkt zuschreiben: Nach den Angaben erhalten die Gewinnerprojekte sofort Zugang zu den bevorzugten Fördermechanismen und Richtlinien der Stadt. Darüber hinaus werden sie bei der Teilnahme an Inkubations- und Beschleunigungsprogrammen bevorzugt behandelt und können sich direkt mit internationalen Partnernetzwerken vernetzen. Damit wird der Wettbewerb nicht nur als Bühne für Pitching verstanden, sondern als Startsignal für die nächsten Schritte in Richtung Finanzierung, Produktentwicklung und Skalierung. Die offizielle Eröffnungssitzung am Morgen des 19. August dient dabei als Zeitpunkt, an dem die Jury die besten Projekte prämiert.
Für Teams und Unternehmen, die sich an solchen Formaten orientieren wollen, lässt sich aus der Struktur von SURF 2026 ein klarer Handlungsrahmen ableiten: Erstens zählt eine Präsentation, die in Minuten verdichtet ist, zweitens muss die Fragerunde fachliche Substanz liefern, und drittens wird der Übergang in Förder- und Inkubationsstrukturen konkret adressiert. Besonders für KI-Projekte bedeutet das, dass neben dem Modellansatz auch der Entwicklungsweg plausibel sein muss – von Datenlage und Evaluation bis zur Integration in eine reale Anwendung. Wer diese Punkte in einem Wettbewerb wie SURF 2026 trifft, bekommt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern wird im besten Fall auch institutionell in den nächsten Innovationszyklus übernommen.
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