LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Vergleich von 34 Smart-TVs zeigt, wo Künstliche Intelligenz im Alltag tatsächlich spürbar wird und wo sie vor allem als Label auftritt. Besonders überzeugt schneidet Samsung ab, weil Sprachsuche und inhaltliche Zusatzinformationen in der Praxis gut funktionieren. Bei der Bildverbesserung bleiben die Effekte dagegen oft subtil oder wirken je nach Modus sogar zweischneidig. Beim Tonpunkt liefern neuere Sprach- und Einmessfunktionen jedoch die klarsten Qualitätsgewinne.

KI-Funktionen in Smart TVs: Was im Test wirklich besser wird
KI-Funktionen in Smart TVs: Was im Test wirklich besser wird (Foto: IT BOLTWISE)
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Smart-TVs wirken heute wie Alleskönner, aber ihr „smarter“ Anteil steckt häufig weniger in echter KI als in einem gut gefüllten Streaming-Ökosystem. Der Test mit 34 Geräten knüpft genau daran an: Statt nur nach Soundbars-ähnlichen Marketingbegriffen zu suchen, gehen die Autoren der Frage nach, welche Funktionen bei Bild, Ton und Bedienung im Alltag wirklich Zeit sparen oder Qualität erhöhen. Der Ausgangspunkt ist dabei banal und gleichzeitig entscheidend: Viele Hersteller werben zwar mit KI-Features, doch ein Teil davon entpuppt sich technisch als klassische Regelung, also als vorab trainierter Algorithmus statt generativer oder lernbasierter Verarbeitung im Gerät.

Technisch betrachtet wird die „KI“ in Smart-TVs oft an zwei Stellen sichtbar: als Hilfe bei der Bedienung und als Optimierung bei Bild und Ton. Sprachsteuerung funktioniert in vielen Fällen zuverlässig, allerdings greifen die Systeme dabei meist auf Sprachassistenten oder serverseitige Auswertung zu – lokale Intelligenz im TV selbst ist nicht die Regel. Genau hier zeigt sich im Test auch eine Grenze: Bei manchen Android-basierten TV-Plattformen lassen sich Bild- oder Bildeinstellungen per Spracheingabe bislang nicht so tief automatisiert ansteuern wie bei Fernsehern mit stärker integrierten Betriebssystemen. Das ist weniger eine Frage der Modell-„Genauigkeit“ als der Systemintegration: Wer tief in Menüs, Presets und Bildpipeline eingreifen kann, liefert in der Praxis eher das Gefühl, „mit dem Gerät zu reden“.

Im zweiten Themenblock steht die Suche nach Inhalten – und hier wird die Lücke zwischen Komfort und Intelligenz besonders deutlich. Laut Test durchsucht bislang kein getesteter Fernseher wirklich alle relevanten Streaming-Angebote gleichzeitig nach einer Anfrage, um anschließend nach Abonnements zu filtern. Stattdessen funktionieren die Systeme eher „bereichsweise“: Der eine liefert Ergebnisse aus bestimmten Katalogen, der andere deckt andere Plattformen ab. Wirklich besser geworden sei dagegen, dass Nutzer nicht zwangsläufig Titel aus dem Kopf abrufen müssen. Die Bedienung wird conversationaler: Man kann etwa eine Frage so formulieren, dass der Fernseher auf Basis des Kontextes passende Antworten mitsamt Links liefert. Besonders wird das bei Samsung hervorgehoben, während Hisense ähnlich punktet – allerdings mit unterschiedlichen Stärken bei der Tiefe der Antworten und der Nutzbarkeit der Folgefragen.

Am häufigsten diskutiert wird in der Praxis trotzdem „Bild“ – und der Test bremst hier klare KI-Erwartungen. Hochskalieren und Upscaling funktionieren zwar grundsätzlich besser als früher, weil die Geräte mehr Rechenleistung und ausgefeiltere Standardalgorithmen in der Bildverarbeitung nutzen müssen, schließlich sollen sie aus oft niedrig aufgelöstem Material eine deutlich größere Pixelzahl erzeugen. Trotzdem kommt generative KI laut Test nur in wenigen Fällen zum Einsatz, und selbst dann sind die Unterschiede bestenfalls mit der Lupe erkennbar. Noch kritischer fällt das Urteil bei speziellen KI-Bildmodi aus, die je nach Inhalt optimieren sollen: In einzelnen Fällen laufen diese Modi nach Ansicht der Tester eher Gefahr, ein ohnehin akzeptables Bild zu verschlechtern. Wer ein gutes Panel ohnehin sauber kalibriert, fährt damit häufig stabiler.

Beim Ton dagegen wird der Unterschied zwischen Marketing und Nutzen spürbar greifbarer. Der Test trennt dabei zwei Ebenen: automatische Klanganpassung an die Raumakustik trägt zwar oft Kürzel wie KI oder AI im Namen, ist aber in der Sache meist eine Art Einmess-Algorithmus. Trotzdem kann das hörbar helfen, damit der Klang nicht in stark verglasten oder sehr weichen Räumen „kippt“. Die eigentliche Qualität gewinnt der Test aber vor allem an einer neuen Art der Sprachwiedergabe fest: Einige Fernseher zerlegen das Tongemisch in Bestandteile und heben Sprache gezielt wieder an. Genau diese Funktion wird als „wirklich intelligent“ eingeordnet, weil sie das anstrengende Wegfiltern von Dialogen aus Serien und Filmen deutlich reduziert – bei LG als mehr oder weniger einstellbarer Schalter, bei Sony als mehrstufig regelbare Option und bei Samsung als getrennte Regelung von Sprache und Hintergrundgeräuschen. Allerdings wird auch klar gesagt, dass Samsung diese besonders nützliche Einstellung tief im Menü versteckt.

Im Fazit verdichten sich diese Erkenntnisse zu einem vergleichbaren Muster: Die sinnvollsten KI-Effekte sind nicht dort, wo ein Fernseher „alles“ kann, sondern dort, wo er mehrere Arbeitsschritte in einer echten Alltagshandlung verkürzt. Für Samsung spricht im Test vor allem die Kombination aus natürlicher Konversation, brauchbaren Ergebnissen bei weiterführenden Infos zum laufenden Programm und insgesamt besserer Auffindbarkeit nützlicher Extras. LG und Hisense liegen laut Auswertung dicht dahinter, insbesondere weil auch bei ihnen die Spracheingabe bei der Suche solide funktioniert. Etwas abgeschlagen erscheinen dagegen die Android-Fernseher mit Google TV; dort steht jedoch die Einführung eines neuen KI-Assistenten kurz bevor, was die Reihenfolge erneut verändern könnte. Für Käufer bedeutet das am Ende weniger „auf KI achten“ als gezielt nach den konkreten Use-Cases zu fragen: Sprache, echte Antworttiefe und Tonoptimierung sind im Test die Punkte, an denen sich Künstliche Intelligenz im Alltag am deutlichsten lohnt.


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