SAN FRANCISCO / LONDON (IT BOLTWISE) – In einem privaten Longevity-Event bei Baseten in San Francisco standen Bioage-Tests, ein Face-Scan und praktische Messungen für „baseline“ auf dem Programm. Bryan Johnson ließ sich dabei von Dr. Carl Seger begleiten und reagierte auf die Frage nach dem einen Hebel, der „alles“ beschleunigt. Zwischen Biohacking-Hype und konkreten Alltagsroutinen wurde deutlich, wie stark KI- und Wellness-Communitys heute auf messbare Marker setzen. Am Ende ging es weniger um Zauberformeln als um die Frage, wie man Messungen in echte Gewohnheiten übersetzt.

In San Francisco traf am selben Abend nicht nur die Longevity-Community aufeinander, sondern auch zwei Welten, die sich sonst oft im gleichen Raum nur selten begegnen: Startup-Routine und Biohacking-Alltag. Baseten, eine KI-nahe Startup-Idee, hatte zu einem „private evening“ in die eigenen Büroräume eingeladen, mit Bryan Johnson als prominenten Longevity-Evangelisten und Sarah Guo als VC-Partnerin. Die Nachfrage war enorm: Mehr als 3.000 Bewerbungen für lediglich 100 Slots. Dass ausgerechnet ein Raum, in dem sonst an Software und Daten gearbeitet wird, zur Bühne für Messungen des Körpers wurde, passt allerdings zum Trend—Longevity wird zunehmend als Mess- und Optimierungsproblem verstanden.
Schon der Empfang machte klar, wie schnell sich aus Neugier ein Wartelist-Druckgefühl entwickeln kann. An der Registrierung drängten sich Menschen, die nach eigenen Angaben nicht „zum Spaß“ da waren, sondern Zugang zu einem klar strukturierten Ablauf suchten. Statt freier Talk-Runden gab es einen farbcodierten Plan mit drei Stationen: Breathwork, Bioage-Tests und ein Q&A mit Dr. Carl Seger, Johnsons verantwortlichem Leitmediziner. Besonders bemerkenswert war die wiederholte Einordnung, die man dort hörte: Nichts, was gemessen wird, sei ein Urteil. Die Werte seien eine Startlinie, und viele Marker ließen sich prinzipiell beeinflussen – technisch gedacht also eine Art Baseline, aus der man später Messreihen ableitet.
Bevor die eigentlichen Tests liefen, ging es jedoch zunächst um „Power Hour“-Logik im Kleinen. Statt klassischer Snacks standen rohe Gemüsesorten und alkoholfreie Mocktails auf dem Tisch, begleitet von einem „Tumeric Elixir“ aus Orangensaft, Karottensaft, Ingwer und Kurkuma. In einer Szene voller Menschen wirkte die Altersspanne auf den ersten Blick auffällig: Viele sahen für die eigene Altersgruppe ungewöhnlich jung aus. Ein Mann in seinen fünfziger Jahren beschrieb dagegen, er fühle sich „alt“ – ein Detail, das zwischen Erwartung und Selbsterleben vermittelt, statt nur Messwerte zu liefern. Danach folgte der sichtbarste Teil: das Scannen des Gesichts zur Ermittlung einer „face age“.
Der Face-Scan lieferte ein gemischtes Bild. In einem Bereich, der offenbar als sehr gut bewertet wurde, rangierte der Teilnehmer in den 80. Perzentilen für Falten – gleichzeitig lag die berechnete „face age“ jedoch über dem tatsächlichen Alter. Diese Diskrepanz ist typisch für Systeme, die visuelle Surrogate wie Faltenintensität oder Texturmerkmale in eine einzelne Kennzahl übersetzen. Genau dort wird auch verständlich, warum der Abend so viel Wert auf Kontext legte: Ein Scanwert ist nicht „die“ Wahrheit über Gesundheit, sondern ein Datenpunkt. An den Bioage-Stationen ging es deshalb im nächsten Schritt stärker funktional weiter: Grip Strength, Push-ups und ein Einbein-Stand dienten als Messung von Kraft, Ausdauer und Gleichgewicht – also Größen, die man mit Trainingszustand, neuromuskulärer Koordination und Alltagstauglichkeit verbindet.
