BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Vzmore AX9 Max tritt mit einem ungewöhnlichen Ziel an: kompakte Hardware, die zugleich für lokale KI-Modelle und praxisnahes Gaming taugt. Im Test zeigt der Mini-PC ein hochwertiges Aluminiumgehäuse, viele moderne Anschlüsse und eine Kühlung mit Dampfkammer. Für KI kommt Ollama als Laufzeitumgebung zum Einsatz und verarbeitet Qwen-Modelle je nach Größe mit teils deutlichen Unterschieden bei der Token-Rate. Beim Spielen erreicht der Rechner in Full-HD mit dynamischer Upscaling-Technik flüssige Zustände, bleibt dabei aber trotz hoher Leistung angenehm beherrschbar.

Der Vzmore AX9 Max wird auf dem Mini-PC-Markt nicht nur als „kleiner Desktop“ positioniert, sondern als System, das zwei bislang oft getrennte Welten zusammenbringt: lokal laufende KI und echtes Gaming-Feeling. Mini-PCs haben sich in Büros und Heimbereichen bereits etabliert, weil sie weniger Platz brauchen und sich schnell in bestehende Setups integrieren lassen. Im Alltag zeigte sich auch schon, dass sie 4K-Aufgaben stemmen können. Der Engpass lag jedoch häufig genau dort, wo es für Künstliche Intelligenz und aktuelle Spiele ernst wird: bei Rechenleistung, Grafikleistung und der Frage, ob das Gerät Leistung dauerhaft hält, statt sie nur in kurzen Turbo-Phasen zu zeigen.
Vzmore adressiert diese Erwartung mit einem deutlich auf Effizienz und Anschlussvielfalt ausgelegten Hardware-Design. Das Gehäuse misst lediglich 135 × 131,8 × 57,7 Millimeter und besteht aus Aluminium, was nicht nur die Haptik verbessert, sondern auch die Wärmeabfuhr unterstützt. Auf der Oberseite sitzt ein auffällig gestaltetes Firmenlogo, das stilistisch an Automarke-Ästhetik erinnert und damit ein klares Markenstatement setzt. Noch spannender als das Design ist die Anschlusssektion: Auf der Rückseite finden sich zwei USB-C-Anschlüsse mit USB 4 bis zu 40 Gbit/s, wobei einer zugleich als Stromanschluss dienen kann. Ergänzt wird das um eine USB-A-Buchse (USB 3.2 Gen 2 bis 10 Gbit/s), eine weitere USB-A-Verbindung (USB 2.0) für unkomplizierte Peripherie sowie gleich zwei 2,5-Gbit-LAN-Ports. Für die Anzeige liefert der AX9 Max außerdem zwei HDMI-2.1-Ausgänge; damit sind laut Test vier Monitore möglich, mit Videoauflösung bis 8K.
Damit das System in dieser Leistungsklasse nicht nach kurzer Zeit abkühlt und drosselt, setzt Vzmore auf eine aktive Kühlung, die ungewöhnlich detailliert beschrieben wird. Auf der Rückseite sorgen große Lüftungsschlitze für den Abtransport der heißen Luft, während Frischluft über Öffnungen am Sockelbereich unter dem Gerät angesaugt wird. Zentral ist dabei die Kombination aus großem Ventilator und Dampfkammer (Vapor Chamber), die typischerweise Wärme schneller und gleichmäßiger verteilt, als es ein einzelner Heatspreader in kompakten Geräten oft schafft. Angetrieben wird der Mini-PC von einem AMD Ryzen AI 9 HX 470, während die integrierte Grafik über eine AMD Radeon 890M bereitgestellt wird. In den Leistungsmodi wird ein Bereich von bis zu 65 Watt im Performance-Modus genannt, 54 Watt im ausbalancierten Betrieb und 45 Watt im Flüstermodus; genau diese abgestuften Profile entscheiden darüber, ob sich das Gerät für Büro, kreative Workloads oder längere KI-Ausführungen sauber einfügt.
