LONDON (IT BOLTWISE) – Sonos bringt mit der Beam Ultra eine Dolby-Atmos-Soundbar auf den Markt, die spürbar näher an die größeren Geschwister rückt. Laut Testfokus liefern zusätzliche up-firing-Treiber mehr räumliche Höhe und eine deutlich bessere Gesamtinszenierung für Filme. Im Preisrahmen von 699 £ (bzw. 699 / 699? exakt: £699 / $699 / AU$1099) positioniert sich die Beam Ultra zwischen der Beam (Gen 2) und der Arc Ultra. Gleichzeitig verzichtet Sonos auf DTS: X sowie auf HDMI-Input und -Passthrough und setzt stark auf Trueplay, App-Features und saubere Dialogverständlichkeit.

Die Sonos Beam Ultra steht im Regal nicht als radikale Neuerfindung, sondern als gezielte Antwort auf ein sehr konkretes Problem: Die Beam (Gen 2) bietet bereits Dolby Atmos, aber die physische Umsetzung bleibt in der Kompaktheit der Soundbar begrenzt. Genau hier setzt das neue Modell an. Mit der Beam Ultra rückt Sonos einen Schritt näher an das Klangbild, das man von größeren Setups kennt – und genau deshalb sind die Erwartungen für „das Mittelkind“ so hoch: Die neue Soundbar hängt preislich direkt zwischen der Beam (Gen 2) und der Arc Ultra.
Technisch beginnt die Veränderung bei den Treibern. Die Beam Ultra kommt laut Beschreibung auf insgesamt neun Treiber und eine 7.1.2-Kanal-Konfiguration. Das wirkt auf dem Papier nach einem klaren Ausbau, in der Praxis entscheidet aber vor allem, wie diese Treiber arbeiten: Die beiden up-firing-tauglichen Einheiten auf beiden Enden sind der zentrale Hebel für die Atmos-Höhenwirkung. Damit verbessert Sonos gegenüber der Beam (Gen 2) den Ansatz von virtueller Atmos-Umsetzung hin zu stärkerem physischem „Nach-oben“-Signal. Zusätzlich setzt der Hersteller beim Center-Kanal auf eine neu gestaltete Komponente mit koaxialem Aufbau, bei dem ein Tweeter in einem Woofer integriert sein soll. Das soll laut Hersteller „Movies“ breiter und „Dialogue“ klarer machen – und diese Art von Zielrichtung passt zu dem, was viele Nutzer in Wohnzimmern am häufigsten hören: Stimmen, Effekte, Musik und dann alles durcheinander, aber bitte verständlich.
Bei der Ausstattung zeigt sich Sonos gleichzeitig pragmatisch und kompromissbereit. Die Beam Ultra unterstützt Dolby Atmos, setzt aber weiterhin auf kein DTS: X. Für Hörgewohnheiten, die stark auf Multi-Format-Surround angewiesen sind, kann das ein echter Nachteil sein. Noch deutlicher wird der „Ökosystem“-Gedanke beim HDMI-Konzept: Es gibt nur einen HDMI eARC-Port, keine dedizierten HDMI-Inputs und keinen HDMI-Passthrough. Wer also mehrere Zuspieler (Spielkonsole, TV-Box, Receiver) direkt an der Soundbar verdrahten will, muss weiterhin mit der HDMI-Anzahl am Fernseher auskommen. Dafür findet sich ein USB-C-Port, der in Verbindung mit optionalen Adaptern genutzt werden kann – etwa für den Line-In-Betrieb (3,5-mm-Aux) oder alternativ mit einem Combo-Adapter, der zusätzlich einen Ethernet-Anschluss liefert. Dazu kommt Bluetooth 5.3, Streaming via Spotify Connect und Tidal Connect sowie Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant. Bemerkenswert im Alltag: Sonos liefert keinen klassischen Fernbedienungsumfang mit; Lautstärke, Mute und grundlegende Steuerung lassen sich über die TV-Fernbedienung abbilden.
