SANTA CLARA / LONDON (IT BOLTWISE) – Für die GeForce RTX 5090 werden aus Zuliefer- und Fabrikhinweisen Hinweise auf einen Produktionsstopp genannt. Zwei Hardware-Leaker behaupten, Nvidia setze die GB202-Chips künftig stärker in der Profi-Linie RTX PRO ein. Während die 5090 damit in Engpässe geraten könnte, soll die GeForce RTX 5080 mit 24 GB VRAM die Spitze der Consumer-Palette übernehmen. Bestätigt ist das bislang nicht.

RTX 5090 soll ab Werk gestoppt werden: RTX 5080 mit 24 GB als Ausweg?
RTX 5090 soll ab Werk gestoppt werden: RTX 5080 mit 24 GB als Ausweg? (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Gerüchte rund um NVIDIAs GeForce-Topmodell nehmen Fahrt auf: Für die RTX 5090 soll laut zwei unabhängigen Leaker-Angaben die Fertigung beendet werden. Beide Hinweise stammen vom 10. Oktober 2026 und wurden über X veröffentlicht; Santa Clara bestätigte bislang weder einen Produktionsstopp noch nannte Nvidia ein konkretes Enddatum. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass die Nachfrage ohnehin hoch war, sondern dass sich die Meldung in eine Phase fällt, in der die Karte in den USA bereits zeitweise aus den Shops verschwunden ist.

Was besonders auffällt: Die beiden Leaker reden nicht über exakt dasselbe Szenario. MEGAsizeGPU schreibt sinngemäß, alle zukünftigen GB202-Zulieferungen seien der RTX PRO vorbehalten. Das würde bedeuten, dass Standard-Varianten der RTX 5090 und auch die für den chinesischen Markt genannten „D“-Modelle zwar theoretisch noch auf dem Markt existieren, aber ab einem bestimmten Punkt keine weiteren GB202-Wafer mehr als Basis für Gaming-Karten erhalten. Hongxing2020 geht weiter und beschreibt zusätzlich ein konkretes „Ersatzbild“: Er spricht davon, dass Nvidia kein RTX-5090-Modell mehr verkaufen werde, während die RTX 5080 mit 24 GB VRAM die nächste Spitzenposition übernimmt. In dieser zweiten Lesart läuft zudem die 5080 mit 16 GB aus.

Technisch lässt sich die Argumentationslinie nachvollziehen, weil der GB202-Chip als Blackwell-Desktop-SoC groß genug ist, um in mehreren Produktlinien gleichzeitig „gezogen“ zu werden. Die RTX 5090 nutzt dabei eine abgespeckte Variante mit 21.760 CUDA-Kernen, 32 GB GDDR7 auf einem 512-Bit-Interface und einer Leistungsaufnahme von 575 Watt. Die RTX PRO 6000 Blackwell basiert laut den genannten Spezifikationen auf demselben Silizium, jedoch mit 24.064 CUDA-Kernen und 96 GB GDDR7. Auch die RTX PRO 5000 soll auf demselben Chip aufbauen. Wenn GB202-Kapazitäten stärker in die Profi-Linie gelenkt würden, wäre das im Kern eine Verschiebung in der Preislogik: Nicht die Wafer würden „verschwinden“, sondern die Zuordnung zu Kartenklassen.

Damit bekommt das Gerücht eine zweite, praktischere Dimension: Bei der RTX 5080 mit 24 GB VRAM ist das „Top-Geforce“-Narrativ nicht zwingend neu. VideoCardz hatte bereits im September 2024 über diese Variante berichtet, noch bevor Blackwell offiziell vorgestellt wurde; spätere Gespräche verknüpften die Idee zudem mit „SUPER“-Varianten. Im Juli 2026 wurde wiederum erwähnt, dass ein Marktstart aus Kostensicht ausgebremst worden sei, konkret wegen der Kosten für 3-GB-GDDR7-Module. Technisch ist das mit Blick auf das Speicher-Interface plausibel durchzurechnen: Ein 256-Bit-Design steuert über acht Speicherchips, sodass sich bei 2-GB-Modulen 16 GB ergeben und bei 3-GB-Modulen 24 GB. Warum die Kostenbarriere nun als „tragbar“ gelten könnte, bleibt in den vorliegenden Aussagen jedoch ohne belastbare Belege, wodurch die 24-GB-Variante zwar wie ein logischer Schritt wirkt, aber weiterhin als gerüchtete Markteinordnung zu behandeln ist.

