LONDON (IT BOLTWISE) – Civilization 7 bekommt ab 2027 mit Arc of Tomorrow und der ersten bezahlten Erweiterung Earthrise spürbaren Gegenwarts- und Zukunftsgehalt. Mit der kostenlosen Arc-of-Tomorrow-Aktualisierung kommt die neue Atomic Age ins Spiel und zieht den Zeitstrahl über die 1950er hinaus. Earthrise setzt danach auf einen Weltraumfokus, der von frühen Orbitalmissionen bis zu eigenen Raumfahrtagenturen reichen soll. Zusätzlich rollt Firaxis bereits im 1.5.0-Update neue Karten und Verbesserungen bei Diplomatie, Ressourcen und UI aus.

Zwei Jahre nach dem schwierigen Start von Civilization 7 plant Firaxis eine spürbare Kurskorrektur – allerdings nicht nur über Bugfixes und Feinschliff, sondern über neue Spielphasen. Der kostenlose Update-Block Arc of Tomorrow soll zunächst das bisherige Endgame stärker in die Gegenwart ziehen. Konkret führt er eine neue spielbare Zeitstufe ein, die Atomic Age, und erweitert damit den Zeitraum von der Mitte des 20. Jahrhunderts in eine „near future“ hinein. Wer bisher nur den etablierten Rahmen gewohnt war, kann entweder direkt in der Atomic Age starten oder das klassische Age-Setup in Antiquity beginnen und sich dann schrittweise bis in die Zukunft vorkämpfen.
Technisch und spielerisch ist genau dieser Übergang interessant, weil er mehrere miteinander verknüpfte Systeme gleichzeitig weiterentwickeln soll. In der Atomic Age kündigt Firaxis neue Zivilisationen und Anführer an, dazu einen Ausbau der nuklearen Mechaniken. Dazu zählen vor allem neue Optionen, die nicht nur auf Eskalation hinauslaufen, sondern ausdrücklich auch „mutually assured destruction“ in einer „fun twist“-Form aufgreifen. Hinzu kommen Multilateral Agreements: Diese sollen es den Anführern ermöglichen, gemeinsam auf Entwicklungen zu reagieren – etwa auf einen wachsenden Bestand an Nuklearwaffen – und dann entweder Disarmament oder Eskalation anstoßen. Parallel sollen neue Empire-Management-Tools die Spielwelt umbauen: Settlements sollen in City-States umgewandelt werden können, wodurch sich dann auch Proxy Warfare abbilden lässt, also Konflikte auf kleinerer Ebene statt der klassischen Alles-oder-nichts-Imperiumskriegsführung.
Damit verschiebt Arc of Tomorrow den Fokus weg von einem rein linearen Tech-Fortschritt hin zu politisch-strategischen Dilemmata, die besonders in 4X-Spielen oft erst spät „sichtbar“ werden. Firaxis verknüpft die Atomic-Age-Erweiterungen außerdem mit einem Thema, das der Entwickler selbst als Reflexion auf die Unsicherheit und Angst der „recent past“ beschreibt. Gleichzeitig hebt das Studio in dieser Einordnung aber auch das „Licht“ hervor, also Momente von Fortschritt – etwa wenn Technologie schneller voranschreitet als die eigene Planung es eigentlich zulässt. Für die Praxis heißt das: Viele Teams, die Civilization-Varianten langfristig spielen, legen Wert auf nachvollziehbare Strategien. Multilaterale Abkommen und Proxy-Konflikte schaffen dafür mehr Zwischenstufen, weil ein Spieler nicht zwingend sofort den großen Krieg anspringen muss, sondern Konflikte und Abschreckung in mehreren Rollen ausspielen kann.
Während Arc of Tomorrow das Zeitalter-Design weiter ausrollt, ergänzt dieselbe Update-Serie auch neue Endgame-Workflows im Bereich Great Works. So soll es möglich werden, Great Works of Film zu erstellen, wobei der konkrete Nutzen vom Qualitätsniveau des produzierten Films abhängen soll. Die Produktion wirkt dabei nicht wie eine reine Statistikaufgabe, sondern erfordert eine Film Crew, die passende Drehorte sucht – und dieser Standort soll sich je nach gewünschtem Genre verändern. Dazu kommt Manufactured Goods: Spieler sollen bestimmte Rohstoffe kombinieren können, um neue, leistungsstärkere Ressourcen herzustellen wie Enriched Uranium. Bereits für den Start in diese Mechaniken kündigt Firaxis außerdem ein Playtesting für Arc of Tomorrow an, das in diesem Jahr beginnt.
Mit Earthrise legt Firaxis dann zeitlich noch eine Schippe nach, weil die erste bezahlte Erweiterung den Schwerpunkt in Richtung Space Race verschiebt. Details bleiben zwar aktuell „envisioning“, aber die Grundidee ist klar genug: Das Weltraum-Setting soll die Story von Antiquity bis in eine „near future“ tragen, während pro Age neue Boni freigeschaltet werden. Beispielsweise nennt Firaxis für Antiquity und Exploration eine Art Himmelsvermessung, bei der man den Nachthimmel „chart“ und Himmelskörper benennt, um Erkenntnisse über das Sonnensystem zu gewinnen. Im Modern Age sollen frühe Orbitalmissionen um Erde und Mond möglich sein. Für die Atomic Age wird es dann deutlich breiter: Eine eigene Space Agency soll aufgebaut und Missionen zu den Sternen gestartet werden, inklusive der Erkundung planetarer Eigenschaften und Ressourcen, die sich anschließend zurück auf der Erde ausnutzen lassen. Ergänzt wird das durch Environmental Adaptability – darunter die Fähigkeit, Terrain und Tile-Boni zu verändern – sowie Biome-Boni, die mit besserer Bewirtschaftung steigen. Dazu spricht Firaxis über neue zivilingenieurische Strukturen, die auf steigende Temperaturen, häufigere Natural Disasters und sogar die Möglichkeit zielen, das „Warming“ selbst teilweise rückgängig zu machen.
Bevor aber 2027 Arc of Tomorrow und Earthrise an den Start gehen, liefert Firaxis bereits im nächsten Schritt ein Update 1.5.0, das vor allem die Infrastruktur des Spiels betrifft. Es kommt unter anderem die True Start Location Earth Map, neue Terra Incognita-Varianten und Shuffle-Voronoi-Karten, außerdem Updates für Diplomacy, Resource Generation und die UI. Ein Blick auf die Roadmap zeigt außerdem, dass Earthrise und Arc of Tomorrow beide für 2027 geplant sind, wobei Arc of Tomorrow zuerst kommt. Für Spieler ist das relevant, weil damit ein gestaffelter Umstieg entsteht: erst die neue Atomic Age als kostenloser Anker, dann die bezahlte Space-Mechanik als thematischer Sprung. Gleichzeitig bleibt die Community-Erwartung hoch, gerade weil es bereits breite Kritik an der wachsenden Zahl bezahlter Zusatzinhalte gegeben haben soll – Firaxis setzt nun zumindest auf große Systemupdates, die sich auch jenseits einzelner Content-Pakete wie echte Änderungen der Spielarchitektur anfühlen.
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