LONDON (IT BOLTWISE) – Bitcoin hat sein Allzeithoch von 126.080 US-Dollar vom 6. Oktober 2025 bereits um rund 32% verfehlt und liegt damit deutlich unter dem Rekordniveau. Für Anleger wird die entscheidende Frage deshalb weniger „wie viel“ als vielmehr „wie lange“: Historisch dauerte es nach früheren Peaks 28 bis 38 Monate, bis Bitcoin wieder darüber hinausging. Der aktuelle Rücksetzer läuft zudem in einem Umfeld, das sich durch Spot-Bitcoin-ETFs seit 2024 spürbar verändert hat. Damit rückt eine Erholung innerhalb der nächsten Monate zwar näher, eine Rückkehr noch 2027 wirkt jedoch unwahrscheinlich.

Bitcoin braucht laut Historie 28 bis 38 Monate bis zum neuen Allzeithoch
Bitcoin braucht laut Historie 28 bis 38 Monate bis zum neuen Allzeithoch (Foto: IT BOLTWISE)
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Bitcoin hat sein Allzeithoch von 126.080 US-Dollar am 6. Oktober 2025 erreicht und notiert zur Jahresmarke 2026 rund 32% darunter, aktuell bei etwa 86.189 US-Dollar. In dieser Phase interessiert den Markt üblicherweise zuerst die Distanz zum Rekord. Betrachtet man aber die früheren Zyklen genauer, wird eine zweite Perspektive relevanter: Wie lange dauert es typischerweise, bis der vorherige Peak wieder übertroffen wird? Genau darauf zielt der Vergleich der bisherigen Erholungszeiten ab und zeigt, dass es sich bei der aktuellen Schwäche nicht nur um eine Momentaufnahme, sondern um ein historisch wiederkehrendes Timing-Problem handelt.

Die Datenlage, die sich aus drei klar unterscheidbaren Hochphasen ergibt, führt zu einer relativ engen Spanne. Nach dem Peak im Dezember 2013 dauerte es nach den Angaben im Text rund 38 Monate, bis Bitcoin das nächste Hoch erreichte, wobei der nächste Sprung bereits im Februar 2017 sichtbar wurde. Beim Hoch im Dezember 2017 lag die nächste Bestmarke demnach erst im Dezember 2020 in Reichweite, also nach etwa 36 Monaten. Die bislang schnellste Erholung aus dieser Sequenz folgte nach dem Peak im November 2021: Dort wurde der nächste Rekord erst im März 2024 erreicht, nach ungefähr 28 Monaten. Auffällig ist vor allem die Trendrichtung: In diesem kleinen Datenset wurden die Rückgewinnungsphasen nacheinander kürzer, von 38 auf 28 Monate. Gleichzeitig mahnt der Text zur Vorsicht, weil sich die Marktstrukturen je Zyklus geändert haben.

Technisch betrachtet ist ein „Drawdown“ im Kern die Strecke zwischen einem lokalen Maximum und dem späteren Tiefpunkt. Der Text ordnet die aktuelle Schwäche zeitlich als „relativ früh“ ein, weil die Spanne seit dem letzten Rekord nahe an einem Jahr liegt und damit früher ist als bei den vorherigen Erholungen. Noch wichtiger ist jedoch die Tiefe: Nach dem Peak 2013 fiel Bitcoin laut den Angaben etwa um 85%, nach 2017 um rund 84% und nach 2021 um ungefähr 77%. Aktuell liegt der Kursstand etwa 32% unter dem 2025er Rekord, also deutlich weniger als in den früheren Abstürzen. Das bedeutet: Es ist weniger „Boden“ nach unten zurückzulegen, aber zugleich kann sich die Preisfindung schwerer gestalten, weil der Marktwert inzwischen um ein Vielfaches höher ist als in früheren Phasen. Im Text wird die Marktbewertung mit rund 1,73 Billionen US-Dollar beziffert, was nahelegt, dass größere Kapitalbewegungen erforderlich sind, um den Kurs merklich weiter nach oben zu treiben.

In diesem Zusammenhang spielt die Zusammensetzung der Marktteilnehmer eine zentrale Rolle. Der Text stellt darauf ab, dass Bitcoin in früheren Zyklen stärker von kleineren, weniger regulierten Handelsplätzen geprägt war, während später vor allem Retail-Käufe die Nachfrage getragen haben. Für die aktuelle Phase nennt der Text einen wichtigen zusätzlichen Faktor: Spot-Bitcoin-Exchange-Traded-Funds (ETFs) seit Januar 2024. Diese Struktur soll mehr institutionelle Kaufkraft in den Markt bringen und damit dazu beigetragen haben, dass Bitcoin die 2021er Bestmarke bereits zwei Monate nach dem Erreichen der ETF-Phase überschreiten konnte. Gleichzeitig betont der Text, dass die aktuelle Schwäche für Institutionen eine neue Bewährungsprobe ist, weil es für viele dieser Akteure der erste „volle“ Drawdown seit dem Einstieg in den Markt sein könnte. Damit verschiebt sich das Gleichgewicht aus Liquidität und Erwartungsmanagement: Nicht nur die Nachfrage zählt, auch die Risikobereitschaft in einem Markt, der gerade lernt, wie sich das ETF-Exposure in volatilen Phasen verhält.

Kurzfristige Indikatoren liefern derzeit zwar eine gewisse Entspannung. Laut den Angaben im Text hat Bitcoin in den letzten Wochen etwa 6% zugelegt und das erste Quartal nach drei Verlustquartalen im Zeitraum Juli bis September beendet. Das spricht dafür, dass der Verkaufsdruck zumindest zeitweise nachgelassen haben könnte. Dennoch ist eine einmonatige Erholung statistisch kein Ersatz für einen kompletten Zyklus: Der Text stellt explizit die Historie in den Vordergrund, wonach selbst die schnellsten Erholungen in dieser Betrachtung mehr als zwei Jahre benötigten. Für die heutige Bewertung ergibt sich daraus ein konkretes Aufgabenprofil: Um das alte Rekordniveau von 126.080 US-Dollar zu brechen, müsste Bitcoin laut den Angaben ungefähr 46% zulegen. In einer Welt, in der sich Marktmechanik und Teilnehmerbasis geändert haben, ist das kein „unmöglich“, aber es verlangt einen Kraftakt, der über kurzfristige Trendwenden hinausgeht.

Vor diesem Hintergrund wirkt die Frage nach einem neuen Allzeithoch vor dem Jahresende 2027 eher ambitioniert. Der Text argumentiert, dass dafür eine deutlich schnellere Erholung nötig wäre als alles, was in den bisherigen Phasen beobachtet wurde. Konkret heißt es: Bis Dezember 2027 wären es rund 26 Monate seit dem Oktober-2025-Peak, also nur etwa zwei Monate schneller als die beobachteten 28 Monate nach dem 2021er Hoch. Damit würde ein Beschleunigungsgrad erforderlich, den die Historie im betrachteten Rahmen nicht hergibt. Umgekehrt formuliert: Wenn Bitcoin bis Februar 2028 weiterhin unter dem Rekord bleibt, wären das 28 Monate nach dem Peak und damit eher ein Hinweis auf eine Erholung „im Muster“ des 2021er Zyklus. Für Unternehmen und professionelle Anleger ist diese Gegenüberstellung vor allem deshalb relevant, weil sie Timing-Risiken in Planungsannahmen übersetzen hilft – etwa bei Kapitalallokationen, Absicherungsstrategien oder bei internen Modellen, die Volatilität und Liquiditätsbedarf berücksichtigen müssen.


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