Für Käufer mit Fokus auf lokale KI-Modelle liegt der Knackpunkt weniger in CUDA-Kernen als im VRAM. Genau deshalb wird die Meldung in Communities wie r/LocalLLaMA besonders intensiv diskutiert: Wer Modelle lokal betreibt, kauft zuerst Speicher und dann Rechenleistung, weil der VRAM entscheidet, welche Modellgrößen überhaupt auf die Karte passen. In der Leaker-Logik hätte die RTX 5080 mit 24 GB im Vergleich zur RTX 5090 mit 32 GB deutlich weniger Reserve, grob ein Viertel Kapazität weniger. Ein Nutzerbericht nennt in der Praxis Preise von über 6.500 Euro, in manchen Regionen sogar bis zu 9.000 Euro; das ist zwar nur eine Einzelaussage, passt aber in die Größenordnung, die auch in der Gerüchtekommunikation zur Marktlage auftaucht (für die RTX 5090 etwa 7.000 bis 9.600 US-Dollar). Besonders für Workloads mit größeren Kontextlängen wird die Frage „Wie lange reicht der Speicher?“ damit zum kaufentscheidenden Risiko.

Für Alternativen ergibt sich daraus ein dreigeteilter Entscheidungsraum. Erstens: der Aufstieg in die Profi-Linie, etwa über eine RTX PRO 6000 Blackwell mit 96 GB GDDR7, falls dort weiterhin derselbe GB202-High-End-Ansatz genutzt wird. Zweitens: der Kauf kompletter Systeme für lokale Inferenz, wie Minisforum mit dem MS-S1 MAX-P495 (genannt mit 7.799 Euro) oder HP mit einer OmniBook-Variante ab 2.999 US-Dollar, die jeweils auf ein „ready to run“-Setup zielen. Drittens: das Modell nicht auf eigener Hardware betreiben, sondern über GPU-VPS-Angebote; als Referenz tauchen etwa Contabo mit 999 Euro und Hetzner mit 1.197 Euro für vergleichbare Einstiegsstufen auf. Dass die Nachfrage nicht nur in Foren existiert, unterstreicht zudem Microsofts eigener Schritt, DeepSeek V4 Flash und Nemotron lokal unter Windows mit einem Framework-Setup (inklusive llama.cpp in Windows ML) anzukündigen. Der Punkt: KI-Software treibt den Bedarf an VRAM konsistent nach oben, unabhängig davon, ob eine konkrete GPU-Generation planbar verfügbar bleibt.

Unklar bleibt vor allem das Timing, weil Nvidia den Produktionsstopp nicht bestätigt. Das ist relevant, weil es bereits frühere Präzedenzfälle für ähnliche „End-of-Life“-Narrative gab: Einmal kursierte die Idee, die Founders Edition werde aufgegeben, und später erklärte Nvidia, die Produktion laufe weiter. Auch gab es ein „wildes Gerücht“, die RTX 5090 sei effektiv „End of Life“; diesmal stehen allerdings zwei unterschiedliche Quellen im Raum, von denen mindestens eine eine Fabrikmitteilung andeutet. Zusätzlich spielt das Kapitel China hinein, da die „D“-Varianten den chinesischen Markt adressieren sollen; wenn diese tatsächlich vom Stopp betroffen wären, könnte die Karte dort schnell aus dem Sortiment verschwinden. Bis Santa Clara spricht, bleibt daher die zentrale Realität: Für die nächsten Wochen liegt der Hebel bei der Verfügbarkeit, und die Preise wirken bereits wie ein Vorgriff darauf, dass Engpässe sich nicht nur „wahrscheinlich“, sondern in der Praxis schon messbar sind.


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