NEW YORK CITY / LONDON (IT BOLTWISE) – Die AirPods 5 starten bei 129 US-Dollar und liefern bereits aktive Geräuschunterdrückung, starken Klang sowie Apples Live-Translation in Echtzeit. Im Test über nahezu eine Woche zeigt sich besonders die ANC-Performance im Alltag, vom Flug bis zur U-Bahn, trotz offener Bauform. Wer drahtlos laden, On-Ear-Lautstärke direkt am Ohr oder längere Laufzeit will, muss jedoch zur 149-Dollar-Variante greifen. Dazu kommt: Der offene Sitz ist nicht für jede Person ideal, vor allem bei intensiver Bewegung.

AirPods 5 im Test: Aktive Geräuschunterdrückung fürs Geld, aber mit Feature-Split
AirPods 5 im Test: Aktive Geräuschunterdrückung fürs Geld, aber mit Feature-Split (Foto: IT BOLTWISE)
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Die AirPods 5 treffen in einer Zeit auf den Markt, in der viele Hersteller beim Einstiegspreis spürbar anziehen. Apples neue True-Wireless-Kopfhörer positionieren sich dennoch sehr offensiv: Ab 129 US-Dollar bekommt man aktive Geräuschunterdrückung (ANC) zusammen mit einem Set an Komfortfunktionen, darunter Adaptive Audio und Transparenz-Modus. Im Alltag bedeutet das konkret: Die Earbuds bleiben bewusst „offen“ (kein luftdichtes In-Ear-Silikon wie bei den Pro-Varianten), während sie gleichzeitig Umgebungsgeräusche wirksam dämpfen sollen. In einer Testwoche zeigte sich genau an dieser Mischung aus offener Bauform und ANC, warum die AirPods 5 für viele eher wie ein Wertversprechen als wie ein „Prolite“-Produkt wirken.

Technisch liegt der Schwerpunkt auf der ANC-Fähigkeit der günstigeren Modelle. Die AirPods 5 setzen auf Apples Anspruch, dass die Geräuschunterdrückung im Vergleich zum Vorgänger deutlich zulegt; im Test wirkt das Ergebnis vor allem bei konstanten, maschinell klingenden Geräuschquellen. Auf einem Flug in der Sitzreihe mit einem deutlich hörbaren Baby wurde nicht nur der Jet-Engine-Pegel spürbar reduziert, sondern auch die hohen Anteile der Stimmen stärker als zuvor gedämpft. Auch in der nächsten Alltagsphase, etwa in der U-Bahn oder auf belebten Straßen, blieb das „nahezu stille“ Gefühl erhalten. Gleichzeitig zeigt der Vergleich zur Pro-Familie die Grenze: Bei In-Ear-Silikon-Tipps können Pro-Modelle durch den besseren Sitz noch einmal einen Tick nachlegen, die AirPods 5 liefern aber bereits eine sehr überzeugende Unterdrückung für ihren Einstiegspreis.

Ein zweiter Punkt, der den AirPods 5 in der Praxis hilft, ist die Kombination aus ANC und Transparenz. Apple nutzt hier Adaptive Audio, das je nach Umgebung zwischen Unterdrückung und Durchlass umschaltet. Im Szenario mit Hundespaziergang und wechselndem Straßenverkehr ist das besonders relevant: Man möchte die akustische Umgebung grundsätzlich im Blick behalten, ohne ständig die Lautstärke oder den Modus am Gerät zu wechseln. Im Test klang Transparenz so, als wäre nichts im Ohr, aber nicht so offen, dass man den Komfort komplett verliert; die Airbuds „sperren“ die Ohren spürbar genug, um den Wunsch nach ANC trotzdem zu erhalten. Für die Feinsteuerung kommt ein iOS-Update ins Spiel: iOS 27 führt einen Slider im Control Center ein, mit dem sich der Fokus von Geräuschunterdrückung versus Umgebungswahrnehmung priorisieren lässt. Damit wandert eine Einstelllogik, die bislang eher typischerweise bei konkurrierenden Modellen präsent war, stärker in den Standard-Workflow.

Beim Klangprofil liegen die AirPods 5 ebenfalls nicht weit daneben, sondern eher im Preis-zu-Leistung-Teritorium: Für Pop- und Emo-Playlists liefert der Aufbau aus kräftigem Bassfundament und sauberer Detailwiedergabe ein „volles“ Gefühl, ohne dass es im oberen Bereich zu hart wirkt. Besonders auffällig war die Wirkung von Spatial Audio: Bei der Umstellung auf stärker rhythmusbetonte Songs mit Raumklang landete die Wahrnehmung schnell auf „Kopfnicken statt nur Zuhören“. Apples intern weiterentwickelte Audio-Algorithmen und ein „refiniertes“ Design der internen Signalverarbeitung sollen dabei helfen, dass der Sprung gegenüber den AirPods 4 subtil, aber im direkten Wechsel hörbar bleibt. Der Unterschied wird im Test als etwas klarer und lebendiger beschrieben, während die Pro-Modelle weiterhin mit ihrem In-Ear-Sitz in Details wie dem Hervorheben von Hintergrundinstrumenten minimal vorn liegen.

