LONDON (IT BOLTWISE) – Roche meldet für das dritte Quartal 2026 ein Umsatzwachstum von +7% zu konstanten Wechselkursen (CER) und +8% in Schweizer Franken. In den ersten neun Monaten steigt der Konzernumsatz um +6% (CER). Treiber sind insbesondere die Pharma-Verkäufe mit +7% (CER) sowie die Diagnostics-Sparte mit +4% (CER). Parallel laufen Zulassungen, beschleunigte Verfahren und neue Studien, darunter der Bluttest Elecsys pTau217 zur Alzheimer-Biomarker-Erkennung.

Roche trifft im dritten Quartal 2026 den richtigen Ton für den Kapitalmarkt: Das Unternehmen steigerte die Konzernverkäufe um +7% zu konstanten Wechselkursen (CER) und um +8% in Schweizer Franken. Über die ersten neun Monate summiert sich daraus ein Plus von +6% (CER) bei +1% in CHF. Entscheidend ist dabei weniger der reine Rhythmus als die Branchenlogik dahinter: Roche verweist explizit auf eine weiterhin hohe Nachfrage nach innovativen Medikamenten und Diagnostika – ein Muster, das sich in vielen Biotech- und Pharma-Quartalszahlen wiederholt, sobald mehrere wachstumsstarke Produkte gleichzeitig in unterschiedlichen Indikationen greifen.
Technisch betrachtet zeigt die Aufschlüsselung, wie Roche den Konzernumsatz in zwei klar getrennte Wertschöpfungssäulen übersetzt. In der Division Pharma lagen die Verbräuche in den ersten neun Monaten bei +7% (CER), während in CHF +2% und in USD +8% gemeldet werden. Im dritten Quartal bleibt das Bild konsistent: +7% (CER) bzw. +8% in CHF. Die wichtigsten Wachstumstreiber nennt Roche mit konkreten Produktbeispielen wie Xolair, Hemlibra, Ocrevus, Phesgo und Vabysmo, die zusammen in den ersten neun Monaten auf Verkäufe von CHF 16,8 Milliarden kommen – das entspricht einem Wachstum von +12% zu konstanten Wechselkursen. Daneben macht das Unternehmen auch deutlich, dass „Patentendeffekte“ nicht verschwinden: Die Umsätze von Produkten mit abgelaufenen Patenten gingen insgesamt zurück, gleichen mussten sie jedoch nicht nur durch Neuprodukte, sondern auch durch Indikations- und Portfolio-Shifts.
Auch der Regionalschwerpunkt liefert ein Stück operative Wahrheit. In den USA stiegen die Verkäufe um +5% (CER) auf weitgehend stabile CHF-Basis; als Begründung nennt Roche das anhaltende Wachstum bei Xolair, Hemlibra, Ocrevus, Polivy und Tecentriq, während Rückgänge bei Kadcyla und Perjeta durch das Wachstum anderer Produkte überkompensiert wurden. In Europa waren es +2% (CER). Auffällig ist die Dynamik in Japan mit +25% (CER), die Roche unter anderem mit Lieferungen an Dritte und dem Wachstum von Lunsumio, Hemlibra, Polivy, Elevidys und Vabysmo in Verbindung bringt; zeitliche Effekte rund um die Einführung eines neuen Enterprise-Resource-Planning-Systems (ERP) wirkten dabei ebenfalls unterstützend.
Bei Diagnostics zeigt sich, dass Wachstum in der Diagnostik zwar nicht immun gegen Makroeffekte ist, aber dennoch eigene Hebel besitzt. Für die ersten neun Monate meldet Roche +4% (CER) bei CHF praktisch auf Vorjahresniveau und +6% in USD. Das Unternehmen nennt die Nachfrage nach Lösungen für Zentrallabors und für Pathologie als Grund; zugleich habe diese Nachfrage Preisreformen im chinesischen Gesundheitswesen mehr als ausgeglichen. In EMEA (Europa, Nahost und Afrika) lagen die Diagnostics-Verkäufe auf Vorjahresniveau bis leicht darüber, während Nordamerika besonders stark war: dort stiegen die Konzernverkäufe laut Mitteilung um +9% (CER), wofür Roche insbesondere die Kundenbereiche Core Lab, Pathology Lab und Molecular Lab anführt.
Parallel zu den Zahlen zeigt Roche eine breite Projektpipeline, die im jetzigen Marktumfeld zwei Signale sendet: Erstens soll der Umsatzanstieg durch neue Indikationen abgesichert werden; zweitens werden Diagnostik- und Biomarker-Ansätze sichtbar stärker mit Therapieentwicklung verknüpft. In den Ereignissen nennt Roche unter anderem US-Zulassungen für Tecentriq in der adjuvanten Behandlung von Darmkrebs im Stadium III mit defekter DNA-Mismatch-Reparatur sowie für Gazyva/Gazyvaro zur Rückfallrisikoreduktion bei bestimmten Formen des nephrotischen Syndroms im Kindesalter. Zudem laufen beschleunigte Verfahren für Fenebrutinib bei multipler Sklerose sowie ein beschleunigtes Prüfprogramm für Giredestrant bei Brustkrebs im Frühstadium und fortgeschrittenen Stadien. Für die Diagnostik ist besonders der Bluttest Elecsys pTau217 relevant: Roche positioniert ihn als von der FDA zugelassenen Einzel-Biomarker-Test zur Unterstützung der Erkennung einer mit Alzheimer assoziierten Amyloid-Pathologie in der Primär- und Facharztversorgung.
Auch operativ zieht Roche an mehreren Stellschrauben: Die Mitteilung spricht von Kapazitätsausbau in der Produktion sowie in Forschung und Entwicklung, etwa durch eine Anlage für injizierbare Arzneimittel und Verabreichungssysteme in Hillsboro sowie ein Innovation Center Boston für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen. Für die KI- und Digital-Parallelwelt weniger sichtbar, aber im Tagesgeschäft hoch relevant sind solche Fertigungs- und Engineering-Investitionen, weil sie Skalierungsspielräume schaffen, wenn die Nachfrage wie im dritten Quartal wieder anzieht. Dazu passt der Ausblick: Roche bestätigt die Prognose für das Gesamtjahr 2026 und erwartet eine Zunahme der Konzernverkäufe im mittleren einstelligen Bereich (CER). Beim Kerngewinn je Titel peilt das Unternehmen ebenfalls Wachstum im hohen einstelligen Bereich (CER) an, zugleich kündigt Roche an, die Dividende in Schweizer Franken erneut erhöhen zu wollen.
Thomas Schinecker, CEO von Roche, ordnet die Zahlen entsprechend ein: „Wir erzielten im dritten Quartal ein starkes Verkaufswachstum von +7% zu konstanten Wechselkursen und +8% in Schweizer Franken. Noch entscheidender sind die Erfolge, die wir für Patientinnen und Patienten weltweit erzielen konnten.“ Der Fokus bleibt damit zweigleisig: wirtschaftlich liefern stabile Wachstumsbeiträge aus dem existierenden Produktmix, während die Pipeline – von neuen Therapien bis zu Diagnostiktests – den Anschluss für die kommenden Quartale vorbereiten soll. Für Unternehmen im Gesundheitssektor bedeutet das praktisch, dass Roche nicht nur seine Absatzseite stabilisiert, sondern auch die Mess- und Entscheidungsfähigkeit in Kliniken mitdenkt, etwa über Biomarker, die Therapiepfade früher festlegen sollen.
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