LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Analyse rechnet damit, dass XRP bis August 2031 unter die Marke von 1 US-Dollar rutschen könnte. Der Kern des Arguments: Ripple setzt bei institutionellen Zahlungen zunehmend auf den stabilen Brücken-Use-Case seines RLUSD-Stablecoins statt auf den Token selbst. RLUSD erreichte bis August 2026 laut den Angaben eine Marktkapitalisierung von 1,7 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig fallen die XRP-Token-Burns im Vergleich zum Gesamtangebot so gering aus, dass sie den Preis wohl kaum nennenswert stützen.

Wer XRP als „Erfolg der Ripple-Technologie“ betrachtet, trifft laut der vorliegenden Argumentation einen wunden Punkt: Mit der zunehmenden Ausrichtung auf RLUSD verschiebt sich der Nutzen-Flow weg vom Token. Der Text zeichnet das Szenario für August 2031 nach und stellt dabei nicht nur die Kursentwicklung in den Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie Banken und Finanzinstitute in der Praxis mit Ripple-Produkten arbeiten. Dadurch wirkt die Kernbotschaft zunächst kontraintuitiv: Ripple kann als Unternehmen durchaus stärker werden, während der Token trotzdem unter Druck bleibt, wenn der eigentliche Zahlungs- und Abwicklungsbedarf zunehmend über einen anderen Vermögenswert abgebildet wird.
Ausgangspunkt ist der Rückgang von XRP: Laut den Angaben hat XRP seit dem Juli-2025-Hoch bei rund 3,65 US-Dollar bis August 2026 etwa 70% verloren. Gleichzeitig verweist die Analyse auf bekannte Katalysatoren, die dem Token eigentlich Auftrieb geben sollten, darunter das Ende des Rechtsstreits der US-Börsenaufsicht SEC gegen Ripple und die Einführung von XRP-Spot-ETFs in den USA. Dass der Kurs trotzdem nachgibt, deutet der Text als Zeichen dafür, dass der Markt die „Zukunftserzählung“ zwar einpreist, die fundamentale Nachfrage aber nicht im gleichen Takt mitkommt. Entscheidend sei dabei, dass XRP die Netz- und Ökosystemnutzung nicht zwangsläufig 1:1 in Preiswirkung übersetzt.
Technisch und vor allem funktional liegt hier der zentrale Hebel: Der XRP-Bull-Case unterstellt, Banken würden Ripple-Technologie übernehmen, müssten dabei XRP nutzen und würden dadurch den Token direkt nachfragen. Die Analyse widerspricht dieser Logik, weil sich die Ökosystemrolle verändert. Während XRP früher stärker im Zentrum stand, werde RLUSD zunehmend als „Bridge Asset“ eingesetzt – als Vermittler zwischen Transaktionsschritten, insbesondere bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Wenn eine Bank Werte von einem System ins andere überführt, ist ein wertstabiler, an den US-Dollar gekoppelter Vermögenswert während der „Transfer-in-flight“-Phase für viele Risikobewertungen attraktiver als ein Asset, dessen Preis sich während der Übertragung ebenfalls bewegt.
Die Zahlen, die der Text anführt, sollen diesen Shift untermauern. RLUSD habe bis August 2026 laut den Angaben eine Marktbewertung von 1,7 Milliarden US-Dollar erreicht und sei damit „fast“ zu einem zentralen Bestandteil des Payment-Ökosystems von Ripple geworden. Entscheidend ist jedoch nicht nur der Wachstumsgrad des Stablecoins, sondern die Schlussfolgerung: Wenn RLUSD einen Teil der Transaktionen übernimmt, sinkt der Anteil der Fälle, in denen XRP als Token ökonomisch erforderlich ist. Dann wird der Erfolg von Ripple – gemessen an Partnerschaften, Volumen und Unternehmensentwicklung – nicht automatisch zu einer stärkeren XRP-Nachfrage.
Damit rückt auch das zweite Gegenargument in den Vordergrund: Token-Burns. In vielen Krypto-Bewertungsmodellen spielt die Verknappung durch Burns eine Rolle, weil jeder Nutzungsvorgang theoretisch einen kleinen Teil des Angebots zerstört. Die Analyse gesteht zu, dass XRP mit einer festen Maximalsupply von 100 Milliarden Token zwar prinzipiell „scarcer“ werden kann, wenn RLUSD tatsächlich Token-Burns auslöst. Allerdings sei dieser Effekt zu klein, um den Preis relevant zu stützen: Eine Schätzung beziffert die jährliche Burn-Rate selbst bei „Visa-level“ Transaktionsvolumen auf lediglich etwa 0,0075% der XRP-Gesamtmenge. Zusätzlich nennt der Text eine historische Beobachtung für die Zeit seit dem XRPL-Start 2012: Bis Mitte 2026 seien alle netzseitigen Transaktionen insgesamt lediglich 14,4 Millionen XRP verbrannt worden. Das ist im Verhältnis zum Gesamtangebot so gering, dass der Knappheitseffekt eher symbolisch als preistreibend wirken dürfte.
Als dritter Strang ordnet die Analyse die Preisbildung stärker dem Marktpsychologie-Effekt zu. Sie behauptet, XRP habe seine Kursentwicklung historisch nicht verlässlich an die tatsächliche Netzwerk-Nutzung gekoppelt; stattdessen sei der Preis „in der Sichtweise“ vor allem durch Hype getrieben worden, der erfahrungsgemäß weniger stabil ist als fundamentale Zahlungsströme. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass es kurzfristig wieder zu spekulativen Rallys kommt, die den Kurs temporär deutlich über das aktuelle Niveau treiben. Der Text setzt aber darauf, dass solche Phasen mit der Zeit abflauen, sobald das bullische Narrativ im Alltag nicht mehr belegt wird – und dass dann auch der Kurs entsprechend nachgibt.
Für Anleger und Unternehmen, die Krypto-Infrastruktur bewerten, ist aus der Argumentation vor allem die Transferlogik ableitbar: Der entscheidende Werttreiber ist weniger „welche Plattform“ funktioniert, sondern „welcher Vermögenswert“ innerhalb der Abwicklungskette tatsächlich die Nachfrage erzeugt. Wenn Stablecoins wie RLUSD Bridge-Aufgaben übernehmen, verlagert sich die Preisrelevanz von Token-Mechaniken hin zu Liquiditäts- und Risikopräferenzen institutioneller Nutzer. Spätestens bis 2031 würde ein dauerhaftes Ungleichgewicht zwischen Ripple-Unternehmenswachstum und XRP-Token-Notwendigkeit genau die Kursrichtung unterstützen, die im Text skizziert wird.
Gleichzeitig bleibt offen, wie stark die ETF-basierte Preisfindung kurzfristig wirken kann, weil Spekulation häufig nicht linear zu technischen Nutzungskennzahlen verläuft. Der Text stellt die konkrete Frage nach dem Kauf von „XRP-Stock“ allerdings nicht positiv, sondern koppelt die Skepsis an die Beobachtung, dass XRP in einer genannten Aktien-Auswahlliste nicht auftauchte. Insgesamt setzt die Analyse damit weniger auf das Argument „Zukunft wird X bringen“, sondern auf die strukturelle Gegenannahme: Selbst wenn Ripple als Finanzakteur erfolgreicher wird, kann die Token-Preislogik schwächer bleiben, sobald der Stablecoin-Use-Case die zentralen Zahlungsfunktionen übernimmt.
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