LONDON (IT BOLTWISE) – In einem Webinar stellt Simon Betschinger die Momentum-Breakout-Matrix als Ansatz für Trendfolge vor. Der Fokus liegt auf der Identifikation von Aktien und Branchen mit hoher relativer Stärke statt reiner Bauchentscheidungen. Schritt für Schritt zeigt der Trader, wie die Matrix aufgebaut wird und wie gezielt nach Ausbrüchen gesucht wird. Zudem ordnet er ein, welche Rolle das Stillhalter-Depot in seiner Gesamtaussteuerung spielt.

Trendfolge gehört zu den Strategien, die an den Finanzmärkten historisch immer wieder getestet wurden – mit einer klaren Logik: Wer früh erkennt, welche Aktien oder ganze Branchen an Fahrt gewinnen, kann bestehende Bewegungen nicht nur „mitlaufen“, sondern strukturiert aus ihnen Kapital schlagen. Genau hier setzt der neue Webinar-Impuls an, den TraderFox-Gründer und CEO Simon Betschinger am 12:15 Uhr live präsentiert. Im Zentrum steht dabei nicht das Versprechen, den Markt vorherzusagen, sondern die Frage, wie man Trendfolge messbar macht: Welche Signale definieren „Stärke“ und wie werden Ausbrüche systematisch herausgefiltert?
Technisch betrachtet kombiniert die Momentum-Breakout-Matrix zwei Bausteine, die in der Praxis häufig getrennt auftreten. Der Momentum-Teil zielt darauf ab, Wertpapiere zu bevorzugen, die gegenüber dem Markt oder gegenüber einer Referenzgruppe bereits relativ stark performen. Die Breakout-Komponente sucht anschließend nach Situationen, in denen diese relative Stärke in eine neue Phase übergeht – also ein Kursverhalten, das nicht mehr nur „seitwärts mit Rückenwind“ ist, sondern tatsächlich eine Ausbruchsbewegung andeutet. Für Anleger, die Trendfolge bisher eher intuitiv umgesetzt haben, ist das der Kern: Die Auswahl wird von einem nachvollziehbaren Scoring abgeleitet, nicht von einem Bauchgefühl, dass „es gerade gut läuft“.
Bemerkenswert ist, wie der Ansatz inhaltlich auf die relative Stärke einzahlt. In einem Marktumfeld, in dem einzelne Aktien rauschen können, liefert relative Stärke eine Vergleichsperspektive: Nicht jede steigende Aktie ist automatisch ein Trendkandidat, aber eine Aktie oder ein Sektor, der in Relation zu seiner Benchmark überdurchschnittlich bleibt, zeigt häufig eine robustere Nachfrage. Die Momentum-Breakout-Matrix macht diesen Vergleich operativ, indem sie „Stärke“ als Voraussetzung definiert und „Ausbruch“ als Trigger behandelt. Dadurch soll der Prozess auch für trendorientierte Trader wiederholbar werden, etwa indem sie aus einer größeren Startmenge systematisch die Kandidaten priorisieren, die sowohl Momentum als auch charttechnische Dynamik mitbringen.
Ein praktischer Vorteil solcher Matrizen liegt außerdem darin, dass sie Entscheidungen in mehrere Stufen zerlegen. Statt eine einzelne Regel zu glauben – etwa „kaufe bei Überschreiten von Widerstand“ – verbindet das Konzept mehrere Bedingungen zu einem Signal. Dadurch entsteht eine Art Leitplanke: Erst wenn die relative Stärke auf der Watchlist stimmt, bekommt der Breakout-Teil Relevanz. In der beschriebenen Umsetzung geht Betschinger Schritt für Schritt darauf ein, wie die Momentum-Breakout-Matrix aufgebaut wird und wie er damit nach Ausbrüchen mit hoher relativer Stärke sucht. Gerade für Privatanleger, die sonst häufig zwischen zu vielen Indikatoren hin- und herwechseln, kann diese Struktur helfen, das eigene Regelwerk sauber zu dokumentieren und zu testen.
