LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Modellhinweise zur Intel-Core-Ultra-400-Serie drehen sich um eine offenbar erste Einstiegsposition: den Core Ultra 9 4970K BFC. Die Angaben nennen 28 Kerne mit 8 Performance-, 16 Efficiency- und vier Low-Power-Efficiency-Kernen sowie 125 W TDP und eine iGPU mit 32 EUs. Spannend wird es mit der bLLC-Angabe von bis zu 144 MB oder 288 MB, die offenbar die Segmentierung im Cache-Design beeinflusst. Für das größere Dual-Die-Compute-Tile sind zudem bis zu 52 Kerne mit 8P+16E plus 4 LPE in Aussicht gestellt, während die offizielle Namensgebung noch offen bleibt.

Core Ultra 9 4970K BFC: Erste Nova-Lake-Benchmarks und Modell-Details
Core Ultra 9 4970K BFC: Erste Nova-Lake-Benchmarks und Modell-Details (Foto: IT BOLTWISE)
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Im Umfeld von Intels nächster Prozessorgeneration rückt vor allem die Namenslogik rund um „Nova Lake“ in den Fokus. Aus technischen Modellhinweisen, die in der Szene zirkulieren, wird eine Core-Ultra-400-Serie abgeleitet, in der mehrere Varianten mit abgestuften Kern- und Cache-Konzepten auftauchen. Besonders deutlich wird das Muster beim Core Ultra 9 4970K BFC: Er soll mit 28 Kernen aufwarten, verteilt auf acht Performance-Kerne (P), 16 Efficiency-Kerne (E) und vier Low-Power-Efficiency-Kerne (LPE). Dazu kommen 125 W TDP sowie eine integrierte Grafik (iGPU) mit 32 EUs. Genau diese Kombination ist deshalb bemerkenswert, weil sie beim ersten Blick dieselben „Eckdaten“ wie ein bereits genannter Core Ultra 9 4950K zu haben scheint, die Positionierung aber offenbar über das Cache-Design verschoben wird.

Die Kernaufteilung ist dabei nur ein Teil des Bildes. In den Hinweisen spielt der bLLC (Big Last Level Cache) eine zentrale Rolle. Für den Core Ultra 9 4970K BFC wird bLLC einmal mit 144 MB und einmal mit 288 MB angegeben, was auf unterschiedliche Ausprägungen im Cache-Subsystem hindeuten könnte. Wenn ein Modell trotz ähnlicher Kernzahlen in Leistungs- oder Effizienzklassen differenziert, dann passiert das in modernen CPU-Generationen häufig über Speicherhierarchien: mehr Kapazität im Last-Level-Cache kann die effektive Datenanbindung verbessern, vor allem bei Workloads, die stark auf lokalen Cache-Zugriff angewiesen sind. Für Käufer und Entwickler bedeutet das: Ein reines „Kerne gleich“ reicht für die Erwartung an Performance nicht aus, solange die Cachegröße und -anbindung nicht sauber zugeordnet werden kann.

Parallel dazu tauchen weitere Modelle auf, die das Segmentierungsprinzip stützen. Der Core Ultra 7 4870 BFC wird mit 24 Kernen beschrieben (8P+12E+4LPE) und ebenfalls mit 144 MB bLLC sowie 125 W TDP. Der Core Ultra 7 4850K liegt mit derselben Kernkonfiguration ebenfalls bei 125 W, allerdings sind die bLLC-Angaben in der Übersicht nicht durchgängig identisch notiert. Auch der Core Ultra 9 4900 BFC wirkt wie ein bewusst gesetzter Kontrapunkt: Er soll nur 22 Kerne (6P+12E+4LPE) bei 65 W TDP besitzen und wird damit eher in Richtung Effizienzprofil verschoben. Ungewöhnlich wirkt außerdem die Variante Core Ultra 5 4650KF, bei der laut Tabelle eine integrierte Grafikeinheit (iGPU) entfällt. Das ist in der Praxis vor allem für Systembauer interessant, die ohnehin dedizierte GPUs einsetzen und für die iGPU nicht zahlen müssen oder die Plattform thermisch und layoutseitig vereinfachen wollen.

