LONDON (IT BOLTWISE) – Erste Geekbench-7-Ergebnisse zu Apples neuen SoCs zeigen deutliche Leistungsgewinne gegenüber den Vorgängergenerationen. Besonders beim Multi-Core setzt sich der M5 Ultra mit über 50.000 Punkten klar an die Spitze. Der M6 verbessert sich im Single-Core um rund 10 Prozent und baut seinen Vorsprung gegenüber ausgewählten x86-Referenzen weiter aus. Für die GPU-Vergleiche bleibt OpenCL zwar ein Anker, die Aussagekraft ist jedoch wegen Apples Fokussierung auf Metal begrenzt.

Apples nächste Mac-Generation bekommt mit Geekbench 7 eine erste harte Messlatte, die vor allem für CPU-Entscheider interessant ist: Die in synthetischen Benchmarks ermittelten Werte für M5 Ultra und M6 fallen gegenüber den vorherigen Chips spürbar besser aus. Wichtig ist dabei die Einordnung direkt in der Benchmark-Logik. Laut den Primate-Labs-Anpassungen ist Geekbench 7 nicht 1:1 mit Geekbench 6 vergleichbar, weil sowohl CPU- als auch GPU-Tests in der neuen Version neu justiert wurden. Gleichzeitig bleibt es bei synthetischen Benchmarks, die laut Anbieter realistischer messen und zudem mehr KI-Aufgaben enthalten.
Beim Blick auf den Prozessor zeigt sich, dass Apple im Single-Core nicht nur auf dem Papier zulegt, sondern den Abstand in dem vergleichsweise engen CPU-Feld deutlich erweitert. Der M6 setzt sich im Single-Core um etwa 10 Prozent gegenüber dem Vorgänger aus dem Vorjahr ab und baut den Abstand zu einem Referenzsystem mit AMD Ryzen 9 9950X3D aus: Der Vorsprung wächst von 15 auf 26 Prozent. Im Multi-Core skaliert der M5 Ultra dagegen besonders stark: Mehr als 50.000 Punkte katapultieren ihn in eine klare Spitzenposition. Damit schlägt er den bisherigen M3 Ultra um 34 Prozent und positioniert sich damit in einem Segment, in dem viele Anwender vor allem auf parallele Workloads wie Builds, Rendering oder datenintensive Berechnungen schauen.
Noch konkreter wird die Dynamik, wenn man die neue M6-Generation gegen etablierte Apple-Referenzchips setzt. In den Geekbench-7-Multi-Core-Ergebnissen liegt der M6 nur um rund 10 Prozent hinter der CPU-Leistung der Chips M4 Pro und M3 Max. Das ist ein bemerkenswerter Befund, weil er auf eine sehr effiziente Weiterentwicklung im CPU-Design hindeutet, statt auf einen „Sprung auf Kosten anderer Werte“. Gleichzeitig bleibt die zentrale Frage für viele Entscheider: Wie gut spiegeln diese Werte den Alltag in Produktivität und Entwicklung wider? Zwar liefern synthetische Benchmarks einen schnellen Vergleich, aber sie ersetzen keine Messungen unter realen Profilen – etwa beim Zusammenspiel aus Kompilierung, Code-Analyse, Speicherzugriffen und Event-getriebener Softwarelogik.
Bei der GPU trennt sich dann die Spreu vom Weizen, denn der Testmodus ist entscheidend. Primate Labs behält zwar einen OpenCL-Test für Apples SoCs bei, doch genau hier muss sich der M5 Ultra gegen NVIDIAs aktuelle High-End-GPUs messen. In der genannten OpenCL-Auswertung kann sich eine RTX 4080 knapp vor dem M5 Ultra platzieren. Noch deutlicher wird der Abstand zu NVIDIAs Speerspitze: Eine RTX 5090 übertrifft die Apple-Spitze dem Benchmark zufolge um 64 Prozent. Allerdings ist diese Art GPU-Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig, weil Apple die OpenCL-Schnittstelle offenbar als weniger vorrangig betrachtet und die eigenen Chips stattdessen auf Metal optimiert. OpenCL bleibt dadurch zwar der einzige näherungsweise Weg, Apples GPU-Werte mit Nvidia, AMD oder Intel aus Geekbench heraus zu vergleichen, aber das Test-Ökosystem ist eben nicht „wie in der Praxis“.
Für die Planung von Hardware-Zyklen folgt daraus ein zweistufiges Vorgehen: CPU-Gewinne lassen sich anhand der Geekbench-7-Zahlen relativ direkt ableiten, während GPU-Entscheidungen stärker von Anwendungssoftware abhängen. Wenn ein Unternehmen etwa überwiegend Entwicklerworkloads, Build-Pipelines und KI-nahe Automationen auf CPU-Seite fährt, ist der M6-Ansatz im Single- und Multi-Core ein starkes Argument. Sobald aber GPU-lastige Workflows dominieren oder Spiele eine Rolle spielen, gilt die im Bericht angelegte Einschränkung besonders: Die Leistung in Spielen kann abweichen, weil Spiele in der Regel andere Renderpfade nutzen als der synthetische OpenCL-Test und weil Apples bevorzugte Schnittstelle Metal die erreichbare Performance beeinflusst.
Technisch betrachtet lohnt auch der Blick darauf, warum Geekbench 7 überhaupt mehr KI-Arbeit abbilden will. Gerade in heterogenen SoCs, bei denen CPU, GPU und spezielle Beschleuniger gemeinsam an der Lastverteilung arbeiten, entscheidet nicht nur Rohleistung, sondern auch, wie ein Benchmark die Anteile und Ausführungswege anstößt. Dass Primate Labs sowohl CPU- als auch GPU-Tests angepasst hat, reduziert zwar den Vergleichsfehler gegenüber älteren Versionen, erhöht aber gleichzeitig die Notwendigkeit, Benchmarks als „Signal“ und nicht als vollständige Prognose zu behandeln. Für IT-Leiter und Entwicklerteams heißt das: Geekbench kann bei der Vorauswahl helfen, aber die finale Bewertung sollte auf typischen Szenarien aus dem eigenen Toolchain-Portfolio basieren.
In Summe erfüllt Apple mit den M5-Ultra- und M6-Werten die zur Vorstellung gesetzten Erwartungen und übertrifft sie teils leicht. Der M5 Ultra sticht im Multi-Core hervor, der M6 zieht im Single-Core spürbar nach und hält im Multi-Core engen Abstand zu Apple-internen Referenzen. Für die GPU-Welt bleibt OpenCL in Geekbench 7 ein brauchbarer, aber verzerrungsanfälliger Vergleichsanker; die reale Effektivität dürfte stärker davon abhängen, ob Anwendungen konsequent auf Metal setzen oder ob sie OpenCL beziehungsweise alternative Pfade nutzen. Wer die neuen Macs produktiv einsetzt, sollte deshalb neben CPU-Zielen frühzeitig auch GPU-Tests in den konkreten Zielanwendungen abwarten, insbesondere wenn Spiele oder GPU-basierte Engines im Lastprofil stehen.
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