LONDON (IT BOLTWISE) – SpaceX steht erneut vor einer großen Lockup-Freigabe, diesmal am 9. September. Rund 319 Millionen zuvor gesperrte Aktien sollen dann handelbar werden, während der Markt bereits auf die nächste Welle bis in den Dezember wartet. Am Freitag erholte sich die Aktie zwar kurzfristig, doch bleibt die Wochenbilanz trotz des Anstiegs negativ. Bis zur kompletten Entsperrung am 8. Dezember bleibt der Streubesitz damit ein aktiver Preistreiber.

SpaceX: Neue Lockup-Freigabe am 9. September setzt den Kurs weiter unter Druck
SpaceX: Neue Lockup-Freigabe am 9. September setzt den Kurs weiter unter Druck (Foto: IT BOLTWISE)
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Bei SpaceX zeigt sich der Börsenstart als Paradebeispiel dafür, wie stark Kapitalmarktmechanik kurzfristige Kursbewegungen prägen kann. Nach zwei Aktiensperrfristen-Freigaben innerhalb weniger Wochen wirkt der Markt spürbar nervös: Eine kalenderbasierte Tranche löst die nächste Nachfrage- und Angebotswelle aus, und die Liquidität konzentriert sich kurzfristig auf neu handelbare Aktienpakete. Genau diese Dynamik sorgt dafür, dass selbst positive Nachrichten oder langfristige Wachstumsstories kurzfristig gegen den technischen Verkaufsdruck aus dem Lockup-Alltag ankämpfen müssen.

Am Freitag stieg die SpaceX-Aktie um 2,1 Prozent auf 117,20 Euro, doch der Wochenverlauf bleibt klar negativ. Über sieben Tage liegt das Papier rund 3,1 Prozent im Minus, ausgelöst durch die zweite große Lockup-Freigabe seit dem Börsengang. Bereits am Donnerstag wurden nach Angaben im Artikel rund 319 Millionen zuvor gesperrte Aktien handelbar. Diese Freigabe entspricht dem 70. Tag nach dem Börsengang; zwei Wochen zuvor waren laut Text etwa 912 Millionen Aktien freigegeben worden. Interessant ist dabei der Kontrast zur ersten Entsperrung am 6. August: Damals verlief die Freigabe überraschend glimpflich, die Aktie gewann über sechs Prozent, obwohl sie am Vortag um fast 14 Prozent eingebrochen war und ein Allzeittief markiert hatte.

Diesmal war die Reaktion gedämpfter und zeitweise sogar stärker nach unten gerichtet. Am Donnerstag fiel die Aktie laut Bericht zeitweise um 5,49 Prozent, und zusätzlich wirkten Informationen zur Konkurrenz im Raketengeschäft auf die Stimmung. Auch der Hinweis auf den knappen Streubesitz ist wichtig: Wenn der Handel ohnehin stark begrenzt ist, verstärken einzelne Ereignisse wie neue handelbare Aktien die Schwankungen oft in beide Richtungen. Das erklärt, warum die Kursbewegung nicht nur von der Unternehmensstory lebt, sondern ebenso von der Mikrostruktur des Marktes, also von dem Verhältnis zwischen verfügbarer Liquidität und potenziellem Verkaufsvolumen.

Der entscheidende Punkt für das kurzfristige Trading- und Risiko-Management bleibt: Der gestaffelte Entsperrplan ist noch lange nicht abgeschlossen. Weitere rund 319 Millionen Aktien sollen am 9. September handelbar werden; danach folgen Tranchen am 24. September, 9. Oktober und 24. Oktober. Erst wenn die komplette 180-tägige Sperrfrist am 8. Dezember endet, normalisiert sich das „Supply-Pattern“ voraussichtlich. Elon Musks Anteil, der größte Einzelblock, bleibt hiervon unberührt und ist laut Artikel bis Juni 2027 gesperrt. Damit liegt der größte Teil des potenziellen Verkaufsdrucks bei Führungskräften, Mitarbeitern und frühen Investoren, also genau jenen Gruppen, die typischerweise eher nach internen Halte- und Exit-Planungen agieren als nach Tageskursen.