Gleichzeitig zeigte der Raum selbst eine klare Arbeitsteilung. Neben Johnson, der spielerisch zu zusätzlichen Liegestützen ermutigte, liefen an großen Bildschirmen Ingenieursarbeiten im Hintergrund – als Erinnerung daran, dass hier nicht nur Sport betrieben wurde, sondern auch Daten verarbeitet und Entscheidungen vorbereitet werden. Johnson wirkte dabei nicht wie ein isolierter „Influencer“, sondern wie ein Gastgeber, der die eigenen Routinen in einen nachvollziehbaren Tagesablauf gießt. Auch die Ernährung blieb strukturiert: Vor der Unterhaltung gab es ein vom persönlichen Chef Tara Amanya „guided“ dinner mit Box-Mahlzeiten; wer wollte, entschied sich für Menükomponenten wie Lachs mit Gemüse. Der nachgelagerte Eindruck war ambivalent: schmecken konnte es, aber es blieb zumindest beim Autor ein Resthunger – ein Hinweis darauf, dass Optimierung häufig Kompromisse bei Sättigung und Makronährstoffverteilung mit sich bringt.
Interessant war weniger, dass Menschen schneller leben wollen, sondern wie oft sie nach einem „Shortcut“ fragten. Über den ganzen Abend hinweg tauchte die gleiche Leitfrage auf: Was ist die eine Sache, die die Lebensdauer am stärksten erhöht? Genau hier prallten zwei Erwartungshaltungen aufeinander. Auf der einen Seite steht die Versuchung, Gesundheit wie ein ausnutzbares Optimierungsproblem zu behandeln – etwa nach dem Muster „wenn Algorithmus X, dann Ergebnis Y“. Auf der anderen Seite steht die Erinnerung an Lebensläufe ohne Peptide, ohne Biohacking-Glossar und ohne Messwerte als Selbstzweck. Der Kontrast zu den Großeltern, die ohne die moderne Toolkit-Sprache bis in die Neunziger lebten, brachte die Diskussion wieder auf den Punkt: Ernährung und Lebensstil lassen sich nicht auf einen einzigen Parameter reduzieren.
Zum Abschluss lenkte Johnson die Debatte spürbar weg vom vermeintlich machbaren Risiko. In der Unterhaltung mit Guo griff er eine Formulierung auf, die den Tod als bekannten Fixpunkt beschreibt – mit dem Unterschied, dass sich nur der Zeitpunkt und die Form der Wege trennen. Damit setzte er eine Art mentale Kontrolltechnik dagegen: nicht die Illusion totaler Steuerbarkeit, sondern der Versuch, die eigene Haltung zu Ironie und Erwartungsdruck zu kontrollieren. Für viele Gäste dürfte gerade das überraschend gewesen sein, weil der Abend zuvor wie ein Workshop zur Datengewinnung wirkte. Am Ende blieb trotzdem die sehr praktische Konsequenz des Abends: Zurück im Hotel bestellte der Autor einen Schokoladen-Keks – ein kleines, menschliches Gegenstück zu jeder Messkette. Die Botschaft dahinter wirkt weniger wie Selbstverleugnung, sondern wie der Versuch, gute Routinen realistisch in den Alltag zu integrieren.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Longevity-Event in San Francisco: KI, Bioage-Tests und der Wunsch nach dem einen Hebel" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Longevity-Event in San Francisco: KI, Bioage-Tests und der Wunsch nach dem einen Hebel" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Longevity-Event in San Francisco: KI, Bioage-Tests und der Wunsch nach dem einen Hebel« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!