PEKING / LONDON (IT BOLTWISE) – Vom 12. bis 13. Oktober 2026 findet im China National Convention Center das Pekinger Forum 2026 zur „Schnellen Reaktion auf Bürgerbeschwerden“ statt. Veranstalter sind unter anderem die Chinesische Werbung Akademie der Sozialwissenschaften sowie die China Media Group und städtische Stellen der Volksregierung Peking. Im Fokus stehen Ergebnisse zur Reform der SRPC, darunter Berichte zu Hotline-Diensten und zur Wirksamkeit der Stadtverwaltung. Für die Veranstaltung werden mehr als 3.200 Teilnehmende erwartet, darunter über 240 internationale Gäste aus mehr als 70 Ländern.

Das Pekinger Forum 2026 setzt ein klares Signal: Bürgerbeschwerden sollen nicht nur schneller bearbeitet werden, sondern sich auch messbar in die Steuerung moderner Stadtverwaltung einfügen. Die Veranstaltung mit dem Thema „Schnelle Reaktion auf Bürgerbeschwerden“ wird vom 12. bis 13. Oktober im China National Convention Center ausgerichtet. Als Träger treten dabei mehrere Organisationen auf, darunter akademische und mediale Einheiten sowie die städtische Ebene aus Peking. Damit verschiebt sich der Fokus von einzelnen Service-Prozessen hin zu einer übergreifenden Reformlogik, die SRPC als wiederverwendbares Verwaltungsprinzip etablieren will.
Technisch interessant wird es vor allem an der Brücke zwischen Hotline-Betrieb und „digitaler Intelligenz“. In der Ankündigung wird betont, dass in Peking „Big Data“ aus Hotline-Anrufen genutzt werden soll, um die Modernisierung der Stadtverwaltung voranzutreiben. Die verfolgte Idee dahinter ist aus IT-Sicht relativ eindeutig: Beschwerden entstehen in Echtzeit, werden über standardisierte Wege erfasst und können anschließend datengetrieben priorisiert, kategorisiert und in Service-Workflows eingespeist werden. Genau solche End-to-End-Ketten sind in vielen Städten der Engpass, weil sie von reinen Ticket- oder Ticket-ähnlichen Systemen zu analytischen und organisatorischen Prozessen erweitert werden müssen, ohne die Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern zu verkomplizieren.
Die Veranstaltung will dabei Ergebnisse nicht nur präsentieren, sondern in Form von Publikationen und Fallbeispielen auch international anschlussfähig machen. Laut Programm gehören zu den angekündigten Resultaten theoretische Forschungsergebnisse zur Reform der SRPC, Bewertungsberichte zu städtischen Hotline-Diensten sowie Analysen zur Wirksamkeit der Stadtverwaltung – sowohl auf globaler als auch auf nationaler Ebene. Besonders herausgestellt wird, dass es sich um Chinas erste englischsprachige Monografie zur SRPC-Reform handelt. Ergänzt wird das Paket durch eine Zusammenarbeit mit einer international ausgerichteten Fachzeitschrift, die eine englischsprachige Sonderausgabe zur Reform anstoßen soll. Für Entscheiderinnen und Entscheider in der Verwaltung ist das insofern relevant, als damit eher Methoden- und Vergleichsrahmen als reine Erlebnisberichte erwartet werden.
Inhaltlich orientiert sich das Forum an sechs parallel laufenden Themensträngen, die unterschiedliche Ebenen der Governance abdecken. Dazu gehören unter anderem Paradigmen präziser Regierungsführung und städtischer Nachhaltigkeit, die Entwicklung guter Regierungsführung sowie die Rolle digitaler Intelligenz und Modernisierung. Daneben geht es um kollaborative Regierungsführung, menschenzentrierte Lebensgrundlagen und kooperative Ansätze mit Beteiligung verschiedener Interessengruppen. Der in der Ankündigung genannte Bezug zu Pekings Praxis bei der SRPC-Reform legt nahe, dass die Themen nicht im luftleeren Raum bleiben, sondern konkret darauf zielen, wie Hotline-Daten und Service-Rückmeldungen in Planungs-, Entscheidungs- und Kommunikationsprozesse übersetzt werden. Das ist auch für andere Metropolen ein wiederkehrendes Muster: Wenn digitale Systeme nur Anruf- oder Ticketvolumen verwalten, aber keine Wirksamkeitsmessung und keine Feedback-Schleifen in die Organisation einbauen, bleibt der Effekt begrenzt.
Auch das Format zeigt, dass es um mehr als Vorträge gehen soll. Gäste können vor Ort die Arbeitsabläufe und Mechanismen der Hotline kennenlernen – inklusive des Einsatzes digitaler Intelligenz, wie es in der Ankündigung beschrieben wird. Zusätzlich sind Salons an repräsentativen Orten der Bürgerbeteiligung vorgesehen, etwa bei Hotline-Stellen, in KI-Communities oder in Bereichen des Denkmalschutzes in der Altstadt. Ergänzend werden Stadtführungen und Besichtigungen zu fünf Themen organisiert, darunter Dienstleistungen in Peking, Stadterneuerung und technologische Innovation. Aus Unternehmenssicht ist das spannend, weil solche „Learning-by-Seeing“-Formate oft schneller aufdecken, wo technische Implementierungen in der Praxis an organisatorischen Schnittstellen scheitern – zum Beispiel bei Zuständigkeiten, Eskalationspfaden oder Datenzugriffen zwischen Service-Teams.
Die begleitenden wissenschaftlichen Komponenten liefern schließlich eine weitere Perspektive auf Umsetzung und Skalierung. In der Ankündigung wird eine englischsprachige Monografie genannt („Why Is Urban Governance Like This? A Study Based on Beijing’s Practice of the SRPC Reform“), die aus 12 Artikeln und 4 Fallstudien bestehen soll. Dabei ist von Beiträgen renommierter Wissenschaftler aus dem In- und Ausland die Rede, darunter Artikel auf Chinesisch und auf Englisch. Auch die Zielsetzung wird ausgeführt: Die Publikationen sollen praktische Erfahrungen von Megastädten im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz widerspiegeln und ein übertragbares, skalierbares Verwaltungsmodell herausarbeiten, das sich durch verfeinerte Stadtverwaltung und intensive Bürgerbeteiligung auszeichnet. Genau an dieser Stelle entscheidet sich häufig, ob aus einer lokalen Hotline-Reform ein belastbares Muster für andere Städte wird: Nicht nur die Datenqualität, sondern auch die Governance-Mechanik hinter den Daten muss wiederholbar sein.
Mit mehr als 3.200 erwarteten Teilnehmenden und über 240 internationalen Gästen aus mehr als 70 Ländern dürfte das Forum für die internationale Community spürbar werden. Für die Branche der KI- und Datenplattformen ist dabei weniger die rein politische Agenda entscheidend, sondern die Tatsache, dass SRPC in Peking offenbar als durchgängiger Prozess verstanden wird: von der Beschwerdeerfassung über datengetriebene Priorisierung bis zur Wirksamkeitsbewertung und zur Rückkopplung in die Stadtpolitik. Wenn andere Metropolen ähnliche Wege einschlagen, werden Integrationsfragen wie Datenmodellierung, Echtzeit-Klassifizierung und die Verbindung von Analytik mit operativen Workflows zum Standardthema. Das Pekinger Forum 2026 dürfte deshalb vor allem eins liefern: konkrete Referenzen dafür, wie digitale Intelligenz in Stadtverwaltung nicht nur als „Feature“, sondern als Organisationsprinzip gedacht wird.
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