WISCONSIN / LONDON (IT BOLTWISE) – VFW hat Cory Geisler als neuen Commander-in-Chief vorgestellt, der seine Führung auf einen „team-first“-Ansatz stützt. Neben der Betreuung von Veteranen und ihren Familien setzt er ausdrücklich auf mehr Aktivität und körperliche Gesundheit. Mit der „Warrior Fitness Challenge“ sollen Mitglieder über alltagsnahe Aktivitäten Punkte sammeln. Geisler verknüpft das Konzept zudem mit mentaler Gesundheit und will fehlende Soldaten im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der VFW Auxiliary voranbringen.

Cory Geisler wechselt beim Veterans of Foreign Wars (VFW) nicht nur den Titel vom „Commander-in-Chief“ in den Vereinsalltag, sondern bringt eine klare Leitidee mit: Teamarbeit vor Einzelaktionen. In dem Porträt wird sein Weg vom regionalen Sales-Management in Wisconsin in den Militärdienst beschrieben, wobei vor allem die Erfahrung nach 9/11 als Wendepunkt gilt. Diese Biografie ist für die Organisationsstrategie relevant, weil Geisler daraus eine Führungslogik ableitet, die auf gemeinsame Ziele und koordiniertes Handeln setzt. Für VFW bedeutet das: Aktivität und Gesundheit sind nicht als Nebenprodukt gedacht, sondern als Teil des operativen Alltags – zusammen mit der Kernpflicht, Veteranen und ihren Familien zu helfen.
Die konkrete Stoßrichtung wird gleich im ersten Themenblock greifbar: Geisler fordert Mitglieder auf, „sich wieder zu bewegen“, und verknüpft körperliche Aktivität mit mentaler Stabilität. Sein Argument lautet, dass körperliche Beschäftigung nicht nur den Körper trainiert, sondern auch die Aufmerksamkeit so lenkt, dass sich Betroffene weniger in belastende Gedanken („mental trauma“) verfangen. Besonders interessant ist, wie er alltägliche Aufgaben als Türöffner behandelt: Wer sich etwa auf eine sportliche Verbesserung wie den eigenen Golfschwung konzentriert, bleibt laut Darstellung eher „im Auftrag“ einer Aufgabe statt in einer negativen gedanklichen Spirale. In der Sprache eines Technik- und Organisationskontexts ist das im Kern ein Zielsystem aus Motivation, leichter Messbarkeit (indem Aktivitäten zählen) und wiederholbarer Routine.
Damit verbindet Geisler seine zweite große Maßnahme: die „Warrior Fitness Challenge“, die dieses Jahr über den Programs Department von VFW organisiert werden soll. Mitglieder sollen demnach Punkte für einfache Aktivitäten sammeln – genannt werden „going for a walk“, das Aufsammeln von Stöcken im Garten („picking up sticks in the yard“) oder eine Runde Golf. Als Inspirationsquelle wird das Physical Fitness Badge-Konzept des US Army-Umfelds genannt. Was dabei auch für die IT- und Datenperspektive zählt: Ein Punkte- und Challenge-Ansatz ist ein typisches Designmuster aus Gamification-Programmen, bei dem Verhalten messbar gemacht wird, ohne medizinische Diagnosen zu verlangen. Aus Sicht von Organisationen entsteht dadurch eine Datenlage über Teilnahme und Aktivitätsfrequenz – vorausgesetzt, die Erfassung ist sauber gestaltet, Rollen sind klar, und sensible Personenbezüge werden datenschutzfreundlich behandelt.
