LONDON (IT BOLTWISE) – American Rare Earths hat erste Bohrdaten aus dem Projekt Halleck Creek in Wyoming vorgelegt und damit das geologische Modell untermauert. Über die ersten sechs Kernbohrlöcher hinweg lag der durchschnittliche Gehalt bei 3.497 ppm TREO, der Median der beprobten Abschnitte bei 3.879 ppm. Rund 93 Prozent der untersuchten Intervalle übertreffen zudem die 1.000-ppm-Schwelle. Parallel dazu holt das Unternehmen eine neue technische Führung für die weitere Hydrometallurgie- und Trennprozess-Planung ins Management.

Die ersten Bohrresultate zu Halleck Creek könnten für American Rare Earths mehr als nur „Frühindikatoren“ sein, weil sie direkt an die Annahmen der Machbarkeitsstudie andocken. Im Projekt Cowboy State Mine in Wyoming wurden zunächst sechs Kernbohrlöcher ausgewertet; über diese Abfolge hinweg liegt der durchschnittliche Gehalt bei 3.497 ppm an gesamten Seltene-Erden-Oxiden (TREO). Der Median der insgesamt 386 beprobten Abschnitte summiert sich auf 3.879 ppm TREO – ein Hinweis darauf, dass die Verteilung nicht nur von wenigen Spitzenwerten lebt, sondern insgesamt stabiler ausfällt.
Interessant für die spätere wirtschaftliche Bewertung ist dabei nicht allein die Höhe der Konzentration, sondern vor allem die Kontinuität des Erzkörpers über mehrere Gesteinsabschnitte. Laut den vorliegenden Beprobungen bestätigt das Bohrprogramm eine durchgehende Mineralisierung; im Bohrloch HC26-RM056 beginnt ein zusammenhängender Abschnitt ab 8,84 Metern Tiefe und erstreckt sich über 191,11 Meter mit 3.951 ppm TREO. Einen besonders markanten Einzelwert liefert HC26-RM051: Dort wurden 9.084 ppm TREO auf 3,02 Metern erreicht. Solche Punktinformationen sind in der Praxis zwar begrenzt, zeigen aber, dass das System auch lokal hohe Gehalte produziert.
Noch stärker für die Projektvalidierung wirkt die Schwellenlogik, die das Unternehmen bereits mit den ersten Daten liefert. Rund 93 Prozent der 386 analysierten Intervalle liegen über dem Cut-off von 1.000 ppm TREO. Zusätzlich entfallen durchschnittlich 981 ppm auf die „begehrten“ Magnet-Seltene-Erden-Oxide (MREO). Genau diese Aufteilung ist für die spätere Prozessauslegung entscheidend: Denn während TREO als Gesamtkennzahl den Rohstoff-Horizont beschreibt, steuert die MREO-Fraktion, wie selektiv und wie aufwendig die Trennschritte in der Folge werden müssen.
Technisch bleibt der nächste Engpass daher nicht beim Bohren, sondern bei der Übersetzung in verwertbare Materialflüsse. American Rare Earths plant dafür die metallurgische Entwicklung parallel zur weiteren Probengewinnung und bringt ab dem 10. September die Ingenieurin Dr. Sanja Miskovic als Chief Technical Advisor. Ihre Rolle zielt laut Unternehmensangaben insbesondere auf die Optimierung der Hydrometallurgie sowie die Skalierung der Trennprozesse, um getrennte Seltene-Erden-Oxide herstellen zu können. Damit greift das Management ein typisches Muster der Branche auf: In der Explorationsphase werden Gehalte nachgewiesen, in der nachgelagerten Aufbereitung entscheidet sich dann, ob der Rohstoff in einen skalierbaren Chemie- und Trennprozess überführt werden kann.
Damit die Machbarkeitsstudie auf belastbaren Labor- und Prozessdaten steht, sind zudem weitere Bohrungen Bestandteil des Programms. Das aktuelle Vorhaben umfasst insgesamt 18 Kernbohrungen; die Laborergebnisse liegen bisher für zwölf Bohrlöcher vor, während die Restdaten noch ausstehen. Für Investoren heißt das: Die bereits kommunizierten Zahlen sind ein solides Fundament, aber die eigentliche Verfeinerung kommt mit den ausstehenden Analysen. Als Projektrahmen nennt das Unternehmen nach JORC-Standard eine Ressource von 2,63 Milliarden Tonnen Erz mit einem Durchschnittsgehalt von 3.292 ppm TREO – das entspricht rechnerisch 8,65 Millionen Tonnen enthaltenen Seltene-Erden-Oxiden. Solche JORC-orientierten Kennwerte sind für die Kapitalmarktkommunikation wichtig, weil sie die Vergleichbarkeit mit anderen Projekten erhöhen.
Auch die Marktseite zeigt, dass die Story nicht „fertig erzählt“ ist, sondern stark von den nächsten Ergebnissen lebt. An der Börse lag der Schlusskurs am vergangenen Freitag bei 0,2070 Euro; daraus ergibt sich laut Quelle eine Marktkapitalisierung von rund 117,73 Millionen Euro. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch ergibt sich rechnerisch ein Abstand von minus 58 Prozent – ein Unterschied, der häufig darauf hindeutet, dass Risikoaufschläge zwar gewachsen sein können, aber Chancen aus operativen Meilensteinen weiter eingepreist werden. In den kommenden Monaten dürften damit vor allem die Laborresultate der übrigen Bohrungen dazu beitragen, die Datenbasis für die Machbarkeitsstudie zu verbreitern und die Prozesspfade besser abzusichern.
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