Auch der Kontext der Plattform und des Trader-Setups spielt in dem Webinar eine Rolle: Betschinger führt den Ansatz auf dem TraderFox Trading-Desk vor. Dadurch werden Konzepte, die sonst in Blogposts abstrakt bleiben, eher greifbar – etwa die Frage, wie schnell sich Kandidaten filtern lassen und wie die Matrix im Tagesgeschäft wirkt. Der Text nennt zudem als Hintergrund seiner Erfahrung, dass ihm mit verschiedenen Depots bereits mehrere erfolgsgeschichtenähnliche Resultate gelungen sind, darunter eine Phase, in der aus 100.000 Euro über 1 Million Euro wurden (von 2006 bis 2010) und später ein weiterer Sprung bis auf 4 Millionen Euro (von 2016 bis 2024). Als Beispiel wird außerdem ein Verdreifacher genannt, der mit NVIDIA zusammenhängt. Wichtig für Leser ist dabei: Solche Beispiele illustrieren den Anwendungskontext, ersetzen aber nicht das eigene Backtesting und die Anpassung an das jeweilige Risiko- und Zeithorizontprofil.
Für die Markt- und Strategieperspektive ist zudem relevant, dass Trendfolge nicht nur „Aktien“ meint, sondern in der Praxis häufig auch Branchenrotation abbildet. Wenn die Matrix so aufgebaut wird, dass sie neben Einzelwerten auch Sektoren bzw. Branchen berücksichtigt, lässt sich das Momentum-Denken breiter anwenden: Es reicht dann nicht, nur nach einzelnen Ausbrüchen zu suchen; vielmehr wird sichtbar, wann ganze Wirtschaftsbereiche gegenüber anderen an relativer Stärke gewinnen. Genau diese Kombination kann helfen, Phasen besser zu überstehen, in denen einzelne Titel fundamental schwanken, der Sektortrend aber stabil bleibt. Gleichzeitig macht sie die Strategie nicht immun gegen Fehlsignale – sie verlagert Risiken vielmehr in Bereiche wie Timing, Filterqualität und Umsetzung der Breakout-Definition.
Unterm Strich liefert das Webinar vor allem eines: eine konkrete Methode, Trendfolge nicht als „Stil“ zu betrachten, sondern als implementierbares Regelwerk. Wer sich dafür interessiert, sollte die Kernkomponenten aus dem beschriebenen Vorgehen herausziehen und auf die eigene Handelsumgebung übertragen: relative Stärke als Auswahlkriterium, Breakout als Auslöser und die Matrix als Ordnungsrahmen, der daraus ein Set an Kandidaten macht. Gerade im Vergleich zu rein indikatorgetriebenen Ansätzen ist das Potenzial hoch, dass die Entscheidungen kohärenter werden. Und wer bereits ein Stillhalter-Depot führt, wie Betschinger es im Kontext des Webinars erwähnt, kann den Prozess zusätzlich als Baustein betrachten, der die Richtung bestimmt, während Risikoparameter wie Positionsgröße, Laufzeit und Absicherung weiterhin die Renditekurve maßgeblich formen.
Der nächste praktische Schritt für Interessierte ist damit weniger „mehr Theorie“, sondern das konkrete Nachbauen: Wie genau wird die Momentum-Komponente berechnet, wie wird die relative Stärke zur Benchmark abgegrenzt und ab welchem Signal gilt ein Ausbruch als relevant? Im Live-Webinar können Fragen direkt an Simon Betschinger gestellt werden, was den Vorteil hat, dass Unklarheiten nicht in der Interpretationsphase hängen bleiben. Für trendorientierte Trader ist das besonders wertvoll, weil die Qualität einer Trading-Logik oft an den Details entscheidet – und nicht daran, ob das Grundprinzip plausibel klingt.
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