LONDON (IT BOLTWISE) – Ein geleakter Die-Shot deutet auf den nächsten Exynos-Flaggschiffchip hin, den Samsung offenbar für Teile der Galaxy-S27-Serie im Jahr 2027 vorbereitet. Im Mittelpunkt stehen ein umgebautes CPU-Layout mit 10 Kernen sowie ein deutlich größer wirkender NPU-Block für On-Device-KI. Zusätzlich nennt der Leak eine Xclipse-970-Grafikeinheit, 24 MB System-Level-Cache und Unterstützung für LPDDR6. Ob das Design am Ende auch so in der finalen Hardware landet, ist allerdings nicht offiziell bestätigt.

Exynos 2700: geleakter 2-nm-SoC für Galaxy S27 mit 10 Kernen und Xclipse 970
Exynos 2700: geleakter 2-nm-SoC für Galaxy S27 mit 10 Kernen und Xclipse 970 (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Exynos 2700 ist noch nicht offiziell, aber die nächste Richtung bei Samsung-Kernentwicklungen wirkt auf einmal sehr konkret: Ein geleakter Die-Shot soll zeigen, wie ein Smartphone-SoC der nächsten Generation intern aufgeteilt werden könnte. Auch wenn die im Bild erkennbaren Daten nicht von Samsung bestätigt sind, lässt sich aus der Platzierung auf dem Chip einiges über die Prioritäten ableiten. Besonders auffällig ist, dass der Entwurf nicht nach dem Muster eines reinen Jahresupdates aussieht, sondern eher nach einem Layout, das gezielt Leistung, Effizienz und KI-Last neu balancieren will.

Im CPU-Bereich nennt der Leak ein 10-Kern-Design aus zwei sehr starken Prime-Kernen und acht mittleren Kernen. Die Abkehr von einer typischen Dreiteilung mit großen, mittleren und kleinen Effizienzkernen wäre damit ein spürbarer Bruch mit vielen etablierten Smartphone-SoCs. Für die Praxis bedeutet das: Samsung würde die meiste Arbeit vermutlich häufiger auf einer konzeptionell “gröberen” Leistungsstufe bündeln, statt zwischen sehr stromsparenden Kernen und Performance-Kernen stark hin- und herzuschalten. Das kann Dauerleistung und Parallelität begünstigen, zwingt aber gleichzeitig zu sauberer Energie- und Thermokontrolle, weil ein solches Setup ohne kleine Effizienzkernklasse leichter in hohe Abwärme kippen kann, sobald das System länger unter Last steht.

Der größte visuelle Hinweis liegt aber auf der NPU-Seite. Der NPU-Block soll auf dem Die-Shot deutlich mehr Fläche einnehmen als bei früheren Generationen, was zum übergreifenden Trend bei Flaggschiffen passt: KI-Funktionen werden stärker direkt auf dem Gerät ausgeführt, um Latenz zu reduzieren und weniger von Cloud-Abhängigkeit zu leben. Dazu zählen üblicherweise Bildverarbeitung (zum Beispiel für Verbesserungen und Entstörungen), Sprachfunktionen, Zusammenfassungen oder Übersetzung sowie lokale Assistenzfunktionen. Mehr NPU-Fläche allein garantiert allerdings noch keinen Qualitäts- oder Geschwindigkeitsgewinn. Entscheidend wird, wie gut Software, Speicherbandbreite und Temperaturbudget zusammenarbeiten, denn KI-Pipelines sind häufig nicht nur rechenintensiv, sondern auch daten- und speichergetrieben.

Auch die weiteren Bausteine zielen klar auf “Tempo mit System”: Der Leak nennt 24 MB System-Level-Cache, der die Kommunikation zwischen CPU, GPU, NPU und Speicher entlasten könnte. In SoCs wirken solche Cache-Blöcke vor allem dann, wenn sie echte Datenhotspots abfangen – also wenn die relevanten Zwischenresultate und wiederholt genutzten Datenpfade näher an den Recheneinheiten bleiben. Genau da kann ein großer System-Level-Cache helfen, sowohl Latenzen zu senken als auch Energie zu sparen, weil weniger oft über die langsamere Speicherhierarchie nachgeladen werden muss. Ob das in Benchmarks sichtbar wird, hängt dann an konkreten Entscheidungen: Speichercontroller-Design, Scheduler-Strategien und die Abstimmung der Software-Pfade bestimmen, ob Cache und Recheneinheiten wirklich effizient zusammenarbeiten.