Die Bedienung und der Funktionsumfang werden bei den AirPods 5 allerdings stark vom Modellpreis bestimmt. Die einfachere 129-Dollar-Variante wirkt wie die „Best-of-Option“, aber Apple trennt zentrale Komfortfeatures bewusst aus. Dazu zählen drahtloses Laden, On-Ear-Lautstärkeregelung direkt an der Stiel-/Stammbaugruppe der Earbuds und die längere Akkulaufzeit. Genau diese Trennung wird im Test als einer der größten Kritikpunkte sichtbar: Während Wireless Charging inzwischen bei vielen Wettbewerbsprodukten als Standard erwartet wird, wird es hier erst bei 149 US-Dollar ausgeliefert. Die On-Ear-Lautstärke ist zwar nur „ein kleiner“ Eingriff in der Handhabung, aber sie verändert den Alltag: Statt ans Smartphone zu greifen, lässt sich die Lautstärke durch Wischen am jeweiligen Earbud justieren. Auch die Akkudifferenz ist real: Die Basisvariante ist auf etwa vier Stunden ANC am Stück ausgelegt, die höhere Variante auf fünf Stunden, was bei längeren Reisen den Unterschied macht.

Ein besonders gut vermittelbares Highlight ist Apples Live Translation. Die AirPods 5 können im Translate-App-Kontext beim Sprechen einer anderen Sprache in Echtzeit übersetzen und den übersetzten Text direkt im Ohr ausgeben. Im Test wurde das beim Wechsel auf Spanisch spürbar: Die Airbuds gingen in den ANC-Modus, während die Inhalte synchron in Englisch übersetzt wurden. Allerdings bleibt eine messbare Verzögerung, weil sowohl Erkennung als auch Übersetzungslogik Zeit brauchen; für lange Gespräche ist das daher weniger ideal als für konkrete Situationen wie das Nachfragen nach dem Weg. Interessant ist auch, dass die unterstützten Sprachen im Vergleich zu früheren Tests erweitert wurden: Insgesamt werden 11 Optionen genannt, darunter unter anderem Italienisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Japanisch, Koreanisch sowie vereinfachtes und traditionelles Mandarin. Damit positionieren sich die AirPods 5 nicht nur als Musik-Headset, sondern als mobiles Kommunikationswerkzeug für Reisen.

Die eigentliche Kaufentscheidung hängt schließlich am Sitz und an der Zielgruppe. Apples offene Bauform ist bequem und über Stunden oft gut tragbar, im Test auch bei Pendeln, Arbeiten und Sport. Die IP57-Einstufung spielt dabei ebenfalls eine Rolle: Die Earbuds überstanden Schweiß- und Regensituationen, einschließlich eines intensiveren Laufs in starkem Regen und einer schweißtreibenden Basketball-Einheit. Gleichzeitig beschreibt der Test eine Passform, die nicht für alle Ohren passt: Die Earbuds fühlten sich zeitweise zu groß und zu locker an, und es gab die typische Restunsicherheit, dass bei ruckartigen Bewegungen oder beim Joggen der Sitz nachgeben könnte. Ein namentlich erwähnter Tester aus dem Umfeld der Redaktion berichtete ebenfalls von Fällen, in denen die Earbuds bei Bewegung aus dem Ohr rutschten. Wer dagegen Training mit hoher Krafteinleitung plant, sollte die Pro-Modelle oder andere In-Ear-Designs mit stabilerem „Seal“ stärker in Betracht ziehen.

In Summe ergeben die AirPods 5 ein klares Bild: Für 129 US-Dollar bekommen Käufer sehr viel Substanz – inklusive ANC, gutem Klang, Spatial Audio und Live Translation. Das „Aber“ betrifft vor allem den Feature-Split: Wireless Charging, On-Ear-Lautstärke und die längere Akkulaufzeit hängen an der 149-Dollar-Stufe. Dazu kommt die Frage, ob der offene Sitz zur eigenen Anatomie und zum eigenen Nutzungsprofil passt. Für Einsteiger oder Nutzer, die von älteren AirPods wie 2 oder 3 kommen und ein günstigeres Upgrade suchen, sind die AirPods 5 dennoch eine der attraktivsten Optionen im Apple-Portfolio. Gleichzeitig lohnt sich der Blick darauf, ob man drahtloses Laden regelmäßig braucht oder ob längere Sessions wirklich im Vordergrund stehen – denn genau diese Faktoren entscheiden darüber, ob die Basis reicht oder ob sich die teurere Variante im Alltag besser auszahlt.

Unterm Strich bleibt die wichtigste Botschaft: Die AirPods 5 sind keine abgespeckte ANC-Lösung, sondern ein bewusst preisaggressives Angebot. Sie holen den Komfort und die wichtigsten Signalverarbeitungs-Features in eine Preisklasse, die sonst eher von einfachen Wireless-Earbuds dominiert wird. Wer jedoch regelmäßig unterwegs ist, beim Sport maximale Stabilität erwartet oder die Lautstärke am Ohr ohne Smartphone steuern möchte, sollte die 149-Dollar-Variante als „vollständig“ ansehen und vor dem Kauf vor allem den Sitz testen, statt nur auf technische Daten zu vertrauen.


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