Was diese Aufteilung technisch plausibel macht, ist die implizite Rolle der Packaging- und Tile-Strategie. Den Angaben zufolge wird der Ausbau über eine Single- und Dual-Die-Konfiguration des Compute-Tiles gesteuert. Die Single-Die-Variante soll maximal 28 Kerne erreichen. Bei der Dual-Die-Konfiguration werden demnach fast doppelt so viele Kerne adressiert: bis zu 52 Kerne. Entscheidend ist aber, wie genau diese Verdopplung umgesetzt wird. Es wird nicht „alles“ verdoppelt, sondern vor allem die 8P+16E-Kerne des Compute-Tiles, während die 4 LPE-Kerne offenbar in jeder Konfiguration „immer hinzu kommen“. Für die Architektur bedeutet das: Die Effizienz- und Low-Power-Schicht ist vermutlich als konsistente Basis gedacht, während das Performance- und Mittelklasseprofil über die Anzahl der Compute-Tile-Ausprägungen skaliert.

Bei der konkreten Erwartung an die Produktchancen kommt dann der Zeitplan ins Spiel, der in den Hinweisen erwähnt wird. Zwar ist für den Start der ersten Serie noch nicht eindeutig, ob die Auslieferung im ersten oder zweiten Quartal erfolgt; als Ziel wird jedoch genannt, dass die Core-Ultra-400-Serie zunächst mit bestimmten Modellen auf den Markt kommen soll. Parallel dazu wird Computex als Bühne für einen „großen Ausbau“ genannt, bei dem bis zu 52 Kerne möglich sein sollen. Genau hier zeigt sich ein typischer Branchenrhythmus: Erst werden überschaubare Varianten eingeführt, die Packaging- und Fertigungsparametern frühzeitig eine breite Testbasis geben. Danach folgen Modelle, die mehr Dies oder mehr Cache-/Skalierungsoptionen aktivieren. Für Unternehmen, die Planungszyklen für neue Workstations oder Rechenzentrums-Edge-Server anstoßen, heißt das: Eine Entscheidung für frühe SKU-Generationen sollte nicht nur die Kernzahlen berücksichtigen, sondern auch, ob die Plattform in späteren Varianten überhaupt das gewünschte Leistungs-/Effizienz-Korridor trifft.

Auch die Plattformseite ist in den Hinweisen klar benannt: Nova Lake soll auf den Sockel LGA1954 setzen. Ergänzend werden frühe visuelle Eindrücke zur Rückseite beziehungsweise zur Pad-Area eines Nova-Lake-Prozessors erwähnt. Solche Hinweise wirken in der Praxis wie ein Türöffner für alle, die Mainboards und Systemdesigns planen, denn ein neuer Sockel bedeutet nicht nur „anderes Board“, sondern auch Änderungen an Mechanik, Strompfaden, Halterungen und oft an Firmware-/Initialisierungsroutinen. Wenn zudem ein erstes Mainboard-Design eines Herstellers auftaucht, das explizit für Nova Lake vorgesehen sein soll, verschiebt das die Wahrscheinlichkeit: Hier geht es nicht mehr nur um Datenblätter, sondern um echte Plattformvorbereitung in der Ökosystemkette. Für Entwickler ist das relevant, weil Optimierungen rund um Scheduling, Thread-Pinning und Power-Management in vielen Fällen erst dann richtig greifbar werden, wenn die Plattform-Firmware und die Treiberlandschaft final genug sind.

Unterm Strich deuten die Informationen auf eine Core-Ultra-400-Serie hin, die sehr bewusst über Kernhierarchien und Cachevarianten differenziert. Der Core Ultra 9 4970K BFC sticht dabei heraus, weil er sowohl eine Kernzahl auf Höhe des 4950K genannten Referenzmodells erreicht als auch gleichzeitig über bLLC-Optionen neue Positionierungsspielräume schafft. Der Core Ultra 9 4900 BFC mit 65 W zeigt zudem, dass Intel offenbar nicht nur „mehr Kerne“, sondern auch ein klar begrenztes Effizienzprofil adressieren will. Und mit der iGPU-freien Core-Ultra-5-4650KF-Variante wird zudem ein Segment angesprochen, das stärker auf dedizierte Grafik setzt. Wer die nächste Plattformstrategie plant, sollte deshalb die Modellnummern wie ein System lesen: Kernverteilung, TDP, iGPU-Ausprägung und bLLC-Volumen zusammen entscheiden darüber, welche Workloads im Alltag wirklich profitieren – und welche nur auf dem Papier „gleich“ wirken.


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