Für die Speicherbasis setzt der AX9 Max auf eine solide Plattform: 32 Gigabyte DDR5 SO-DIMM RAM, die bis auf 256 GB ausbaubar sein sollen. Beim Massenspeicher kommt eine M.2-SSD im Format 2280 mit PCIe Gen4 x4 zum Einsatz, im Test mit 1 Terabyte Kapazität und einem Slotszenario bis 4 Terabyte; ein zweiter Slot ist unbesetzt, wird aber ebenfalls mit bis zu 1 TB unterstützt. Besonders aufschlussreich sind die gemessenen Geschwindigkeiten: In einem AS-SSD-Benchmark werden 6318 Punkte erreicht, beim Schreiben liegen die Werte bei rund 4800 MB/s, beim Lesen knapp darunter bei etwa 3800 MB/s. Im täglichen Einsatz bleibt das System damit pfeilschnell, und auch 4K-Videobearbeitung oder anspruchsvolle Bildbearbeitung werden als problemlos beschrieben. Auf der CPU-Seite zeigt sich außerdem deutliche Reservierung: In Procyon Essential kommt der Rechner auf 4320 Punkte, Geekbench 7 erreicht 2694 im CPU-Test (Single) sowie 16858 mit allen zwölf Kernen (Multi). In Geekbench liegt die GPU-Leistung bei 31832 Punkten.
Gerade bei lokaler KI zeigt sich, warum der AX9 Max mehr als nur „gamingfähig“ sein soll. Für die Einordnung der KI-Fähigkeiten wurde unter anderem Geekbench AI genutzt, wobei der Ryzen AI 9 HX 470 Werte von 3930 (einfach), 1892 (halb) und 7531 (quantifiziert) erreicht. Praxisnäher fällt jedoch der Laufzeitversuch aus: Als Umgebung dient Ollama, und getestet werden Qwen-Modelle in unterschiedlichen Größen. Dabei entscheidet weniger die reine Modellgröße über die Geschwindigkeit, sondern das Zusammenspiel aus RAM, Modellarchitektur und Kontextlänge. Mit Qwen3:4b werden rund 29 Tokens pro Sekunde erreicht, bei Qwen3:8b sind es noch etwas über 15 Tokens pro Sekunde. Beim Sprung zu Qwen3.8:27b fällt der Wert auf etwa 8,8 Tokens pro Sekunde; als wahrscheinlicher Flaschenhals wird der Arbeitsspeicher genannt. Für Unternehmen und Entwickler ist das vor allem eine Planungsfrage: Wer kleine bis mittelgroße lokale Assistenz- oder Wissensmodelle betreiben will, findet hier einen pragmatischen Einstieg, während größere Modelle mit höheren Anforderungen an RAM und Datenverwaltung konfrontiert werden.
Beim Thema Gaming bleibt der AX9 Max dagegen ein „talentierter“ Kompromiss, nicht die Zielplattform für maximale Grafikradar-Kriegslust. Im Test wird das brandneue „Gears of Wars: E-Day“ in der Solo-Kampagne gespielt; in Full-HD gelingt mit dynamischem Upscaling (TSR) ein flüssiges Erlebnis über automatische mittlere Einstellungen. Als Zielwert sind 90 FPS eingestellt, und das Spiel lässt sich damit so betreiben, dass der Mini-PC nicht wie ein Notnagel wirkt. Gleichzeitig bleibt die thermische und akustische Realität im Rahmen: Der Lüfter ist bei Höchstleistung zwar deutlich hörbar, wird aber im Nahbereich am Schreibtisch als nicht unangenehm beschrieben. Schon im ausbalancierten Modus klingt das Gerät praktisch „weg“, während der Flüstermodus für Office-Alltag sogar als ausreichend leise gilt. Damit positioniert sich der Vzmore AX9 Max als Multi-Talent für gemischte Workloads: produktiv arbeiten, lokal KI nutzen und nebenbei spielen, ohne ständig zwischen völlig unterschiedlichen Maschinenwelten wechseln zu müssen.
Am Ende steht ein klares Gesamtbild: Der Vzmore AX9 Max erfüllt im Test, was die Hardware-Spezifikationen versprechen. Die Kühlung mit Dampfkammer unterstützt eine dauerhafte Leistungsfähigkeit, die für längere KI-Läufe und kreative Aufgaben wichtiger ist als ein Spitzenwert im Benchmark. Für lokale Künstliche Intelligenz ist er besonders dann interessant, wenn Modelle im kleinen bis mittleren Bereich eingesetzt werden und genügend RAM eingeplant ist, um Kontextfenster effizient zu fahren. Beim Gaming ist das Gerät eher eine solide Wahl für flüssiges Spielgefühl in realistischen Einstellungen als eine Plattform für absolute Ultra-Visuals. Preislich liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei knapp 1550 Euro; Schnäppchenjäger können zusätzlich von einem Einführungsangebot auf der Herstellerseite profitieren. Für Käufer mit Fokus auf „ein Gerät für alles“ wirkt der AX9 Max daher wie ein bewusst zusammengesetztes Paket aus Rechenleistung, I/O-Design und Kühlkonzept.
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