Auch wenn eine Lockup-Freigabe das Verkaufen nicht erzwingt, macht sie es möglich und verändert daher die Erwartungshaltung. Der Text argumentiert, dass nach dem Kursrückgang von rund 40 Prozent gegenüber dem Hoch nach dem Börsengang diese Gruppen kaum zu sofortigen Verkäufen gedrängt sein könnten. Gleichzeitig kann aber schon die reine Möglichkeit weiterer Aktien im Markt den Kurs belasten, weil Käuferseite und Verkäuferseite ihre Kalkulation auf Grundlage der künftig verfügbaren Menge neu ordnen. Verstärkt wird das Szenario zudem durch Unternehmenskäufe: Am 14. August schloss SpaceX die Übernahme von Cursor (Anysphere) ab und gab dafür 389.289.254 neue Class-A-Aktien aus. Im Artikel wird erwähnt, dass insgesamt bis 2027 etwa 88 Prozent der 13 Milliarden SpaceX-Aktien aus der Sperrfrist entlassen werden sollen.

Während die Kursbewegungen lockupgetrieben bleiben, versuchen Analysten die Lage wieder in den langfristigen Kontext zu stellen. Laut Quelle bestätigte der Clear-Street-Analyst Brian Dobson sein Kaufrating mit einem Kursziel von 217 Dollar und sieht damit ein Aufwärtspotenzial von über 50 Prozent. Er zählt SpaceX dabei zu seinen bevorzugten Werten im Luft- und Raumfahrtsektor. Ebenfalls bestätigt wird die Kaufempfehlung durch den UBS-Analysten John Hodulik mit einem Kursziel von 210 Dollar; er verweist auf starke langfristige Wachstumsaussichten, unter anderem bei Starlink und weiteren Technologiesparten des Konzerns. Solche Argumente treffen an Tagen mit hoher Lockup-Volatilität zwar nicht immer auf unmittelbare Zustimmung, können aber die Basis liefern, wenn der Markt nach den Entsperr-„Schocks“ erneut Chancen höher bewertet.

Neben dem firmenspezifischen Fokus kommt Gegenwind aus dem Wettbewerb hinzu: Laut Text sorgte Konkurrenzdruck aus China für Aufmerksamkeit. So landete das Startup LandSpace am Dienstag die erste Stufe seiner Zhuque-3-Rakete auf einer Plattform in Nordwestchina; im Artikel heißt es zudem, es sei das erste Mal, dass ein chinesisches Unternehmen eine orbitalfähige Raketenstufe an Land zurückgeholt habe. Solche Entwicklungen sind für Investoren relevant, weil sie den technologischen Wettlauf in der Wiederverwendung und im operativen Launch-Betrieb betreffen. Parallel liefern technische Kennzahlen einen weiteren Blick auf die kurzfristige Gemütslage: Die Aktie notiert dem Bericht zufolge rund 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro (Mitte Juni), liegt aber etwa 29 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 91,04 Euro (Anfang August). Der RSI um 51 deutet dabei nach lockupgetriebenen Ausschlägen auf eine neutrale Marktverfassung hin.

Für die nächsten Tage ist deshalb vor allem der 9. September der praktische Messpunkt: Dann folgt die nächste Tranche gesperrter Aktien, und damit ein weiterer Test für die Marktliquidität und die Preisfindung. Bis zum endgültigen Ende der Sperrfrist am 8. Dezember bleibt der Streubesitz nach Darstellung der Quelle ein „bewegliches Ziel“. Genau diese Abfolge macht SpaceX im Börsenalltag zu einem Titel, bei dem kurzfristige Kursnarrative stark von Entsperrkalendern abhängen, während mittelfristige Bewertungen stärker an Produkt- und Umsatztreibern ausgerichtet werden. Für Marktteilnehmer bedeutet das: Wer die nächsten Entsperr-Daten in Szenarien und Risikoannahmen einpreist, bekommt ein klareres Bild als mit rein stimmungsgetriebenen Entscheidungen.


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