LONDON (IT BOLTWISE) – Cosori bringt mit der Iconic Dual einen Dual-Zone-Airfryer auf den Markt, der zwei getrennte Garkammern im selben Gerät vereint. Damit lassen sich zwei Gerichte parallel mit unterschiedlichen Temperaturen oder Garzeiten zubereiten, ohne dass man Kompromisse beim Timing eingehen muss. Auffällig ist dabei die Keramikbeschichtung, die auf PFAS- und PTFE-Freiheit setzt, kombiniert mit einer App-Steuerung über VeSync. Zum Start wird der Premium-Airfryer für 369 Euro angeboten.

Cosori zielt mit der neuen Iconic Dual auf genau die Küchenmomente, in denen eine einzige Airfryer-Kammer einfach zu eng wird: Wenn Kinder Pommes brauchen, während Erwachsene gleichzeitig etwas anderes auf den Tisch bringen wollen. Statt nur “mehr Volumen” zu versprechen, löst der Hersteller das Problem über zwei getrennte Garzonen, die parallel arbeiten. Technisch bedeutet das in der Praxis: Speisen müssen nicht zwangsläufig denselben Garzeitpunkt oder dieselbe Temperatur teilen, weil jede Zone unabhängig geregelt werden kann. Für Familien ist das vor allem dann relevant, wenn Hauptgericht und Beilage nicht nur unterschiedliche Zutaten sind, sondern auch unterschiedliche thermische Profile mitbringen.
Das Gerät folgt dabei dem Designkonzept der Iconic-Reihe und kombiniert eine silberne Edelstahl-Optik mit einem großen Touchpanel aus gehärtetem Glas. Nach Herstellerangaben besteht das Gehäuse zu 96 Prozent aus Metall, was die Iconic Dual deutlich “hochwertiger” wirken lässt als viele preisorientierte Modelle, die stark auf Kunststoff setzen. Allerdings macht genau diese Materialwahl die Dual-Version auch zu einem größeren Brocken: Mit 10,5 Kilogramm ist sie nicht das Gerät, das man nach jeder Nutzung gern für den nächsten Abend wieder aus dem Sichtfeld schiebt. Wer den Airfryer dauerhaft in der Küche stehen lässt, bekommt dafür ein Setup, das optisch eher in Richtung Küchen-Appliance statt “kleines Küchengerät auf Zuruf” geht.
Bei den Kochfunktionen setzt Cosori auf sechs Programme sowie fünf einstellbare Lüftergeschwindigkeiten. Die Temperaturregelung reicht laut Angaben bis 230 Grad, ergänzt um eine Bedienlogik über die VeSync-App, die personalisierte Einstellungen und eine Rezeptsammlung bereithält. Für die Alltagstauglichkeit zählt dabei nicht nur, dass Automatikprogramme vorhanden sind, sondern auch, wie flexibel sich die Luftleistung anpassen lässt: Gerade bei unterschiedlichen Texturen (zartes Gebäck versus knusprige Panade) kann die Lüfterstufe im Ergebnis spürbar wirken. Ergänzt wird das Ganze durch ein Keramik-Überzugskonzept, das auf eine PTFE-freie Keramikbeschichtung setzt und zudem als PFAS-frei beworben wird. Kosori nennt außerdem einen Härtetest mit 30.000 Reibungszyklen für die Keramikschicht – ein Hinweis darauf, dass man die Beschichtung nicht nur als Marketingbegriff, sondern als langlebige Oberflächenkomponente positionieren will.
