KÖLN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die May&Co Gruppe aus Hamburg hat in Köln ein Entwicklungsgrundstück in direkter Nachbarschaft zum UNESCO-Welterbe Kölner Dom erworben. Geplant ist ein Refined-Lifestyle-Hotel mit rund 250 Zimmern auf dem rund 1.600 m² großen Areal Dompropst-Ketzer-Straße 1–19. Das Projekt soll Mitte 2030 fertiggestellt werden und setzt auf Bestandsschutz: Die beiden Untergeschosse des Gebäudes von 1974 sollen erhalten bleiben. Für das Vorhaben ist zudem eine Zertifizierung nach LEED Gold vorgesehen.

Die May&Co Gruppe setzt mit der Akquisition eines Grundstücks in der unmittelbaren Domumgebung ein klares Zeichen im ohnehin dicht umkämpften Hotelmarkt rund um den Kölner Hauptbahnhof. Konkret geht es um die Dompropst-Ketzer-Straße 1–19, also um eine Lage an der Nahtstelle zwischen hochfrequentierter Mobilitätsinfrastruktur und dem UNESCO-Weltkulturerbe Kölner Dom. Gerade diese Mischung macht das Grundstück strategisch: Besucher- und Geschäftsströme bündeln sich hier, während die städtebauliche Verantwortung zugleich hoch ist.
Technisch und planerisch setzt May&Co dabei auf einen Ansatz, der im Projektkontext weniger nach „Neubau um jeden Preis“ klingt, sondern stärker nach gezieltem Material- und Bestandserhalt. Die Planung sieht vor, die beiden Untergeschosse des Bestandsgebäudes aus dem Jahr 1974 zu behalten, während das oberirdische Gebäude vollständig durch eine neue Struktur ersetzt wird. Aus Nachhaltigkeitssicht ist das ein Unterschied in der Materialbilanz: Der Erhalt wesentlicher Bauteile kann den Bedarf an neuen, energieintensiv herzustellenden Materialien reduzieren. Gleichzeitig entsteht dadurch eine klare Trennlinie zwischen dem, was erhalten wird, und dem, was architektonisch und funktional neu gedacht werden kann.
Mit Blick auf den Projektumfang nennt May&Co eine Gesamtbruttogeschossfläche von etwa 13.200 m². Ergänzend sind rund 40 Tiefgaragenstellplätze vorgesehen, was die Lage am Hauptbahnhof zwar unterstützt, aber auch zeigt, dass das Vorhaben nicht nur auf „urbane Anreise“ setzt, sondern den Betrieb für unterschiedliche Gästeprofile mitdenkt. Für ein Refined-Lifestyle-Hotel mit etwa 250 Zimmern ist die Größenordnung zudem plausibel: Bei dieser Zimmerzahl wird meist eine effiziente Flächenorganisation aus Zimmertrakten, Back-of-House und öffentlich nutzbaren Bereichen entscheidend, damit der Betrieb auch im Alltag wirtschaftlich bleibt.
Die geplante Fertigstellung ist für Mitte 2030 angelegt. Damit reiht sich das Projekt in einen Zeitraum ein, in dem Bau- und Immobilienvorhaben in Innenstadtnähe typischerweise nicht nur von der Entwurfsqualität, sondern auch von Genehmigungs- und Lieferketten abhängen. Interessant ist hier, dass die Nachhaltigkeitsarchitektur nicht nur als „Ziel“ formuliert wird: May&Co plant eine Zertifizierung nach dem LEED-Gold-Standard. Genau solche Vorgaben wirken in Projekten meist entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Energie- und Anlagenkonzepten über Baustoffwahl bis hin zu Betriebsannahmen und Dokumentation. Zusätzlich werden durch die beabsichtigte Einsparung von „grauer Energie“ besonders die Weichen für den Lebenszyklus gestellt.
Auch die Aussagen des Geschäftsführers Andreas Gladisch unterstreichen die strategische Lesart der Lage. Er beschreibt die Position als exponiert an der Schnittstelle zwischen Hauptbahnhof und Kölner Dom und argumentiert, das Projekt werde ein stadtbildprägendes Element sein. Dass Gladisch die Beibehaltung der Untergeschosse ausdrücklich mit dem schonenden Umgang mit der historischen Bausubstanz verbindet, zielt zugleich auf Akzeptanz bei Stakeholdern, die in so sensiblen Lagen auf Integrationsfähigkeit achten. Für den Betrieb kann eine solche „Gemischtlogik“ ebenfalls relevant werden: Gäste erwarten in Domnähe nicht nur Zimmerkomfort, sondern auch ein stimmiges Gesamtbild.
Beim Erwerbsprozess waren verschiedene Beratungspartner eingebunden. In rechtlichen Fragen begleitete Arnecke Sibeth Dabelstein die May&Co Gruppe; die technische Beratung übernahm die Novia Consulting GmbH. Auf Verkäuferseite unterstützte JLL die Transaktion und übernahm zudem die Vermittlung des Verkaufs, während die rechtliche Vertretung der Verkäuferin durch die Kanzlei Loschelder erfolgte. Für die Projektumsetzung ist ein sauberer Transaktions- und Beratungsablauf oft mehr als Formalie: Er beeinflusst die Ausgangslage für spätere Schritte wie Machbarkeit, Genehmigungsstrategie und die Definition technischer Anforderungen, die später im Bauprozess entscheidend werden.
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