BERLIN – Nach zwei Angriffen auf die Stromversorgung in Deutschland warnen Krisenvorsorgeexperten vor einer neuen Angriffsdimension. In Brandenburg wurden leitfähige Materialien in Hochspannungsleitungen nahe des Umspannwerks Turnow-Preilack eingebracht, um Kurzschlüsse auszulösen. In Bergheim bei Köln führte ein gezielt herbeigeführter Kurzschluss dazu, dass mehrere Braunkohle-Kraftwerksblöcke vom Netz gingen. Der Experte fordert, die persönliche Resilienz so auszurichten, dass auch längere Versorgungsausfälle überbrückbar sind.

Die Warnung aus der Krisenvorsorge kommt nicht aus dem luftleeren Raum. Nach zwei Angriffen auf die Stromversorgung in Deutschland sieht Herbert Saurugg, Präsident der Gesellschaft für Krisenvorsorge, eine neue Qualität bei den Attacken: „Fakt ist aber, dass hier eine gefährliche Eskalationsspirale am Laufen ist und wir hier gerade Aktionen auf einer Ebene sehen, die es bisher nicht gab und die wirklich besorgniserregend ist.“ Gerade weil die Sicherheitsmaßnahmen der Übertragungsnetzbetreiber zuvor wirksam gewesen seien, sei die aktuelle Entwicklung besonders besorgniserregend.
Technisch betrachtet geht es bei solchen Szenarien weniger um einzelne Ausfälle als um die Frage, ob Störungen in der Hoch- und Höchstspannung schlagartig größere Kettenreaktionen auslösen. Laut Bericht wurde in Brandenburg zu Wochenbeginn an Hochspannungsleitungen am Umspannwerk Turnow-Preilack leitfähiges Material eingebracht, das Kurzschlüsse herbeiführen sollte; die Angreifer nutzten dazu selbstgebaute Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten. Ein gezielter Kurzschluss ist deshalb so kritisch, weil er Schutz- und Schaltvorgänge auslösen kann, die ihrerseits weitere Anlagenteile beeinflussen und damit das Risiko kaskadierender Effekte erhöhen.
Dass diese Gefahr real bis in die Einspeisung und den Betrieb einzelner Kraftwerksblöcke hineinreichen kann, zeigt der zweite Vorfall: In Bergheim bei Köln verursachte ein vorsätzlich herbeigeführter Kurzschluss eine Störung am Umspannwerk, wodurch fünf Braunkohle-Kraftwerksblöcke vom Netz gingen. Genau hier setzt Saurugg an, wenn er sagt: „Auf dieser Ebene kann es im Gegensatz zum letzten Anschlag in Berlin wirklich zu weitreichenden kaskadierenden Ausfällen kommen, auf die wir als Gesellschaft kaum vorbereitet sind.“ Neben dem direkten Schaden zählt damit auch die Betriebslogik der Energieversorgung: Wenn Kraftwerksblöcke aus dem Verbund herausfallen, müssen Ausgleichsleistungen kurzfristig anders verteilt werden, und jeder zusätzliche Engpass erhöht den Stress im Netz.
In seiner Einschätzung wird zugleich ein Informations- und Steuerungsaspekt sichtbar, der bei reinen Technikdebatten oft zu kurz kommt: Bedrohungen würden „noch nicht ernst genug genommen“. Dabei betont Saurugg, dass auch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen keine „hundertprozentige Sicherheit“ herstellen würden. Das ist eine nüchterne, für Betreiber und Kommunen gleichermaßen relevante Feststellung, denn die Resilienz einer kritischen Infrastruktur entsteht nicht allein durch Perimeterschutz, sondern durch Wiederanlaufpläne, klare Zuständigkeiten und robuste Kommunikationswege, die auch dann funktionieren, wenn Teile der Infrastruktur gestört sind.
Für Unternehmen und öffentliche Verwaltungen verschiebt sich damit der Fokus von der reinen Prävention hin zu Notfallbetrieb und Priorisierung. Saurugg fordert ausdrücklich individuelle Vorsorge: Menschen sollten „sich so aufstellen, dass man einfach mit 14 Tagen Versorgungsausfall umgehen kann“. Der Grund ist plausibel: Bei einem großflächigen Stromausfall würden Infrastrukturen zusammenbrechen und Versorgungsleistungen wie die Wasserversorgung wegbrechen. Schon auf Ebene der kommunalen Grundversorgung ist Strom häufig ein Knotenpunkt, etwa für Pumpen, Aufbereitung und Steuerung; fällt die Energieversorgung aus, folgen Probleme zeitversetzt, aber systematisch.
Besonders deutlich wird die Kaskade im Bereich Kommunikation und Zahlungsfähigkeit. Der Experte warnt: „Bei einem Blackout würde die gesamte Telekommunikation zusammenbrechen. Das heißt, es gibt keine Kommunikationsmöglichkeiten mehr. Damit gibt es auch keine Zahlungssysteme mehr.“ In der Praxis bedeutet das: Wenn Netzverbindungen und Rechenressourcen nicht verfügbar sind oder nur eingeschränkt hochfahren, funktionieren nicht nur Callcenter und Messenger, sondern auch Kartenprozesse, Backoffice-Abstimmungen und viele Bestandssysteme, die in Echtzeit mit dem Zahlungsverkehr gekoppelt sind. Saurugg führt das bis in den Alltag: „Man kann dann nicht mehr einkaufen. Ich kann nicht mehr tanken, der öffentliche Verkehr – vor allem stromgebunden – kommt zum Erliegen.“
Für die Branche und die Vorbereitung bedeutet das, dass technische Schutzkonzepte und organisatorische Resilienz zusammenspielen müssen. Neben dem Ausbau von Detektion und Schutzmaßnahmen in Netzbereichen rückt die Frage nach funktionierenden Ausweichprozessen in den Vordergrund: Wie schnell lassen sich Anlagen manuell bedienen, wie werden Prioritäten für kritische Verbraucher gesetzt, und wie kann Kommunikation zwischen Leitstellen, Kommunen und Dienstleistern auch bei Stromknappheit oder Ausfällen aufrechterhalten werden? Ergänzend dazu kann KI künftig in der Früherkennung und im Lagebild helfen, etwa bei der Auswertung unvollständiger Messdaten und der Priorisierung von Eingriffen – entscheidend bleibt aber, dass solche Systeme in Notfallketten nicht „nice to have“, sondern getestet und abgesichert sein müssen.
Am Ende ist die Botschaft für Entscheider klar: Die Sicherheitslage im Umfeld kritischer Energieinfrastruktur muss fortlaufend bewertet werden, und Resilienzplanung darf nicht bei der technischen Ebene stehen bleiben. Kommunen und Unternehmen sollten ihre Abhängigkeiten sauber erfassen, Wiederanlaufzeiten realistisch planen und den Bedarf an Vorräten sowie an Kommunikations- und Betriebsalternativen entlang der tatsächlichen Ausfallkaskade ausrichten. Der Bericht macht deutlich, dass die nächsten Stunden und Tage im Krisenfall nicht nur von Schutztechnik, sondern von Vorbereitung, Koordination und Durchhaltefähigkeit abhängen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Angriffe auf das Stromnetz: Neue Eskalationsstufe und Notfallvorsorge" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Angriffe auf das Stromnetz: Neue Eskalationsstufe und Notfallvorsorge" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Angriffe auf das Stromnetz: Neue Eskalationsstufe und Notfallvorsorge« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!