BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Vom 13. bis 15. Oktober 2026 bringt die VdZ auf der Gedatec in Berlin eine Startup-Area in Halle 1.2 zusammen. Dort präsentieren 18 junge Unternehmen und zwei Forschungsnetzwerke KI-gestützte Werkzeuge für Handwerks- und Gebäudetechnikbetriebe. Im Fokus stehen unter anderem automatisierte Kundenanfragen, effizientere Angebotserstellung sowie intelligente Wartungs- und Bauprojektplanung. Parallel zeigen die Aussteller Energie- und Wärmelösungen wie KI-optimiertes Energiemanagement, Latentwärmespeicher und Konzepte zur Rückgewinnung von Wärme aus Duschabwasser.

Auf der Gedatec 2026 in Berlin verlagert die VdZ einen spürbaren Teil der Aufmerksamkeit vom klassischen Messebetrieb hin zu konkreten Umsetzungen im Alltag von Handwerks- und Gebäudetechnikbetrieben. Vom 13. bis 15. Oktober 2026 öffnet dazu eine eigens eingerichtete Startup-Area in Halle 1.2 ihre Türen. Die Bühne ist dabei nicht nur für einzelne Produkte gedacht, sondern für eine ganze Arbeitswelt: 18 junge Unternehmen und zwei Forschungsnetzwerke zeigen, wie sich Prozesse rund um Kundenkommunikation, Planung, Betrieb und Energieeinsatz mithilfe moderner Software neu strukturieren lassen.
Besonders deutlich wird der Anspruch auf „KI als Gamechanger“: Die ausstellenden Startups adressieren ausdrücklich typische Engpässe in Handwerksbetrieben, etwa bei der Bearbeitung von Kundenanfragen und der Angebotserstellung. Statt Informationen manuell zu sammeln und Varianten durchzurechnen, setzen die vorgestellten Ansätze auf KI-gestützte Unterstützung, die Aufgaben stärker standardisiert und damit Zeit spart. Ebenso fällt die Stoßrichtung auf Büroprozesse ins Auge – von der strukturierteren Dokumentation über die schnellere Lösungssuche bis hin zu einer intelligenter geplanten Wartung, die nicht nur reagiert, sondern vorausschauend organisiert werden soll.
Neben der reinen Effizienz steht auch die Betriebsführung im Mittelpunkt. Digitale Werkzeuge sollen helfen, die Arbeit in Werkstatt, Außendienst und Service zeitlich und organisatorisch enger zu verzahnen. Genannt werden unter anderem Lösungen für eine digitale Betriebsführung, mobile Anwendungen für Außendienst und Servicetechnik sowie Plattformen für Weiterbildung und Wissensmanagement. Gerade dieser Mix ist relevant, weil Unternehmen im Markt selten an einer einzigen Stellschraube arbeiten: Daten aus Projekten müssen in Betriebshandlungen übergehen, und Wissen über Produkte, Vorgehensweisen und Fehlerbilder braucht eine Form, die sich im Tagesgeschäft wirklich nutzen lässt.
Ein zweites großes Thema zieht sich über die Messefläche hinweg: Energie und Wärmeversorgung. Die Startup-Exponate decken dabei ein breites Spektrum ab – von KI-gesteuertem Energiemanagement, das Verbräuche optimieren soll, bis hin zur intelligenten Nutzung von Photovoltaik-Überschüssen zur Warmwasserbereitung. Auch Speichertechnologien finden ihren Platz: Latentwärmespeicher und Systeme zur saisonalen Wärmespeicherung werden ebenso genannt wie die Rückgewinnung von Wärme aus Duschabwasser. Entscheidend ist hier der ganzheitliche Charakter der Vorschläge, weil Wärmekonzepte in der Praxis immer mit Lastprofilen, Nutzerverhalten und Investitionslogik verknüpft sind; entsprechend werden zudem neue Finanzierungs- und Abrechnungslösungen als Ergänzung angekündigt.
Dass die VdZ dieses Zusammenspiel aus Technologie und Marktrealität in den Fokus rückt, spiegelt sich auch in den Statements zur Rolle der Messe. Jens J. Wischmann, Geschäftsführer der VdZ, betont, dass Künstliche Intelligenz die Branche schnell verändert und neue Möglichkeiten eröffnet; die Gedatec sei dabei der Startschuss für den Herbst der Innovationen, weil 18 Tech-Startups Ideen auf die Bühne brächten, die zeigen sollen, wie schnell sich Gebäudetechnik wandelt. Hendrik Wöhle, Geschäftsführer und Mitgründer der Ole KG, stellt zugleich klar, dass Digitalisierung und KI das Handwerk nicht ersetzen, sondern es nachhaltig verändern: Abläufe, Dokumentation und die Suche nach Lösungen würden einfacher, wodurch mehr Zeit für anspruchsvolle Arbeit und persönlichen Kundenkontakt entstehe. Gleichzeitig verweist Wöhle auf die Notwendigkeit von Praxisnähe, Weiterbildung und einem verantwortungsvollen Umgang mit Daten.
Für den Austausch zwischen etablierten Unternehmen und jungen Teams spielt die Messeformat-Komponente eine zentrale Rolle. Die Projektleiterin der Gedatec, Ruth Senitz, hebt den Wert des direkten Austauschs hervor: Startups brächten neue Perspektiven und zukunftsweisende Technologien in die Branche, und besonders spannend sei der Kontakt mit etablierten Unternehmen, weil daraus häufig Kooperationen und marktfähige Lösungen entstehen. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet sich in der Regel, ob Konzepte Pilotstatus bleiben oder in Projekte, Ausschreibungen und Rollouts überführt werden. Die begleitende Startup-Stage bietet dazu Pitches, Fachvorträge und Diskussionen; die Themen sollen von neuen Technologien und Digitalisierung bis zur Zukunft der Gebäude-, Energie- und Handwerksbranche reichen.
Für Entscheider in der Gebäudetechnik-Umgebung ist die Startup-Area damit weniger ein „Neuheitenbesuch“ als ein kuratierter Prüfpfad: KI-gestützte Automatisierung trifft auf konkrete Betriebs- und Energieprozesse. Wer die nächsten Schritte planen will, sollte daher nicht nur auf Demos achten, sondern auf Anschlussfähigkeit – also darauf, wie sich Daten aus Angebot, Planung, Ausführung und Betrieb in die Systeme integrieren lassen, die im Unternehmen ohnehin genutzt werden. Gleichzeitig zeigt der Themenmix, dass Energie- und Wärmelösungen zunehmend als Softwarefrage verstanden werden: Optimierung, Speicherlogik und Abrechnungsmodelle greifen zusammen. In Summe wirkt die Gedatec 2026 damit wie ein Brückenschlag zwischen technologischer Entwicklung und der operativen Realität im Handwerk.
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