Bei der Grafik nennt der Leak eine Xclipse 970-Grafikeinheit. Frühere Xclipse-Implementationen wurden in der Vergangenheit in einen bestimmten technischen Kontext gesetzt, aber ob die neue Generation wieder im gleichen Umfang mit spezifischen Architekturprinzipien verknüpft ist, bleibt offen. Plausibel ist jedoch, dass die GPU-Fläche gegenüber früheren Varianten steigen soll und mehrere Workgroup-Prozessoren umfasst. Für Spielerinnen und Spieler zählt später ohnehin weniger die reine Chipfläche als die stabile Bildrate über mehrere Minuten Last, weil Thermal-Drosselung und Lastverteilung den Realbetrieb stärker prägen als kurzfristige Tests. Ein SoC kann im Kurzbetrieb beeindruckend wirken und im Dauerlauf dennoch enttäuschen, wenn die Kühllösung oder das Power-Management nicht mit dem GPU-Design Schritt hält.

Beim Speicher nennt der Leak Unterstützung für LPDDR6. Das wäre in der Theorie ein Schritt, der mehr Bandbreite und potenziell bessere Effizienz liefert, sofern die restliche Plattform – Controller, Routen im Package und Betriebsspannungen – mitzieht. Für KI- und Grafikpfade ist Bandbreite besonders relevant, weil viele Workloads wiederholt Daten aus dem Speicher ziehen und Zwischenresultate verarbeiten. Dazu passt auch die Idee, dass der System-Level-Cache gezielt Datenwege kurzschließen kann. Am selben Punkt hängt wiederum die Frage, wie stark Samsung das Zusammenspiel aus CPU-Layout, NPU-Ausbau und Cache-Strategie als Gesamtkonzept denkt, statt die Komponenten isoliert zu optimieren.

Der letzte große Unbekannte betrifft das Modem-Design. Der Die-Shot soll kein vollständig integriertes Modem zeigen; mehrere Auswertungen deuten daher auf ein externes Modem hin. Ein separater Modem-Ansatz kann Vorteile bringen, etwa mehr Flexibilität in der Entwicklung oder bei der Auswahl von Funkmodulen je nach Region und Fertigungsumfeld. Gleichzeitig kostet er Platz im System, kann den Energieverbrauch erhöhen und erfordert mehr Abstimmungsarbeit zwischen Basisband, SoC und Power-Management. Gerade bei Mobilfunk sind später daher reale Tests entscheidend: Standby-Laufzeit, 5G-Stabilität und das Verhalten in Lastspitzen (zum Beispiel bei Video-Streaming mit Hintergrundfunktionen) geben den Ausschlag, nicht nur synthetische Modem-Checks.

Für Samsung und die Foundry-Sparte ist das Timing ebenfalls bemerkenswert, weil der Leak auf Samsungs zweite 2-nm-Generation SF2P als Grundlage verweist. Damit wäre der Exynos 2700 aus Sicht der Roadmap der nächste Schritt nach dem Exynos 2600 und zugleich ein Testfall, ob die Fertigungstechnologie auch im Produktivformat überzeugend liefert – nicht nur beim Transistor-Count, sondern bei Yield, Power-Delivery und Temperaturprofil. Genau hier hängt viel Vertrauen an der Galaxy-S-Reihe: Sie ist Schaufenster für Display, Kamera, Speicher, Modem und KI-Funktionen, und ein schwacher SoC würde das Gesamtbild beschädigen. Der reale Käufernutzen entscheidet sich am Ende an Dauerleistung unter Last, thermischer Stabilität und an der Software, die die neue Hardware tatsächlich ausnutzt. Der KI-Fokus passt zudem zur breiteren Entwicklung im Smartphone-Markt, bei der Hersteller Funktionen stärker auf lokale NPUs verlagern, um Latenz zu senken und schneller zu reagieren – und Samsung muss dafür Rechenleistung, Speicherpfade und KI-Workflows in Summe überzeugend bauen. Bis Samsung die Details bestätigt, bleibt der Exynos 2700 damit vor allem ein belastbarer Hinweis auf die angestrebte Richtung: mehr KI-Fläche, ein neu geschnittenes CPU-Layout und ein aggressiverer Anspruch an Performance und Effizienz für die Galaxy-S27-Serie.


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