USA / LONDON (IT BOLTWISE) – Siemens treibt die Entkonsolidierung von Siemens Healthineers voran und will im Februar 2027 über eine Direktabspaltung abstimmen lassen. Parallel erhöht der Konzern seine Produktionskapazitäten für elektrische Infrastruktur, die Rechenzentren für KI zuverlässig mit Strom versorgt. Im Fokus stehen unter anderem Schaltanlagen, Automatisierung und Steuerungstechnik. Damit verschiebt Siemens sein Portfolio stärker in Richtung Infrastruktur, Digitalisierung und industrielle Software-Services.

Siemens arbeitet zwei Baustellen parallel: Der Konzern bereitet die weitgehende Verselbstständigung von Siemens Healthineers vor und investiert gleichzeitig kräftig in Wachstumsfelder rund um Digitalisierung, Elektrifizierung und KI-gestützte industrielle Systeme. Auffällig ist dabei der Schwerpunkt im Rechenzentrumsumfeld. Anders als bei vielen Schlagzeilen zur KI geht es bei Siemens nicht um die Herstellung von GPUs oder Servern, sondern um den Teil der Infrastruktur, der im Betrieb entscheidend wird: Stromverteilung, Schaltanlagen, Automatisierung, Steuerungstechnik sowie digitale Systeme für Bau und Betrieb großer Rechenzentren. Genau diese Schnittstelle zwischen Energie, Kontrolle und Software dürfte für Siemens auch in den kommenden Quartalen zur strategischen Leitplanke werden.
Der Healthineers-Plan ist laut den vorliegenden Angaben noch keine abgeschlossene Transaktion. Als nächster entscheidender Schritt steht die ordentliche Hauptversammlung von Siemens im Februar 2027 an, auf der die Aktionäre über die vorgesehene Direktabspaltung abstimmen sollen. Nach aktuellem Plan sollen rund 30 Prozent der Healthineers-Aktien direkt auf die Anteilseigner von Siemens übertragen werden. Das würde die Beteiligungsstruktur spürbar verändern: Siemens hielt bei der Bekanntgabe der Pläne im November 2025 noch rund 67 Prozent an Siemens Healthineers, während die verbleibende Beteiligung mittelfristig den Charakter einer Finanzbeteiligung erhalten soll. Damit will der Konzern Healthineers deutlich unabhängiger vom Mutterunternehmen aufstellen.
Entscheidend ist dabei auch der juristische und operative Vorlauf. Siemens hatte die Entkonsolidierung von Healthineers im November 2025 angekündigt und anschließend rechtliche, vertragliche und steuerliche Voraussetzungen weiter vorbereitet. Im April 2026 wurde der Februar 2027 als nächster wichtiger Termin konkretisiert, und im August hieß es bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Geschäftsquartal, dass relevante steuerliche Fragen inzwischen verbindlich mit den Finanzbehörden geklärt worden seien. Gleichwohl bleibt die Trennung an gesellschaftsrechtliche Schritte und Beschlüsse gebunden; die genaue spätere Beteiligung des Konzerns hängt zudem an der Umsetzung der angekündigten Struktur. Für Unternehmen mit Siemens-Bezug ist das vor allem deswegen relevant, weil sich Wertflüsse, Verantwortlichkeiten und potenzielle Lieferkettenlogiken im Konzernumfeld nach der Abspaltung neu sortieren können.
Während Healthineers künftig weniger klar in das gemeinsame Technologieprofil eingebunden sein soll, wächst das Rechenzentrumsgeschäft für Siemens erkennbar über die reine Angebotsbeschreibung hinaus. Der Ausbau leistungsfähiger Rechenzentren verändert die Anforderungen: Rechenleistung bringt hohen Strombedarf und damit Wärme- sowie Kühllasten mit sich. Daraus folgen steigende Anforderungen an Energieversorgung, Verteilung, Kühlung, Überwachung und Steuerung. Siemens ordnet diese Nachfrage in sein Smart-Infrastructure-Portfolio ein und meldete für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026 ein dreistelliges Auftragswachstum im Rechenzentrumsgeschäft der Sparte. Parallel wuchs das Digitalgeschäft des Konzerns im selben Zeitraum um 18 Prozent, was darauf hindeutet, dass sich Hardware-nahe Regelungstechnik und digitale Services gegenseitig verstärken.
