LONDON (IT BOLTWISE) – BenQ bringt mit der iScreenBar eine Monitor-Lichtleiste auf den Markt, die speziell als Ergänzung für den iMac gedacht ist. Das Aluminium-Design soll sich optisch an den Rechner anlehnen und zugleich Kamera sowie Mikrofon frei lassen. Für Helligkeit, Farbtemperatur und Lichtmodi gibt es ein Glas-Touchpanel und eine macOS-App. Eingeschaltet wird die Leiste über Präsenz- und iMac-Wach-Erkennung, im Video-Call-Modus sorgt sie für gleichmäßigeres Licht und weniger Spiegelungen.

BenQ hat mit der iScreenBar eine neue Kategorie im Schreibtisch-Setup adressiert: eine Monitor-Lichtleiste, die weniger wie „zusätzliches Gadget“ wirkt, sondern wie eine logische Erweiterung des iMac. Entscheidend ist dabei nicht nur die Beleuchtungsfunktion, sondern die Platzierung: Die Leiste wird magnetisch an der Rückseite des iMac befestigt, sodass Kamera und Mikrofon nicht verdeckt werden. In der Praxis zielt das auf ein Problem, das bei vielen LED-„Monitorlights“ immer wieder auftaucht: Sie verbessern zwar die Ausleuchtung des Gesichts oder des Arbeitsbereichs, konkurrieren aber gleichzeitig mit der Integration des Monitors selbst, etwa durch ungünstige Winkel oder eine Optik, die wie ein Fremdkörper auf dem Gerät sitzt.
Technisch basiert das Produkt auf einer Kombination aus Gehäusematerial, Abmessungen und optischer Auslegung. BenQ nennt ein Aluminium-Design sowie eine Lichtfläche von 33,5 mal 19,7 Zoll bei 500 lux. Der Clou liegt außerdem in der Steuerung und Bedienung: Neben einem Glas-Touchpanel für Einstellungen stellt BenQ auch eine macOS-App bereit, mit der Nutzer Helligkeit, Farbtemperatur und Lichtmodus anpassen können. Damit kann die Beleuchtung nicht nur statisch verändert werden, sondern an unterschiedliche Tageszeiten oder Workflows angepasst werden, etwa wenn man von Textarbeit in eine Foto-/Video-Session wechselt und das „Farbgefühl“ im Raum eine Rolle spielt.
Besonders praxisnah ist die Automatisierung, weil sie den Lichtkomfort ohne manuelles Schalten verspricht. Laut Hersteller schaltet sich die iScreenBar über Präsenzdetektion ein und aus, außerdem reagiert sie darauf, wenn der iMac aufwacht. Daneben passt sie die Intensität an die Umgebungsbeleuchtung im Raum an und soll so „dimmen oder brightnen“, sobald sich die Lichtverhältnisse ändern. Aus Ingenieurssicht ist das vor allem ein Signal dafür, dass die Leuchte eine Art Sensorik bzw. ein Erkennungsverhalten für Nutzeraktivität nutzt und nicht nur auf einen klassischen Timer setzt. Gerade für längere Arbeitsblöcke reduziert das die typische Reibung „einmal einschalten und dann vergessen“, ohne dass der Benutzer ständig nachregeln muss.
Für Video-Calls adressiert BenQ zusätzlich einen zweiten, häufig unterschätzten Effekt: Spiegelungen und ungleichmäßiges Licht auf dem Gesicht. Die iScreenBar bietet dafür einen eigenen Video-Call-Modus, in dem sie nach Herstellerangaben eine gleichmäßigere Ausleuchtung liefert und gleichzeitig den Glare auf dem Gesicht reduziert, sobald die Kamera genutzt wird. Auch das ist mehr als nur „helleres Licht“: In Konferenzsituationen entscheidet oft die Richtung des Lichts, weil ungünstige Reflektionen entweder das Gesicht überstrahlen oder die Kamerabildqualität trüben. BenQ setzt hier zudem auf asymmetrische Optiken, die den Schreibtisch des Nutzers beleuchten, ohne auf den Bildschirm oder direkt in die Augen zu strahlen. Für die Farbwiedergabe am Arbeitsplatz ist das relevant, weil eine saubere Beleuchtung weniger verfälschte Wahrnehmungen erzeugt, etwa bei der Beurteilung von Layouts, Dokumenten oder farbintensiven Inhalten.
Der Anschluss wiederum folgt dem, was im Apple-Umfeld für viele Nutzer am attraktivsten ist: minimaler Verkabelungsaufwand. Die iScreenBar wird über den USB-C-Port des iMac mit Strom versorgt, wodurch keine separate Netzsteckdose nötig sein muss. Gleichzeitig soll diese Stromverbindung auch die automatische Aktivierung im Zusammenspiel mit dem System unterstützen. Für den Büroalltag liefert BenQ außerdem einen magnetischen Kabelclip, der Kabel sichtbar reduziert oder zumindest geordneter führt. Solche Details wirken im Produktmarketing klein, sind aber oft der Unterschied zwischen „läuft erstmal“ und „bleibt im Alltag akzeptiert“, weil sie das Setup optisch und funktional entlasten.
Beim Marktkontext ist die Ausrichtung klar: BenQ versucht mit einem iMac-first Ansatz eine Nische zu besetzen, die in der Vergangenheit meist über universelle Lampen oder generische Monitorlights bedient wurde. Universal bedeutet häufig Kompromiss bei der Kompatibilität und beim Blickwinkel. Dass BenQ die iScreenBar explizit für den 24-Zoll-iMac (2021 und später) positioniert, ist damit auch eine Aussage zur Zielgruppe: Wer genau diese Geräteklasse nutzt, will keine „Experimente“ mit Halterungen oder unpassenden Geometrien. Gleichzeitig zeigt das Produkt, wie schnell sich Beleuchtung in Richtung „device-adjacent“ entwickelt: Nicht nur an den Monitor geklemmt, sondern als Teil eines kontrollierten Workflows mit Präsenz- und Wake-Automation sowie Modusumschaltung.
Preislich liegt die iScreenBar bei 189 US-Dollar und ist sowohl direkt über BenQ als auch bei einem großen Online-Marktplatz verfügbar. Für Unternehmen und fortgeschrittene Heimumgebungen ist weniger der Stückpreis als die Betriebsperspektive entscheidend: Wenn Präsenzsteuerung, Umgebungsanpassung und Video-Call-Modus wirklich zuverlässig zusammenarbeiten, entsteht ein Licht-Setup, das dauerhaft „mitläuft“ statt einmalig eingerichtet zu werden. In dieser Logik steckt auch die wichtigste Implikation für IT- und Workplace-Entscheider: Solche Zusatzgeräte erhöhen den Bedienkomfort, benötigen aber dennoch sauber definierte Interaktionen mit dem Host-System (hier: USB-C und macOS-App). Wer Rollouts plant, sollte daher vorab prüfen, wie stabil die Automatisierung im jeweiligen Raumprofil und bei wechselnden Sitzabständen funktioniert, denn genau dort entscheidet sich, ob eine Monitor-Lichtleiste langfristig überzeugt.
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