LONDON (IT BOLTWISE) – Zwei weitere Nachrichtenanbieter, Seattle Times und Newsday, haben Klagen gegen OpenAI und Microsoft eingereicht. Sie werfen den Unternehmen vor, journalistische Inhalte für das Training generativer KI-Systeme zu nutzen. In der Begründung wird KI als Mechanismus beschrieben, der Inhalte „auffrisst“ und den Erzeugern damit den eigenen Nährboden entzieht. Besonders relevant ist die Frage, weil Microsoft und OpenAI auch Projekte und Stipendien der Organisationen finanziert haben.

Die KI-Rechtsstreitigkeiten im US-Journalismus ziehen weitere Kreise: Mit der Klage von Seattle Times und Newsday gegen OpenAI und Microsoft kommen zwei zusätzliche Medienhäuser in einen Konflikt, der sich seit dem Durchbruch generativer KI-Modelle immer stärker zuspitzt. Im Kern geht es um die Behauptung, dass die KI-Trainingsprozesse auf journalistischen Werken basieren und dass dadurch das Geschäftsmodell der Verlage beschädigt wird. In der Klageschrift wird der Mechanismus dabei bildhaft als „snake eating its own tail“ beschrieben: Ein System, das aus fremd erzeugten Inhalten lernt, soll im Ergebnis genau die Organisationen schwächen, die diese Inhalte schaffen.
Technisch betrachtet zielt die Auseinandersetzung auf die gesamte Pipeline hinter ChatGPT & Co.: Trainingsdaten werden genutzt, um Muster in Sprache und Kontext abzubilden; anschließend generiert das Modell neue Texte, die in Tonalität und Struktur an gelerntes Material anknüpfen können. Der Streitpunkt ist nicht nur, ob ein KI-System danach „die gleichen Texte ausgibt“, sondern ob das Training selbst als zu weitgehende Nutzung geschützter Inhalte bewertet werden kann. Seattle Times und Newsday argumentieren dabei, generative KI werde in der Außendarstellung zwar als „content producer“ verkauft, wirke nach ihrer Sicht jedoch eher als „content consumer“, der Inhalte „verschlingt“ und danach imitiert oder ableitet. Diese Logik führt in der Debatte unmittelbar zu Fragen nach Lizenzierung, Datenherkunft und der Abgrenzung zwischen zulässigem Lernen und unzulässiger Übernahme.
Der Zeitpunkt der neuen Verfahren ist auch deshalb so entscheidend, weil das Thema bereits eine Vorserie hat. Bereits 2023 hatte The New York Times OpenAI und Microsoft wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen verklagt; danach folgten weitere Medienorganisationen, die ähnliche Linien verfolgen. Dass nun Seattle Times und Newsday nachlegen, zeigt: Die Branche behandelt die rechtliche Unsicherheit nicht als Einzelfall, sondern als strukturelles Risiko. Hinzu kommt ein politisch und wirtschaftlich heikler Aspekt: Den Angaben in der Berichterstattung zufolge haben Microsoft und OpenAI Teile der journalistischen Projekte sowie Fellowships der Seattle-Organisation unterstützt. Genau diese Verknüpfung macht die Diskussion für viele Leserinnen und Leser greifbarer, weil sie die Frage aufwirft, wie Förder- und Kooperationslogiken mit möglichen späteren Trainingsnutzungen zusammenpassen.
Auf Beklagtenseite verweist Microsoft laut der zitierten Aussage eines Sprechers auf eine Mischung aus Überraschung und Dialogbereitschaft. Anstatt die Klage zu kommentieren, kündigt das Unternehmen vor allem an, solche Streitigkeiten grundsätzlich adressieren und Lösungen erkunden zu wollen. Für die technische Umsetzung bedeutet das: Selbst wenn Anbieter auf ihrer Seite betonen, dass Training und Generierung grundsätzlich anders funktionieren als eine 1:1-Kopie, werden Gerichte und Kläger häufig auf konkrete Praktiken schauen wollen, etwa auf Datenquellen, Filtermechanismen, Protokolle und die nachweisliche Ausgestaltung von Rechte- und Lizenzketten. Auch für Unternehmen, die KI in Workflows einsetzen, verschiebt sich damit das Risikoprofil: Nicht nur die Produktfunktion, sondern auch die Rechtslage der Trainingsgrundlage kann zum Kostenfaktor werden.
Für den Markt ist die Entwicklung zweischneidig. Einerseits erhöht jeder neue Prozess den Druck auf Anbieter, ihre Datenbeschaffung transparenter zu machen und vertraglich sauberer zu arbeiten; außerdem wächst die Nachfrage nach KI-Systemen, die mit klar dokumentierten, nutzungsberechtigten Datensätzen trainiert oder zumindest überwacht werden können. Andererseits entsteht bei Medienhäusern der Anreiz, rechtliche Hebel breiter einzusetzen, weil sich der Nutzen generativer KI häufig erst im Betrieb zeigt, aber die potenziellen Verletzungsvorwürfe an das Training knüpfen. Daneben wirkt ein Wettbewerbseffekt: Andere Anbieter und Plattformen in der KI-Ökonomie müssen damit rechnen, dass „ähnliche Trainingsansätze“ ebenfalls juristisch geprüft werden, sobald die Kläger überzeugend darlegen können, welche Inhalte in welcher Phase genutzt wurden.
Für Entscheiderinnen und Entscheider in Unternehmen heißt das: KI-Integration wird künftig stärker als „Vendor-Management plus Recht“ gedacht werden müssen. Wer KI-Tools einsetzt, sollte prüfen, welche Zusicherungen der Anbieter zu Trainingsdaten, Rechten und Betriebsmaßnahmen macht, wie die Systeme gegen ungewollte Übernahmen abgesichert werden und ob es nachvollziehbare Dokumentation zu Datenherkunft und Modellverwendung gibt. Zusätzlich lohnt sich eine Differenzierung nach Use Cases: Je näher die Anwendung am journalistischen Stil, an faktischen Zusammenfassungen oder an wiederverwendbaren Formulierungen liegt, desto eher wird die Debatte über Ableitung und Implikationen für Lizenzmärkte relevant. In diesem Umfeld sind neue Klagen wie die von Seattle Times und Newsday weniger eine Randnotiz, sondern ein Signal, dass der nächste Technologieschritt von generativer KI auch rechtlich „geerdet“ werden muss.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Seattle Times und Newsday klagen gegen OpenAI und Microsoft wegen KI-Training" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Seattle Times und Newsday klagen gegen OpenAI und Microsoft wegen KI-Training" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Seattle Times und Newsday klagen gegen OpenAI und Microsoft wegen KI-Training« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!