LONDON (IT BOLTWISE) – Kroatische Ermittler haben einen zweiten mutmaßlichen Beteiligten im Umfeld der Nord-Stream-Sprengung festgenommen. Der Verdächtige wurde in Pula gefasst, während er bei Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film über die Pipeline-Attacke arbeitete. Kroatien prüft nun die Auslieferung nach Deutschland, während zuvor ein polnischer Auslieferungsantrag bereits abgelehnt worden war. Für Berlin wird damit die EU-Kooperation beim gemeinsamen Auslieferungsmechanismus zum entscheidenden Test.

Kroatien nimmt einen weiteren Baustein der Ermittlungen zur Nord-Stream-Sprengung ins Visier: In Pula nahmen Beamte einen ukrainischen Taucher fest, der zur gleichen Zeit an Dreharbeiten zu einem Hollywood-Film über die Pipeline-Attacke beteiligt gewesen sein soll. Der Fall steht damit nicht nur im Kontext von Sprengstoffanschuldigungen, sondern auch im Kontext sehr konkreter Zuständigkeitsfragen zwischen Staaten: Wer eine Person festhält, entscheidet zwar über Haft und Verfahrensschritte, die eigentliche Durchsetzung des Strafanspruchs hängt jedoch davon ab, ob ein Auslieferungsweg praktisch funktioniert. Der Europäische Haftbefehl scheint in diesem zweiten Schritt jedenfalls zeitnah Wirkung gezeigt zu haben.
Nach den Angaben der Ermittlungsbehörden soll der Festgenommene einer von vier Tiefseetauchern gewesen sein, die im September 2022 an den Nord-Stream-Leitungen Sprengsätze anbrachten. Für die Bewertung ist dabei entscheidend, dass die Vorwürfe nach wie vor im Stadium der Prüfung und gerichtlichen Nachvollziehbarkeit bleiben: Die Bundesanwaltschaft wirft ihm gemeinschaftliches Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vor. Damit ist ein klassischer Knotenpunkt erreicht, den Strafverfahren über internationale Haftbefehle oft prägt: Die Frage, welche Belege und rechtlichen Voraussetzungen das ersuchende Land vorlegen kann, trifft auf die Prüfungs- und Fristlogik des ersuchten Staats. Kroatien soll den Verdächtigen demnach innerhalb von sechzig Tagen ausliefern oder anderweitig entscheiden.
Der politische Hintergrund macht die Lage zusätzlich sensibel. Polen hatte laut den bisherigen Informationen bereits im Herbst 2025 einen ersten Auslieferungsantrag abgelehnt. Zugleich wird Warschau mit der Begründung in Verbindung gebracht, es liege nicht im polnischen Interesse, den Mann anzuklagen oder auszuliefern, zudem habe es bereits zu diesem Zeitpunkt eine klar ablehnende Haltung gegenüber Nord Stream gegeben. Dass die Bundesregierung diese Blockade widerspruchslos hinnahm, verschiebt den Fokus später auf andere Wege. Genau hier wird sichtbar, wie eng in solchen Fällen staatliche Strafverfolgung, diplomatische Interessen und innenpolitische Narrative miteinander verflochten sind.
Unionspolitisch wird der Vorgang erwartbar als Rechtsstaatsfall gerahmt. CSU-Innenminister Alexander Dobrindt kündigte weitere Festnahmen an, Außenminister Johann Wadephul betonte, die Justiz habe „absolut freie Hand“. Solche Formulierungen haben eine doppelte Funktion: Sie sollen Verfahren von politischen Einflüssen abschirmen und gleichzeitig eine klare Linie gegenüber der Öffentlichkeit signalisieren. Gleichzeitig zeigt der Text- und Deutungsrahmen, dass es längst nicht mehr nur um den Einzelfall geht. Friedrich Merz und Teile der CDU/CSU werden im Nachgang daran gemessen, dass Nord Stream zuvor über Jahre politisch defensiv begleitet wurde. Aus Sicht vieler Beobachter wirkt eine spätere Schwerpunktsetzung auf die Täterermittlung wie eine Kehrtwende, die zugleich den Rückblick auf frühere energiepolitische Entscheidungen befeuert.
Die Debatte bekommt zudem eine parteipolitische Dynamik. Die AfD hatte bereits früh vor der Abhängigkeit von russischem Gas und vor einer aus ihrer Sicht naiven Energiepolitik gewarnt; heute versucht sie, diese Warnungen als Bestätigung eigener Positionen zu präsentieren. Die Kritik zielt weniger auf den konkreten Haftbefehl als auf das Muster: Wenn ein Staat seine energiepolitische Verwundbarkeit durch exogene Risiken unterschätzt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch Strafverfolgung und Krisenreaktion später mit Lücken in der Koordination kämpfen. Genau diese Verbindung betont der Kern der Argumentation: Die EU-Auslieferungsmechanik kann nur dann zuverlässig greifen, wenn alle Mitgliedstaaten in entscheidenden Momenten mitziehen.
Dass Kroatien bislang eine zurückhaltende öffentliche Haltung zu den Anschlägen gezeigt haben soll, passt in das Bild einer vorsichtigen Außen- und Sicherheitskommunikation. Ministerpräsident Andrej Plenković habe zwar die EU-Erklärung gegen die Sabotage unterstützt, konkrete Bewertungen aber vermieden, heißt es. Technisch-relevant ist daneben ein anderer Punkt: Kroatien habe sich bereits 2021 mit dem LNG-Terminal auf Krk von russischem Gas abgekoppelt. So entsteht ein praktischer Interessenkonflikt im Guten wie im Schlechten: Je stärker ein Staat die eigene Energieversorgung stabilisiert hat, desto nüchterner kann er mit strafrechtlichen und diplomatischen Risiken umgehen. Für Berlin stellt sich dann die offene Frage, wie ernst Brüssel die „gemeinsame Außenpolitik“ im konkreten Vollzug nimmt, wenn es um die Auslieferung eines international gefassten Verdächtigen geht.
Am Ende läuft der Nord-Stream-Komplex auf zwei miteinander verknüpfte Lehren hinaus. Erstens: Wer die Energieversorgung nicht selbst so kontrolliert, dass Engpässe und Abhängigkeiten kurzfristig abgefedert werden können, gerät unter erhöhten Erpressungsrisiken. Zweitens: Wer Strafverfolgung zu stark an der Kooperationsbereitschaft Dritter ausrichtet, verliert Durchsetzungskraft, sobald ein Auslieferungsweg blockiert wird. Für Unternehmen in Europa bedeutet das weniger Schlagzeilen als konkrete Planungsannahmen: Energieverträge, Notfall-Logiken und Sicherheitsprozesse müssen so ausgelegt sein, dass nicht der politische Zufall entscheidet, ob Infrastruktur geschützt oder Täter später identifizierbar sind.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Nord-Stream-Anschlag: Kroatien fasst zweiten Taucher – EU-Auslieferung unter Druck" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Nord-Stream-Anschlag: Kroatien fasst zweiten Taucher – EU-Auslieferung unter Druck" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Nord-Stream-Anschlag: Kroatien fasst zweiten Taucher – EU-Auslieferung unter Druck« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!