BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Vbot meldet nach der IFA 2026 Bestellungen für mehr als 5.000 vierbeinige Roboter. Ermöglicht wurden die Abschlüsse durch Kaufverträge mit 16 internationalen Partnern in mehreren europäischen Märkten. Der Fokus liegt dabei auf dem Consumer-Roboterhund Vbot SuperDog, der ohne Fernsteuerung folgen, Hindernissen ausweichen und Lasten transportieren soll. Für den Roll-out nennt das Unternehmen zudem weltweit mehr als 13.000 verkaufte Vierbeiner-Roboter in 15 Ländern und Regionen.

Auf der IFA 2026 steht bei Vbot nicht nur die Show im Vordergrund, sondern vor allem die Frage, ob sich ein vierbeiniger Consumer-Roboterhund wie ein Produkt mit Vertriebspraxis durchsetzen lässt. Laut Unternehmensangaben wurden Bestellungen für mehr als 5.000 Einheiten erzielt, die auf Kaufverträge mit 16 internationalen Partnern zurückgehen. Damit verschiebt sich das Narrativ von „Roboter als Messe-Exponat“ hin zu „Roboter als handelbares Angebot“ – ein Unterschied, der für viele Kunden vor allem daran hängt, ob Verfügbarkeit, Service und Ersatzteile später tatsächlich in den Alltag passen.
Technisch setzt der Vbot SuperDog dabei auf Sensorik und Funktechnik, die für autonome Navigation im Raum ausgelegt sind. In der Meldung nennt das Unternehmen LiDAR sowie Ultra-Wideband-Technologie (UWB) als Grundlage für die Positionsbestimmung und die sichere Fortbewegung. Der Roboter soll seinem Besitzer selbstständig folgen, Hindernissen ausweichen und sich auch in belebten Umgebungen bewegen – ohne Fernsteuerung. Für den Consumer-Alltag ist dabei entscheidend, dass die Interaktion nicht mit „komplizierter Einrichtung“ beginnt, sondern laut Angaben ohne Programmierkenntnisse und mit einer auf den täglichen Einsatz ausgerichteten Bedienlogik.
Gerade die Kombination aus Mobilität und Alltagstauglichkeit wird in der Produktbeschreibung konkretisiert: Der Roboter kann mit einer maximalen Nutzlast von 12 kg Einkäufe, Outdoor-Ausrüstung und weitere persönliche Gegenstände transportieren. Laut Vbot lässt sich sogar ein kleiner Campingwagen ziehen. Dazu kommt der Einsatz als mobiler Kameraträger: Mit einer Action-Kamera soll der SuperDog beim Spazierengehen, Sporttreiben oder bei Outdoor-Aktivitäten autonom folgen und dabei Aufnahmen erstellen. Damit zielt das Produkt auf zwei Anwendungsmodi, die sich für Käufer oft schneller erklären lassen als reine „Spielerei“: Transporthilfe und automatisiertes Mitfahren für Content.
Auch die Marktdynamik wird mit Kennzahlen unterlegt. Nach Angaben des Unternehmens verzeichnete Vbot nach dem Start der Vorbestellungen im Dezember 2025 6.540 Bestellungen im Wert von knapp 100 Millionen RMB, umgerechnet rund 15 Millionen US-Dollar. Auf JD.com, einer großen E-Commerce-Plattform in China, steht der SuperDog demnach in der Kategorie der Consumer-Roboterhunde an erster Stelle. Bis zum 8. September 2026 seien weltweit insgesamt mehr als 13.000 Vierbeiner-Roboter in 15 Ländern und Regionen verkauft worden; gemessen am kumulierten Absatz nennt das Unternehmen Vbot SuperDog damit den meistverkauften Consumer-Roboterhund der Welt.
Für den europäischen Einstieg ist die IFA-Bühne zudem ein Signal, dass Vbot SuperDog offenbar bereits als Serienprodukt mit realer Abnahme in den Markt geht. Die Meldung beschreibt, dass viele Roboter bislang eher in inszenierten Demonstrationen präsent waren, während der SuperDog bereits in Serie produziert werde und als Consumer-Produkt erhältlich sei. Besucher konnten sich während der Messe an autonomen Funktionen ein Bild machen, statt nur statische Prototypen zu sehen. Gleichzeitig feiert Vbot parallel mit Vbot Babo die Europapremiere, was auf die Strategie hindeutet, die Produktlinie nicht als Einmalversuch zu etablieren, sondern als wiederholbares Portfolio für internationale Roll-outs.
Historisch betrachtet passt diese Entwicklung in eine Phase, in der Consumer-Robotik zunehmend von „Laborfähigkeiten“ zu „Haushaltsfähigkeiten“ wandert. Die entscheidenden Hürden sind dabei selten reine Modell-Intelligenz, sondern Robustheit im Alltag: stabile Lokalisierung, sichere Bewegung zwischen Menschen, einfache Bedienbarkeit und ein Vertriebskanal, der Ersatzteile, Garantie und Support abdeckt. Wenn lokale Handels- und Vertriebsnetze hinzukommen, können Kunden die Technologie zudem direkt erleben, anstatt nur Videos als Entscheidungsgrundlage zu nutzen. Aus Sicht der Käufer zählen damit weniger Forschungsversprechen, sondern ob der Roboter zuverlässig bleibt, wenn die Umgebung unübersichtlich wird.
Für Unternehmen und Entwickler ergibt sich daraus ein zweiter, praktischer Blickwinkel: Mit einem konkreten Consumer-Use-Case entsteht auch ein Feedback-Zyklus, der die Produktentwicklung schneller machen kann, etwa über reale Nutzungsszenarien statt ausschließlich kontrollierter Tests. Gleichzeitig bleibt die Frage spannend, wie sich solche Roboter im Alltag gegenüber Konkurrenzangeboten positionieren, die eher auf stationäre Assistenz oder auf weniger autonome Mobilität setzen. Vbots Meldung betont jedenfalls, dass Produkte, die Persönlichkeit, autonome Fähigkeiten und einen konkreten Nutzen verbinden, künftig in mehr Haushalten zu finden sein dürften. Ob sich dieser Anspruch langfristig durchsetzt, hängt dann vor allem davon ab, wie gut sich Navigation, Interaktion und Logistik über die verschiedenen Märkte hinweg standardisieren und skalieren lassen.
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