GREEN BAY / LONDON (IT BOLTWISE) – In Green Bay ist mit „Creating Space“ ein neuer Ort für Heilung, Bildung und kreatives Arbeiten eröffnet worden. Die Einrichtung in der S Webster Ave. richtet sich an Menschen, die über Austausch, Workshops und gemeinschaftliche Angebote Verbindung suchen. Gründerin Paula Urcavich knüpft dabei an ihre eigene Therapie- und Heilungsbiografie an. Ziel ist es, den Fokus stärker auf den gesamten Weg der persönlichen Erfahrung zu legen – nicht nur auf klassische Modelle der „psychischen Gesundheit“.

Am 21. September hat die Creating Space Healing Arts Community in Green Bay ihren „slow“-Eröffnungsabend mit einem feierlichen Ribbon-Cutting zelebriert. Der neue Community-Raum befindet sich laut Angaben vor Ort unter der Adresse 1231 S Webster Ave. Die Idee dahinter ist bewusst niedrigschwellig: Menschen sollen sich nicht nur treffen, sondern in einem geschützten Umfeld zusammenkommen, um Heilung, Bildung und kreative Prozesse zugleich zu ermöglichen.
Die Konzeption von Creating Space folgt dabei einer persönlichen Motivation. Gründerin Paula Urcavich beschreibt, dass ihre eigene „hurt and healing journey“ ein zentraler Auslöser für ihre heutige Arbeit gewesen sei. Als Therapeutin habe sie außerdem die Wirkung erlebt, dass Führung und Begleitung nur so weit gehen können, wie jemand den eigenen Weg bereits gegangen ist. Genau diesen Gedanken fasst sie in einem Satz zusammen: „My own hurt and healing journey has been the biggest catalyst, and my work with people as a therapist has been the motivation“.
Technisch betrachtet ist Creating Space vor allem als Angebots- und Kommunikationsdesign zu verstehen: Anstelle eines starren Schemas aus Einzelterminen und geschlossenen Gruppen setzt die Initiative auf ein moduliertes Netzwerk aus Formaten. Dazu zählen nach ihren Angaben unter anderem Speaking Engagements, psychoedukative Trainings, therapeutische Workshops sowie Retreaterlebnisse und sogenannte Group Intensives. Darüber hinaus werden wiederkehrende und einmalige Events ausgerichtet, bei denen lokale Künstler, Musiker, Heilpraktiken und Anbieter aus dem Wellness-Bereich auftreten. Auch ein saisonaler Book Club und ein Poetry Open-Mic sollen den Rahmen erweitern, sodass Gespräche, Reflexion und Ausdrucksformen nicht voneinander getrennt bleiben.
Historisch steht diese Ausrichtung im Kontext breiterer Entwicklungen in der Community-basierten Gesundheits- und Bildungsarbeit. Seit Jahren verschieben viele Einrichtungen den Schwerpunkt von reiner Symptombehandlung hin zu narrativer Arbeit, Selbstwirksamkeit und sozialem Lernen. Creating Space nimmt diese Strömung auf, indem es Gruppenbindung und Wissenserwerb über kreative „Outlets“ zusammendenkt. Urcavich verbindet damit auch die Namenslogik: Sie schildert, wie sie lange nach der passenden Bezeichnung gesucht habe, bevor ihr die Formulierung „creating space“ im Arbeitsalltag mit Klientinnen und Klienten immer wieder begegnet sei.
Inhaltlich will sie die Veränderung nicht auf ein einzelnes Werkzeug reduzieren. In ihrer Darstellung adressiert Creating Space einen breiteren Blick auf „mental health“: Der Begriff sei zwar Teil dessen, worum es geht, aber die eigentliche Arbeit bestehe darin, Erfahrungen „aufzupacken“ und das zu heilen, was in Menschen wirkt, bis sie frei sein können, sich selbst treu zu sein. Damit betont sie einen Prozessgedanken: Bis Vergangenes verarbeitet ist, laufen Auswirkungen früherer Erlebnisse laut ihrer Argumentation häufig weiter „im Hintergrund“ und bestimmen das Handeln.
Für die lokale Community in Green Bay ergeben sich daraus mehrere praktische Effekte. Auf individueller Ebene zielt das Angebot darauf, mehr Bewusstsein für die eigene Vergangenheit zu schaffen und ein stärkeres Gefühl der Verbindung zu sich selbst sowie zum eigenen Sinn zu fördern. Auf gemeinschaftlicher Ebene soll der Raum helfen, Verwundbarkeit zwischen Menschen zuzulassen, ohne dass dabei ein einzelnes Setting als „Standard“ ausreicht. Urcavich kündigt zudem an, Partnerschaften mit lokalen Anbietern, Künstlern, Organisationen und Nonprofits auszubauen, um die Heilungsarbeit in der Region nachhaltiger zu verbreiten.
Die eigentliche Relevanz liegt damit weniger in einer einzelnen Veranstaltung als in der Wiederholbarkeit des Modells: Workshops, psychoedukative Formate und künstlerische Events bilden einen Fluss, der unterschiedliche Zugänge erlaubt – vom wissenschaftsnahen Training bis zum Ausdruck über Sprache und Musik. Gerade für Unternehmen und Organisationen, die mit Programmen für Wohlbefinden, Weiterbildung oder Mitarbeiterbindung arbeiten, liefert das Beispiel eine klare Übersetzung: psychologische Begleitung wird hier nicht als Insel verstanden, sondern als Teil eines sozialen und kreativen Ökosystems. Wer Creating Space nutzen oder unterstützen möchte, findet laut den Angaben weitere Informationen unter creatingspace.community oder über die genannte Telefonnummer (920) 544-4400.
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