Die Größenordnung der Nachfrage lässt sich auch an Quartalswerten festmachen: Im dritten Geschäftsquartal stieg der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 14 Prozent. Nominal erreichte er mit 27,9 Milliarden Euro einen Rekordwert. Das Ergebnis des industriellen Geschäfts erhöhte sich um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Diese Zahlen allein beweisen natürlich nicht, wie dauerhaft der weltweite KI-Investitionszyklus bleibt; sie zeigen aber, dass der Ausbau von Rechenzentren inzwischen messbar in der Umsatz- und Ertragsrealität von Siemens ankommt. Für die Praxis bedeutet das: Wer bei KI-Workloads plant, braucht nicht nur Rechenleistung, sondern belastbare Strom- und Steuerungsinfrastruktur, und genau dort positioniert Siemens seine Rolle.
Auch die Investitionsseite untermauert den Fokus. Besonders stark wird aktuell in den Vereinigten Staaten ausgebaut: Siemens kündigte Anfang August an, mehr als 200 Millionen US-Dollar in zwei neue Produktionsstätten in Pendergrass (Georgia) und Grand Prairie (Texas) zu investieren. Dort sollen elektrische Infrastruktursysteme für Rechenzentren und weitere Anwendungen mit hohem Energiebedarf gefertigt werden. Laut Siemens sollen durch die Projekte mehr als 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Ergänzend gibt es bereits frühere Ausweitungen in den USA: Im März nannte der Konzern mehr als 165 Millionen US-Dollar für neue und ausgebaute Werke in North und South Carolina, unter anderem für Mittelspannungs-, Niederspannungs- und Stromverteilungssysteme. Dazu kommen weitere Investitionen etwa in Fort Worth (Texas) und Pomona (Kalifornien). Im Zusammenspiel entsteht damit ein Industriebild: Siemens will Kapazität nicht nur für einzelne Komponenten, sondern entlang der Energie- und Automatisierungskette für Rechenzentren aufbauen.
Strategisch hängt die Healthineers-Abspaltung eng mit dem Wunsch zusammen, das Portfolio stärker auf zusammenhängende Technologiegeschäfte auszurichten. Siemens hatte bereits frühere Umbauten wie die Abspaltung von Siemens Energy genutzt und parallel sein Softwaregeschäft gestärkt. Mit dem Programm ONE Tech Company soll diese Integration weiter vorangetrieben werden; im Mittelpunkt stehen Geschäftsfelder, in denen physische Anlagen und Software- sowie digitale Dienste verzahnt sind. Im Rechenzentrumsfall reicht das Angebot von elektrischer Verteilung und Gebäudeautomation über Simulationslösungen und digitale Zwillinge bis hin zu Software für die Planung elektronischer Systeme. Healthineers passt weniger eindeutig in dieses Muster, weil es vor allem in der medizinischen Bildgebung, Diagnostik und Krebstherapie operiert. Für Siemens würde eine geringere Beteiligung die Konzernstruktur damit vereinfachen und den Fokus stärker auf Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Software lenken.
Für die Bewertung der nächsten Schritte bleibt jedoch ein Spannungsfeld bestehen, das sich aus dem KI-Boom ergibt. Siemens profitiert von einem Investitionsschub in Rechenzentren, muss zugleich aber mit der Dynamik eines Investitionszyklus rechnen, deren langfristige Geschwindigkeit nicht sicher vorhergesagt werden kann. In den USA wird zudem öffentlich diskutiert, welche angekündigten Rechenzentrumsprojekte tatsächlich umgesetzt werden und wie stark Stromnetze sowie Energiepreise durch Großverbraucher belastet werden. Siemens versucht, dieses Risiko durch eine breite Aufstellung zu dämpfen: Elektrifizierung und Automatisierungstechnik sollen nicht nur für KI-Rechenzentren, sondern auch für Fabriken, Gebäude, Energieversorger und andere Infrastrukturprojekte relevant sein. Für den Konzernumbau ist daher weniger entscheidend, ob jedes einzelne Rechenzentrum kurzfristig gebaut wird, sondern dass Siemens Kapital und Produktionskapazitäten zunehmend in Märkte lenkt, in denen Digitalisierung und Elektrifizierung zusammenkommen. Mit der geplanten Verselbstständigung von Healthineers würde dieser Wandel auch in der Konzernstruktur deutlich sichtbarer.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Siemens trennt Healthineers und baut KI-Rechenzentrums-Infra in den USA massiv aus" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Siemens trennt Healthineers und baut KI-Rechenzentrums-Infra in den USA massiv aus" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Siemens trennt Healthineers und baut KI-Rechenzentrums-Infra in den USA massiv aus« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!