EBNIT / LONDON (IT BOLTWISE) – In Ebnit (Vorarlberg) ist das Holzhaus „Haus Immi“ entstanden, das konsequent auf Ressourcenschonung setzt. In rund 1.000 Metern Höhe verbindet das Gebäude ein minimalistisches Raumkonzept mit einer In-Dach-Solarlösung aus PREFA Solardachplatten und der Dachplatte R.16. Zusätzlich sorgt eine Erdwärmepumpe mit drei Erdwärmekörben für Warmwasser und Heizung ohne fossile Brennstoffe. Das Dachsystem ist dabei auf winterliche Schneelasten ausgelegt und soll weitgehend wartungsarm integrierbar sein.

Im Zeichen von „weniger oft, so viel mehr“ entstand im Vorarlberger Bergdorf Ebnit das Haus Immi: ein kompaktes, bewusst reduziertes Holzhaus, das nach Angaben der Beteiligten auf ganzheitliche Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Die junge Familie wollte dabei nicht nur einzelne Energiebausteine nachrüsten, sondern ihren Lebensentwurf so umsetzen, dass Ressourcenverbrauch, fossile Abhängigkeit sowie Energie- und Materialbedarf bereits im Design konsequent mitgedacht werden. Architektur und Ausführung legen deshalb weniger Wert auf sichtbaren Luxus wie etwa eine große Fahrzeuggarage oder aufwendige Auskragungen, sondern auf ein durchdachtes Zusammenspiel aus Materialwahl, Bauvolumen und lokalen Handwerksprozessen.
Technisch beginnt die Umsetzung bei der Einbindung in den Hang und bei der Bauweise: Das Haus steht in etwa 1.000 Metern Höhe, und der Grundriss wurde für drei Ebenen funktional optimiert. Die Obergeschoße realisierten die Planer in Holzmassivbauweise, während das Erdgeschoß am Hang in Beton ausgeführt wurde. Dort bündeln sich Eingang, Garage und Heiztechnik. Im ersten Geschoß liegen Stube mit Kamin, eine offene Küche sowie große Fenster, die in alle Richtungen ausgerichtet sind; ergänzt wird das Raumprogramm durch ein kleines Arbeitszimmer und eine Loggia, die zugleich als thermischer Puffer fungiert.
Unter dem spitz aufragenden Dach wechseln die Zonen: Schlafzimmer, Kinderzimmer und Bad finden sich dort, wo die Geometrie die Nutzung natürlich begrenzt. Genau diese klare Zonierung ist auch aus Nachhaltigkeitssicht relevant, weil sie den Heiz- und Lüftungsbedarf indirekt beeinflusst. Wer weniger „Luft“ in Randbereichen schafft, kann Speicher- und Puffereffekte effizienter nutzen. Auch das Dach trägt deshalb nicht nur die Wetterhülle, sondern übernimmt als technisches Bauteil Verantwortung im Energiekonzept. Den krönenden Abschluss bildet nach dem dargestellten Ansatz ein Solardach, das das Gebäude das ganze Jahr über mit erneuerbarer Energie versorgen soll.
Im Fokus steht dabei eine integrierte Lösung aus PREFA Solardachplatten und der Dachplatte R.16, die zu einer optischen Einheit verschmelzen. Die Solardachplatten sind direkt in das PREFA Dachsystem integriert und sollen damit „fast unsichtbar“ in die Dachfläche eingebunden sein. Für den Betrieb ist entscheidend, dass die Solardachplatten ganzjährig Strom erzeugen; parallel bleibt die Robustheit ein zentrales Argument. Laut Projektangaben halten sowohl Solardachplatte als auch Dachplatte selbst strengen Vorarlberger Wintern stand und sind für eine Schneelast von 1.000 Kilogramm pro Quadratmeter ausgelegt.
Ergänzend zur Stromerzeugung übernimmt eine Erdwärmepumpe die thermische Seite: Das Haus wird unabhängig von fossilen Brennstoffen mit Heizenergie und Warmwasser versorgt. Als Energiequelle dienen drei kompakte Erdwärmekörbe, die direkt in den Hang integriert wurden. Diese Kombination aus solarer Stromproduktion und geothermischer Wärmeerzeugung adressiert zwei typische Schwachstellen klassischer Gebäudeenergiekonzepte: Zum einen reduziert sie die Abhängigkeit von externen Energieträgern, zum anderen verteilt sie die Jahreslasten auf mehrere Quellen. Gerade in alpinen Lagen, in denen Wintermonate lang und Energiemengen hoch sind, zählt die Systemwirkung – nicht nur die einzelne Komponente.
Auch die Baupraxis wurde nach den Projektbeschreibungen auf „wesentliche“ Handgriffe ausgerichtet. Dazu gehört unter anderem der reduzierte Einsatz von Maschinen und Werkzeugen bei der Montage, konkret indem der Dachbau mit dem Spenglerhandwerk stark in einem Arbeitsfluss zusammengeführt wurde. Jakob Berchtold von der Vorarlberger Firma Bejos beschreibt, dass das Spenglerhandwerk in Ebnit auf das Wesentliche konzentriert wurde. Ein Vorteil der In-Dach-Solaranlage lag laut Schilderung zudem in der geringeren Zahl an Schnittstellen, weil keine zusätzliche Montage einer separaten Solaranlage erforderlich war – weniger Übergaben bedeuten im Handwerk häufig auch weniger potenzielle Fehlerstellen und schnellere Taktzeiten.
Für die Einordnung in den Markt ist bemerkenswert, dass sich hier ein Trend klar zeigt: Energiesysteme wandern von „Nachrüstung auf dem Dach“ hin zu integrierten Gebäudehüllen. Das ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch eine Frage von Montageaufwand, Wartungszugängen und der Abstimmung zwischen Dachabdichtung, Unterkonstruktion und Energiesensorik. Gleichzeitig bleibt das Projekt mit seinen harten Randbedingungen – Schneelast, Hanglage und wintertauglicher Systemaufbau – ein Beispiel dafür, wie nachhaltige Baukonzepte in der Praxis scheitern können, wenn Komponenten nicht aufeinander abgestimmt sind. Im Haus Immi sollen genau diese Übergänge deshalb von Beginn an als System gedacht worden sein.
Wer solche Ansätze in Unternehmen oder Kommunen bewertet, sollte die Lehre aus der Darstellung nicht nur auf die Einzelmarke reduzieren. Entscheidend ist, dass das Dach als Energieelement, der Untergrund als Wärmespeicherpotenzial und der Innenraum als thermisch wirksames Layout in einem durchgängigen Entwurf zusammenlaufen. Gerade für Bauherren, die bei Sanierung oder Neubau in abgelegenen Regionen planen, liefert das Beispiel einen praxisnahen Maßstab dafür, wie viel „Nachhaltigkeit“ im Alltag tatsächlich durch Konstruktion entsteht: durch klare Grundrisse, integrierte Energieerzeugung und ein System, das mechanischen Belastungen ohne Kompromiss begegnen will.
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