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LONDON (IT BOLTWISE) – Volkswagen bereitet eine neue Runde über Tarifbedingungen und Personalabbau vor, obwohl die Gespräche erst im November starten. Im Hintergrund stehen ein Zukunftsplanszenario mit Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich sowie der geplante Abbau von 50.000 Jobs, davon die Hälfte in Deutschland. Zusätzlich sollen bis 2030 12.000 Stellen bei der Volkswagen AG sozialverträglich abgebaut werden, unter anderem über Transfergesellschaften. Die IG Metall droht für den Fall, dass VW die Kündung mehrerer Tarifverträge nicht zurücknimmt, mit einem Arbeitskampf.

Volkswagen steuert auf harte Tarifrunde zu: Tausende Stellen und Milliarden-Sparen
Volkswagen steuert auf harte Tarifrunde zu: Tausende Stellen und Milliarden-Sparen (Foto: IT BOLTWISE)
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Volkswagen steuert in den „heißen Winter“ – nicht wegen eines einzelnen Streits, sondern weil sich mehrere Stellschrauben gleichzeitig drehen: Tarifrecht, Personalplanung und die konkrete Umsetzung eines Zukunftsplans. Laut dem Text beginnen die Verhandlungen zwar erst in mehreren Wochen, die Stimmung im Unternehmen wird aber bereits als angespannt beschrieben. Bezirksleiter Thorsten Gröger warnt sinngemäß vor einer Auseinandersetzung, die „größer werden könnte“ als frühere Konflikte. Für die Belegschaft ist das deshalb mehr als nur ein weiterer Termin im Kalender, weil die Zeit bis zum Start der Tarifrunde 24. November in Emden mit Unsicherheit gefüllt ist.

Technisch und organisatorisch betrachtet ist der Kern des Problems weniger die Frage, ob Unternehmen Kosten senken wollen, sondern wie sie Regelungen aus dem Tarifwerk so umbauen, dass sie gleichzeitig verhandelbar, rechtssicher und planbar bleiben. Volkswagen verwies auf einen Aufsichtsatsbeschluss Anfang September und ordnet das „tiefgreifendste Transformationsprogramm“ in die Unternehmensgeschichte ein. Der Plan sieht Einsparungen im zweistelligen Milliardenbereich vor und nennt als Hebel den Wegfall von rund 50.000 Jobs, wobei etwa die Hälfte in Deutschland liegen soll. Bereits hier wird deutlich, dass der Tarifprozess nicht isoliert abläuft: Er hängt an Beschäftigungsvolumen, Standortlogik und an Instrumenten wie den „förderfähigen Transfergesellschaften“, in die Beschäftigte wechseln können, um sich neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt zu erschließen.

Als zusätzliche Belastung kommt hinzu, dass Volkswagen erstmals eine Zielmarke für die Kernmarke nennt: Bei der Volkswagen AG sollen dem Text zufolge zusätzlich 12.000 Stellen bis 2030 sozialverträglich abgebaut werden. Damit erweitert sich der Zeithorizont der Debatte von kurzfristigen Anpassungen hin zu einem strukturellen Umbau über mehrere Jahre. Volkswagen hält dabei am Zukunftstarifvertrag und der darin enthaltenen Beschäftigungssicherung fest – zumindest nach Darstellung des Unternehmens. Gleichzeitig wird aber klar, warum die Gespräche so konfliktreich werden können: Eine Klausel aus dem Zukunftstarifvertrag von 2024 bildet die Grundlage für Sondierungen, weil die Arbeitnehmer Zusagen aus dem Tarifwerk durch die Sparbeschlüsse in Gefahr sehen, besonders mit Blick auf die bedrohten VW-Werke Emden, Zwickau und Hannover. Die Personalargumentation knüpft zudem an eine Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds an, unter anderem durch Druck von chinesischen Herstellern mit günstigen Exporten nach Europa.

Im Tarifkonflikt verschiebt sich der Schwerpunkt damit auf den Verhandlungsraum selbst: Volkswagen kündigte nach dem Text nach dem ersten „Überprüfungsgespräch“ Ende September zehn Tarifverträge, fast alle Vereinbarungen des Haustarifs. Diese Regelwerke umfassen unter anderem Arbeitszeit, Urlaub und Zulagen – also genau die Bereiche, die im Alltag die Kostenstruktur und die Planbarkeit von Lebensarbeitszeit prägen. Betroffen sind rund 130.000 Beschäftigte der Volkswagen AG in Deutschland, einschließlich Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, der Komponentensparte sowie zentraler Konzernbereiche. Die Kündigungen laufen zum 31. Dezember 2026; bis dahin steht der Konflikt unter dem Vorzeichen, dass das Unternehmen den Rahmen schaffen will, verschiedene Regelungen mit Blick auf den Kostendruck anzupassen, während Forderungen bislang noch nicht offiziell vorgelegt wurden.

Die IG Metall setzt dagegen auf Eskalationsbereitschaft und klare Bedingungen. Betriebsratschefin Daniela Cavallo bezeichnet das Vorgehen laut dem Text als „Riesenaffront“, Gröger wertet es als Vertrauensbruch und fordert, VW solle das bis Ende Oktober zurücknehmen, damit man konstruktiv über Lösungen reden könne. Andernfalls, heißt es, werde eine „gewaltige Maschinerie“ anrollen, die den Arbeitskampf bei Volkswagen vorbereitet. Parallel startet die konkrete Tarifrunde 24. November in Emden, ein zweiter Termin ist am 15. Dezember in Zwickau vorgesehen – Standorte, die im Text ebenfalls als bedroht beschrieben werden. Inhaltlich fordert die IG Metall zunächst fünf Prozent mehr Geld; zugleich wird signalisiert, dass es damit nicht zwingend getan ist, weil die Kündigungen den Raum für weitergehende Forderungen eröffnen sollen.

Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, wie beide Seiten den Zusammenhang zwischen Beschäftigungssicherung und tariflicher Neugestaltung in einer einzigen Verhandlungslogik zusammenbringen. Laut Text gibt es bei der Gewerkschaft genaue Vorstellungen, was an bestehenden Tarifverträgen geändert oder verbessert werden könnte, etwa bei der Verlängerung der Altersteilzeit-Regelungen oder bei der Frage, wie weit die Beschäftigungssicherung in die 2030er Jahre fortgeschrieben werden kann. Für Volkswagen wiederum ist die Herausforderung, Einsparziele und Standortperspektiven so zu operationalisieren, dass sie nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in echte Personal- und Umsetzungspläne münden. Die Friedenspflicht endet dem Text zufolge am 31. Dezember; die IG Metall spricht mittlerweile nur noch von der Tarifrunde 2026/27, während im Unternehmen manche auf ein schnelleres Ergebnis hoffen, sich aber zugleich auf Warnstreiks einstellen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nicht nur über Geld, sondern über den gesamten Zukunftspfad der Werke verhandelt wird – ein Prozess, der für die gesamte deutsche Industrie- und Zulieferlandschaft als Signalwirkung entfalten kann.

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