Die Kapazität ist bei der Iconic Dual konsequent als “Dual-Zonen-Argument” gedacht: Jede Garkammer fasst 4,3 Liter, zusammen also 8,6 Liter. Gleichzeitig entsteht daraus nicht automatisch ein 8,6-Liter-Äquivalent zu einem großen Single-Korb, denn die Trennung erlaubt es, Gerichte getrennt zu organisieren. Wer zwei Beilagen oder zwei verschiedene Komponenten gleichzeitig zubereitet, bekommt damit einen echten Workflow-Vorteil gegenüber klassischen Heißluftfritteusen mit nur einem Garraum. Cosori macht zudem deutlich, dass die Dual-Version auch dann stärker ist, wenn Temperatur oder Garzeit nicht zusammenpassen – etwa wenn eine Seite etwas länger knuspern soll, während die andere eher “durch” sein muss. Genau hier liegt der Unterschied zum typischen Upgrade von “ein bisschen mehr Fassungsvermögen”: Es geht um Steuerbarkeit und Planbarkeit im Tagesablauf.
Vergleichsdaten liefern zusätzlich die Infos zum kleineren Modell, der Cosori Iconic Single. In einem bereits getesteten Single-Gerät wurde die Leistung für verschiedene Ergebnisse als sehr gut beschrieben; besonders bei Pommes habe es die Bestnote 1,0 gegeben, während auch Croissants und Laugenstangen gut abschnitten. Ebenfalls positiv genannt wurden die PFAS-freie Keramikbeschichtung, die WLAN-Anbindung, der Temperaturbereich von 30 bis 230 Grad sowie die Bedienung über das Touch-Display. Gleichzeitig wurden aber Punkte angesprochen, die sich nicht 1:1 auf das Dual-Modell übertragen lassen: Ein erhöhter Geräuschpegel und empfindlichere Edelstahloberflächen, auf denen Fingerabdrücke sichtbar werden. Dass die Dual-Version ein eigenes Aufbau- und Modellkonzept hat, unterstreicht der Hersteller indirekt über die andere Modellnummer; ob die Dual-Fähigkeiten in gleichbleibender Gleichmäßigkeit und Effizienz ankommen, lässt sich erst mit einem separaten Praxis-Testbetrieb beurteilen.
Preislich ordnet sich die Iconic Dual dabei klar im Premiumsegment ein. Der Dual-Zonen-Airfryer kostet zum Start 369 Euro, während die Iconic Single (mit sechs Kompaktfunktionen und einem größeren Einzelkorb) im Bereich von rund 239 Euro liegt. Damit kommt die zusätzliche Flexibilität der zweiten Kammer auf einen spürbaren Aufpreis von 130 Euro. Entscheidend ist die Zielgruppe: Wer überwiegend große Portionen desselben Gerichts gart, fährt mit der günstigeren Single-Version möglicherweise wirtschaftlicher. Wer aber regelmäßig zwischen “Kinder essen zuerst” und “Erwachsene möchten parallel anders” pendelt, bekommt durch die getrennten Garzonen ein konkretes Zeit- und Qualitätsplus. In Summe positioniert Cosori die Iconic Dual damit weniger als Schnäppchen, sondern als ein hochwertiges Küchengerät für Haushalte, die Airfryer wirklich als feste Zubereitungsstation nutzen.
Für die Branche ist die Botschaft dennoch breiter als nur ein Produkt-Refresh. Dual-Zonen-Airfryer folgen einem nachvollziehbaren Trend: Hersteller wollen die Grenzen der Heißlufttechnik aufbrechen, die in der Ein-Kammer-Logik früher oder später zu Engpässen führt. Mit App-Steuerung, Programmbibliothek und Materialfokussierung (Edelstahlgehäuse, gehärtetes Glas, Keramikbeschichtung) versucht Cosori zudem, den Komfort stärker in den Vordergrund zu rücken. Ob sich der höhere Preis im Alltag durch bessere Organisation, konsistentere Ergebnisse und weniger “Nachgar-Session” rechtfertigt, hängt letztlich davon ab, wie häufig Nutzer tatsächlich zwei unterschiedliche Gerichte parallel zubereiten. Genau diese Nutzungsrealität macht die Iconic Dual zu einem Gerät, das nicht nur technisch erweitert, sondern auch den Küchenalltag neu strukturiert.
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