LONDON / LONDON (IT BOLTWISE) – Red Sift erweitert die OnDMARC-Lösung um eine Integration in Microsoft Sentinel und bringt damit DMARC-Forensikdaten in ein zentrales SIEM. Die Streaming-Anbindung liefert SPF- und DKIM-Ergebnisse in Echtzeit ohne manuelle Exporte oder Polling. Security-Teams sollen verdächtige Absender, Domains und Login-Anomalien im selben System priorisieren können, in dem sie bereits suchen. Der Rollout richtet sich an bestehende OnDMARC-Kunden und ist über den Microsoft Marketplace erhältlich.

Die Hürde im Security-Alltag ist selten das Erkennen einzelner Muster, sondern das Zusammenführen von Indizien. Genau an dieser Stelle setzt Red Sift mit einer neuen OnDMARC-Integration für Microsoft Sentinel an: OnDMARC liefert Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance (DMARC)-Forensikdaten und E-Mail-Authentifizierungsereignisse direkt in die Microsoft-SIEM-Umgebung, statt sie in ein zweites Tool zu exportieren. Für Teams, die ihre Workflows rund um den SOC und Microsoft Sentinel aufgebaut haben, bedeutet das vor allem weniger Kontextwechsel und schnellere Korrelation zwischen E-Mail-Signalen und anderen Telemetriedaten.
Der Hintergrund ist deutlich: Phishing war laut Verizon 2026 Data Breach Investigations Report der initiale Zugriff in 16% der Fälle. Bei AI-unterstützten Intrusionen stieg dieser Anteil auf 44%. Solche Zahlen machen verständlich, warum E-Mail-Authentifizierung als Frühindikator zählt: SPF und DKIM sind technisch zwar etabliert, aber ihre Aussagekraft entfaltet sich erst im Zusammenspiel mit DMARC-Policy-Logik und der tatsächlichen Zustellungspraxis. Der entscheidende Punkt bei OnDMARC ist, dass Authentifizierungsereignisse nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Forensikdaten für die Untersuchung nutzbar sind.
Technisch betrachtet streamt die Integration die OnDMARC-Forensikdaten inklusive SPF- und DKIM-Ergebnissen in das Microsoft-Sentinel-Workspace. Red Sift verspricht dabei Echtzeit-Delivery ohne manuelle Exporte oder zeitgesteuertes Abfragen (Polling). Damit lassen sich im Sentinel verdächtige Absender, Domains und Login-Anomalien adressieren, die auf Phishing-Kampagnen oder Business Email Compromise (BEC) hindeuten können. Für viele Organisationen ist das auch deshalb relevant, weil die E-Mail-Signale häufig in einem anderen Funktionsbereich entstehen als die restliche SOC-Analyse: Telemetrie aus Identität, Endpunkten oder Netzwerken landet typischerweise im SIEM, während Authentifizierungsdaten zuvor über separate Systeme verfügbar waren.
Red Sift ordnet die Erweiterung zudem in die Microsoft-Welt der Sicherheits-Ökosysteme ein: Die Lösung wird als Teil der Mitgliedschaft in der Microsoft Intelligent Security Association (MISA) positioniert. Unter MISA zielt OnDMARC auf einen umfassenden Schutz vor Phishing für Office-365-Kunden ab. Mit der neuen Anbindung an Microsoft Sentinel wird dieses Modell stärker in Richtung „Detektion und Untersuchung im SOC“ gezogen: Statt nur präventiv über DMARC- und Policy-Mechanismen zu wirken, sollen Analysten die Daten direkt mit ihren laufenden Fällen, Suchabfragen und Korrelationen verknüpfen können. In der Praxis ist das auch ein Betriebsmodell-Thema, denn die Integration reduziert typischerweise Reibung im Tagesgeschäft, etwa wenn Analysten unterschiedliche Bildschirme oder Datenhorte synchronisieren müssen.
Für die Marktperspektive ist die Vertriebs- und Aktivierungslogik besonders interessant. Red Sift stellt die Integration als verfügbare Option im Microsoft Marketplace bereit, der als zentraler Marktplatz für Cloud-Lösungen, KI-Apps und Agenten beschrieben wird. Für bestehende OnDMARC-Kunden heißt das: Die Anbindung soll ohne einen zusätzlichen Projektaufwand starten können, und der Kauf kann über Microsoft Marketplace erfolgen, einschließlich Anwendung auf die Microsoft Azure Consumption Commitment (MACC). Damit wird die Beschaffung für Käufergruppen, die Azure-Budgets und Rahmenverträge nutzen, spürbar vereinfacht; zugleich reduziert es die Wahrscheinlichkeit, dass Security-Teams sich im Evaluationsprozess in Insellösungen verfangen.
Aus Branchensicht ist die Kombination aus OnDMARC und SIEM nicht neu gedacht, aber die Ausgestaltung entscheidet über den Nutzen. Viele Unternehmen verfügen bereits über SIEM-Funktionen, während E-Mail-Authentifizierung als Datenquelle entweder nur eingeschränkt ins SIEM integriert oder zeitversetzt übertragen wird. Red Sifts Ansatz zielt dagegen auf die unmittelbare Verfügbarkeit von SPF- und DKIM-Ergebnissen in Sentinel, damit verdächtige Muster eher als zusammenhängende Kette sichtbar werden: Authentifizierungsfehler, beobachtete Zustell- oder Login-Abweichungen und die daraus entstehende Priorisierung innerhalb desselben Systems. Rahul Powar, Co-founder und CEO von Red Sift, fasst das als Vorteil für Analysten zusammen, die OnDMARC-Daten und Audit-Logs ohne Bildschirmwechsel mit bereits laufenden Untersuchungen korrelieren sollen. Cyril Belikoff, Vice President, Microsoft Azure Product Marketing, betont derweil die Einbettung in das wachsende Marketplace-Ökosystem.
Für die nächsten Monate dürfte vor allem die Frage zählen, wie schnell solche Integrationen in Standard-Workflows „einrasten“. Wenn DMARC-Daten in Echtzeit im Sentinel landen, verschiebt sich der Fokus vom „Beobachten und manuell nachziehen“ hin zur konsistenten, wiederholbaren Detektionslogik. Das ist besonders relevant, weil Phishing und BEC häufig nicht als Einzelereignis auftreten, sondern als Kampagnenmuster, die über mehrere Spuren hinweg bewertet werden müssen. Entscheider sollten deshalb bei der Einführung nicht nur auf die technische Anbindung schauen, sondern auch darauf, wie OnDMARC-Ereignisse in bestehenden Anwendungsfällen abgebildet werden und ob die SOC-Teams damit ihre Priorisierungspfade verkürzen können.
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