Spannend ist zudem, wie Geisler Aktivität nicht als isoliertes Fitnessprogramm versteht, sondern als „rewiring“-Ansatz. Er stellt dabei weniger die Trainingsplanung in den Vordergrund als die psychologische Dynamik: Wenn Menschen physisch aktiv sind, können sie sich „weniger“ auf das konzentrieren, was sie zurückhält. Für eine gemeinnützige Organisation wie VFW ist das auch deshalb strategisch, weil die Hürde für Teilnahme niedrig bleibt. Die genannten Beispiele sind nicht nur niedrigschwellig, sondern auch sozial anschlussfähig: Spaziergänge, Gartenarbeit oder Golf lassen sich in Post- und Community-Kontexte integrieren, ohne dass dafür teure Geräte nötig sind. Gleichzeitig steckt in dieser Ausrichtung die Chance, dass Mitglieder Aktivitäten nicht nur „absolvieren“, sondern als Teil eines Teams wahrnehmen – und genau dort liegt die Verbindung zu seinem Jahresslogan „One Team. One Mission. Veterans First.“
Neben Fitness und Teamkultur nennt der neue VFW Chief zwei weitere Schwerpunkte, die organisatorisch andere Fähigkeiten verlangen. Zum einen geht es um die Wiederaufnahme des Fokus auf Soldaten, die als missing in action (MIA) geführt werden, konkret in Zusammenarbeit mit der VFW Auxiliary. Zum anderen formuliert Geisler eine legislative Zielsetzung: Er verlangt, dass combat-wounded troops, die nicht 20 Jahre gedient haben, sowohl militärische Rentenzahlungen als auch VA-Entschädigungen ohne Kürzung („without offset“) erhalten sollen. Beides deutet darauf hin, dass VFW unter Geisler nicht nur intern motivieren, sondern auch extern handlungsfähig bleiben will. In der Praxis bedeutet das, dass Programme wie die Fitness Challenge zwar die Mitgliedschaft enger binden können, während parallel politische Arbeit und Koordination mit Partnerstrukturen laufen müssen.
Diese Verbindung zwischen „Community-Bindung“ und „Policy-Arbeit“ passt zu Geisler auch deshalb, weil seine Laufbahn als Mentor und Trainer gerahmt wird. Das Porträt beschreibt, dass er ursprünglich eine Offiziersrichtung im Marines-Umfeld anstrebte, dann aber aufgrund von Altersanforderungen den Army-Weg ging und nach dem Dienststart über Trainingsstationen zur Military Police gelangte. Seine Einsätze in Korea und im Irak werden in der Darstellung mit konkreten Stationen wie Konvoi- und Aufklärungsaufgaben im Umfeld Logistical Support Area Anaconda sowie späteren Bereichen nahe Bagdad verbunden. Gerade diese Betonung von Rollen, Zuständigkeiten und Anpassungsfähigkeit taucht später wieder auf, wenn Geisler das „Credit the Team“-Prinzip schildert: Bei Erfolgen soll das Team im Fokus stehen, bei Misserfolgen übernimmt der Leader Verantwortung. Für eine Organisation, die über viele Post-Strukturen hinweg wirkt, ist das ein wichtiges Steuerungsprinzip.
Für IT-Verantwortliche und digitale Entscheider in vergleichbaren Organisationen lässt sich daraus eine nüchterne Lehre ableiten: Selbst wenn das Kernprogramm keine Software sein soll, ist das Design der Interaktions- und Erfassungsprozesse entscheidend. Ein Punktesystem für Aktivitäten kann beispielsweise in eine bestehende Mitgliedsverwaltung integriert werden, damit Teilnahme nachvollziehbar wird, oder als separate Laufzettel-/App-Logik existieren. Welche Architektur im konkreten Fall gewählt wird, ist dem Text nicht zu entnehmen. Dennoch zeigt das Muster, wie schnell aus einem sozialen Anliegen ein Informationssystem wird: Daten zur Teilnahme müssen konsistent erfasst, berechtigt zugeordnet und für Auswertungen nutzbar gemacht werden, ohne dass aus Begeisterung unkontrollierte Datensammlung wird. Gerade weil Geisler mentale Gesundheit indirekt adressiert, sollte die technische Umsetzung besonders darauf achten, dass keine sensiblen Rückschlüsse aus Fitness-Metriken gezogen werden, die die Zielsetzung nicht hergibt.
Auch über die unmittelbare Programmlogik hinaus setzt Geisler auf Teamarbeit als Auswahlprinzip: Er will laut Darstellung Personen ernennen, die seiner Ansicht nach am besten geeignet sind, unabhängig von Konferenzausrichtung oder persönlichen Verbindungen. Diese Haltung ist im Zusammenspiel mit der Warrior Fitness Challenge konsequent: Wer „get the job done“ kann, soll im Vordergrund stehen – und zwar durch verlässliche Beiträge statt durch formales Standing. Damit entscheidet sich VFW unter Geisler letztlich für eine Arbeitsweise, die auf Wiederholung, sichtbare Fortschritte und gemeinsame Mission ausgelegt ist. Ob das Konzept langfristig trägt, wird sich daran zeigen, wie gut die Challenge im Alltag der Posts integriert wird und ob VFW es schafft, körperliche Aktivität als Teamstandard zu etablieren, statt als einmalige Kampagne zu verpuffen.
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