SEOUL / LONDON (IT BOLTWISE) – Genesis stattet den GV90 als erstes Genesis-Modell mit Pleos Connect aus, einer neuen Infotainment-Plattform aus dem Hyundai Motor Group-Umfeld. Das System arbeitet mit einem pop-up OLED Cinematic Display zusammen und soll beim Fahren wie auch beim Entspannen eine zusammenhängende Nutzererfahrung schaffen. Zusätzlich projiziert ein 25-Zoll-Head-up-Display wichtige Informationen in das Sichtfeld des Fahrers. Für Interaktionen steht ein Onboard-KI-Agent namens Gleo AI bereit, der Aufgaben per natürlicher Sprache erledigen kann.

Genesis untermauert mit dem GV90 den Anspruch, den Innenraum nicht nur als Transportzone zu begreifen, sondern als digital ausgestalteten Lebensraum. Kernstück ist die Verbindung aus Pleos Connect, der Infotainment-Plattform der Hyundai Motor Group für die nächste Generation, und dem pop-up OLED Cinematic Display. Dieses Zusammenspiel zielt auf eine „natürlichere“ Kopplung zwischen Fahrzeug und Insassen, also darauf, wie schnell sich Inhalte in den Alltag integrieren lassen – ohne dass Bedienung, Blickführung und Sicherheit auseinanderlaufen. Damit verschiebt sich der Fokus der Kundenerwartungen: Es geht weniger um einzelne Bildschirme, sondern um eine abgestimmte Kette aus Mechanik, Anzeige und Interaktionslogik.
Technisch startet das Konzept beim Display selbst: In der erweiterten Konfiguration kommt ein 24,6-Zoll Cinematic Display zum Einsatz, das je nach Situation unterschiedliche Inhalte ausspielen soll. Während das Fahrzeug unterwegs ist, erscheint ein Wide-Format-Layout mit Fahrzeugdaten, Navigation und Medien. Gleichzeitig übernimmt ein 25-Zoll-Head-up-Display (HUD) die Projektion zentraler Fahrinformationen wie Geschwindigkeit, Navigationshinweise und ADAS-Status direkt in das Sichtfeld des Fahrers. Für die Steuerung nennt Genesis außerdem einen KI-Agenten namens Gleo AI, über den Nutzer Funktionen steuern, Informationen suchen und Aufgaben per natürlichen Sprachbefehlen ausführen können. Entscheidend ist dabei die Parallelität: Informationen bleiben sichtbar, während die Interaktion nicht zwingend an mehrere separate Menüs gebunden ist.
Im Stand legt Genesis den Schwerpunkt stärker auf Immersion. Das Cinematic Display soll die Inhaltswiedergabe für die Insassen verbessern, bleibt aber sicherheitsorientiert: Sobald das Fahrzeug beginnt, sich zu bewegen, fährt die erweiterte Darstellung automatisch zurück. Gerade wegen der Größe des ausgefahrenen Displays wird diese Funktion laut Hersteller als Beitrag verstanden, um eine mögliche Interferenz mit der Auslösung des vorderen Beifahrer-Airbags zu vermeiden. Ergänzend bleibt während der Fahrt ein kleineres Layout relevant: Das dann aktive Display bewegt sich im Größenbereich von 23,6 Zoll und zeigt klar strukturiert Fahrinformationen, Navigation und Medien, damit Fahrerinnen und Fahrer die wichtigsten Daten schnell erfassen können.
Beim Mechanik- und Antriebsdesign adressiert Genesis gleich zwei typische Schwachstellen großer, ausfahrbarer Displays: Laut Hersteller soll die Nutzung eines Brushless-DC-(BLDC)-Motors und linearer Führungsschienen für einen besonders leisen Lauf sorgen. Gleichzeitig soll das System auf Langlebigkeit ausgelegt sein – also nicht nur auf den „Showroom-Eindruck“, sondern auf wiederkehrende Bewegungen im Alltag. Das Display soll dabei „gleiten“ und die Bewegung elegant wirken lassen; die Konstruktion wird explizit als Ergebnis eines ausgefeilten Refinements beschrieben. Für die Praxis bedeutet das: Betreiber von Fahrzeugflotten und später auch Service-Teams profitieren von nachvollziehbaren Designentscheidungen, wenn Mechanik und Wartungslogik von Anfang an auf Dauerbetrieb ausgelegt werden.
Auch die Bedienlogik rund um Pleos Connect folgt einem Sicherheitsprinzip: In der Automobil-UX hat Priorität, Informationen bereitzustellen, während die Ablenkung im Fahrbetrieb minimiert bleibt. Genesis positioniert das UX deshalb als Mischung aus vertrauter Smartphone-Logik und einer für das Fahrzeug optimierten Navigation. Ein Beispiel ist die gleichzeitige Nutzung von Navigation und weiteren Anwendungen: Die Gesamtführung bleibt dabei navigation-fokussiert, während Nutzer weiterhin Zugriff auf Medien oder andere Apps erhalten. Zusätzlich setzt Pleos Connect auf eine klare grafische Darstellung, die den verfügbaren Anpassungsbereich anzeigt, wenn Navigation- oder App-Fenster umformatiert werden. So reduziert sich die Gefahr, dass Nutzer beim schnellen „Ziehen“ oder Umschalten der Oberfläche die Orientierung verlieren.
Die Bildschirmarchitektur wechselt gegenüber früheren Ausbaustufen von Pleos Connect: Der GV90 integriert Menüleisten auf beiden Seiten des Displays. Mit dedizierten Bereichen für Fahrer und Beifahrer nutzt Genesis das breite Format, um häufig verwendete Bedienelemente näher an die jeweils zuständige Person zu bringen. Die fahrerseitige Leiste bündelt unter anderem Klima-Controls, Navigation sowie App-Shortcuts, während die beifahrerseitige Leiste Zugang zu Klimafunktionen und beheizten Sitzfunktionen liefert. Der Effekt liegt auf der Hand: Schlüsselaktionen sollen mit weniger Blickbewegung erledigt werden. Ergänzt wird das über physische Details, die das Premiumversprechen auch haptisch stützen – etwa über „real-glass“ Kristall-Buttons und ein Center Knob Display. Für die Audioseite setzt Genesis zudem auf ein 25-Lautsprecher-System von Bang & Olufsen (Premier 3D), das die Inhalte im Cinematic-Display-Kontext noch stärker in den Innenraum „zieht“.
Damit ist der GV90 nicht nur ein Beispiel für ein neues Display-Upgrade, sondern für einen Ansatz, der Komponenten als Gesamtpaket betrachtet: Mechanik (pop-up, Rückzug), Anzeige (OLED Cinematic Display, HUD), Interaktion (Gleo AI, natürliche Sprache) und UX-Design (Navigation-fokussierte Führung, reduzierte Ablenkung) greifen ineinander. Für die Branche ist das relevant, weil solche Systeme in Richtung „software-definierter“ Cockpits wandern, bei denen sich der Nutzen erst aus dem Zusammenspiel ergibt. Wer KI- und Infotainment-Features in der Praxis einführt, muss künftig deutlich stärker auf mechanische Zuverlässigkeit und sichere Blickführung achten – denn genau dort entscheidet sich, ob neue Interfaces tatsächlich im Alltag funktionieren. Der GV90 zeigt, wie ein Luxusanspruch in konkrete technische Bausteine übersetzt wird: nicht als einzelne Spielerei, sondern als durchdachte Kette von Entscheidungen, die den Innenraum konsequent als Erlebnisraum ausformt.
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