Die Einrichtung und Feineinstellung hängt stark an der Sonos-App und an Trueplay. Für die Abstimmung stehen zwei Modi bereit: Quick Tuning und Advanced Tuning. Beim Quick Tuning misst die Soundbar die Ausgabe über eigene Mikrofone und kommt in Sekunden zu einem brauchbaren Ergebnis – ideal, wenn man nicht durch den ganzen Raum laufen möchte. Advanced Tuning nutzt dagegen ein iOS-Gerät und erfordert Messungen aus verschiedenen Positionen im Raum, um Frequenzgang und räumliche Genauigkeit vor allem in größeren oder ungewöhnlich geschnittenen Wohnzimmern zu verbessern. Praktisch ergänzt Sonos das über EQ-Regler (Höhen, Bass, Treble) sowie ein Loudness-Feature, das standardmäßig aktiv ist und bei niedriger Lautstärke Bass und Höhen anheben soll. Außerdem gibt es ein Night Sound Setting, das Bass und Dynamik reduziert, wenn Nachbarn oder Mitbewohner nicht gestört werden sollen. Für Nutzer, die ohnehin über verschiedene Apps hören, bleibt auch die Multi-Device-Logik spannend: Sonos-Klang kann außerdem mit Sonos Ace oder neuem Ace Ultra als „privates“ Audioerlebnis kombiniert werden, und die Beam Ultra lässt sich als Teil eines Surround-Setups um drahtlose Sonos-Lautsprecher und einen Subwoofer erweitern.
Im Hörtest zeigt sich der Unterschied vor allem in der Atmos-Inszenierung und in der Tonordnung. Bei „Blade Runner 2049“ in Dolby Atmos werden Effekte sehr präzise platziert; die nach oben gerichteten Effekte sollen dabei besonders eindrucksvoll wirken, obwohl die Soundbar kompakt bleibt. Auch die räumliche Trennung der Stimmen – etwa wenn Officer K nach Hause kommt – wird als klar beschrieben: Die Hauptstimme steht nach vorn, die zweite Stimme im Hintergrund. Bei „No Time To Die“ werden die Höhenwirkung und die Ausdehnung in die Raumecken hervorgehoben, inklusive einer Atmosphäre, die über das, was die Beam (Gen 2) schafft, hinausgeht. Gleichzeitig bleibt die Tonalität laut Test bei Musik „emotionsgeladen“ und strukturiert, mit kontrolliertem Bass und klarer Organisation komplexer Arrangements. Ein wiederkehrender Punkt ist dabei die Verständlichkeit: Selbst wenn mehrere Sprecher und laute Effekte gleichzeitig laufen, bleibt Dialog besonders gut lesbar. Als kleinen Kritikpunkt nennt der Test, dass die Beam Ultra Sound weniger stark „nach vorn“ projiziert als einige direkte Wettbewerber; dadurch wirkt manche Stimme minimal weniger direkt, als man es bei alternativen Designs erwarten könnte.
Unterm Strich liefert Sonos mit der Beam Ultra eine messbar bessere Mittelposition. Gegenüber der Beam (Gen 2) handelt es sich um einen spürbaren Schritt nach vorn, vor allem wegen der zusätzlichen up-firing-Treiber und der erweiterten Treiberkonfiguration. Die Arc Ultra bleibt jedoch das technisch und klanglich „höhere“ Modell im Portfolio – Stichwort Autorität und Eleganz der Darstellung. Die Beam Ultra ist trotzdem interessant, weil sie die Vorteile der Sonos-Atmos-Ästhetik ins kompaktere Segment bringt und dabei bei der täglichen Bedienbarkeit auf Einfachheit setzt. Wer also eine Dolby-Atmos-Soundbar sucht, die Filme und Musik gleichermaßen sauber strukturiert, findet in der Beam Ultra einen plausiblen Sweet Spot – solange man mit den Sonos-typischen Einschränkungen bei DTS: X sowie beim HDMI-Passthrough leben kann.
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