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CAPE CANAVERAL SPACE FORCE STATION / LONDON (IT BOLTWISE) – United Launch Alliance will seine Vulcan-Rakete am 13. November wieder in den Dienstbetrieb zurückführen. Der Rückflug folgt auf eine Anomalie bei einem Feststoff-Booster, die 2026 zunächst für Chaos im Startplan sorgte. Die Mission soll 40 Satelliten für Amazons Amazon Leo-Breitbandkonstellation in den Orbit bringen und ist an eine Range-Freigabe gebunden. Für die US Space Force ist es zugleich ein Belastungstest des verbesserten Düsendesigns, bevor Vulcan wieder für nationale Sicherheitsstarts zertifiziert werden kann.

ULA bringt Vulcan am 13. November zurück: Amazon Leo startet mit verbesserter Düse
ULA bringt Vulcan am 13. November zurück: Amazon Leo startet mit verbesserter Düse (Foto: IT BOLTWISE)
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United Launch Alliance (ULA) bereitet den Wiedereinstieg der Vulcan-Rakete in den Flugbetrieb vor. Wie das Unternehmen bekannt gab, soll die Rückkehr-to-flight Mission am 13. November von der Cape Canaveral Space Force Station in Florida starten, allerdings erst nachdem die zuständige Start- und Flugfreigabestelle die Range-Approval erteilt hat. Besonders im Fokus steht dabei nicht nur der Zeitpunkt, sondern die Frage, ob ULA die technische Ursache einer Anomalie an den Feststoff-Bootstrapern so weit verstanden und abgesichert hat, dass die US Space Force wieder Vertrauen aufbauen kann.

Der Zeitdruck entstand im vergangenen Jahr: Eine solide Booster-Anomalie warf ULA zufolge den 2026er Startkalender „in den Abgrund“, weil sie auf mehreren Missionen mit Düsenproblemen verbunden war. In beiden Fällen gelang es der Rakete zwar, die Störung zu überwinden und die Missionen trotzdem erfolgreich abzuschließen, doch die Auftraggeberseite verlor laut Darstellung der Space Force das Vertrauen in Vulcan. Für den Restart bedeutet das: Es reicht nicht, dass die Mission „durchkommt“; die Daten müssen zeigen, dass das Problem systematisch beherrscht wird und nicht nur durch Flugreserven kompensiert werden kann.

ULA stellt für den 13. November daher ein Paket an Veränderungen in Aussicht, das sich um das Düsendesign der Feststoff-Booster dreht. Das Unternehmen erklärt, Ingenieurteams hätten mehrere mögliche Mitverursacher identifiziert und diese durch Design- und Prozessverbesserungen an der Düse adressiert. Zugleich soll der Start selbst zur Datengrundlage werden: Die Mission nutzt laut ULA die verbesserte Düse, während zusätzliche Tests und Analysen parallel zum Flug weiterlaufen. Spannend ist außerdem die konkrete technische Ausprägung: Die nächste Vulcan-Fluggelegenheit wird dem Bericht zufolge die volle Bestückung von sechs Feststoff-Raketenboostern tragen, die wiederum das Risikoprofil gegenüber vorherigen Teilkonfigurationen verändern.

Zusätzlich wird die Rakete für die Nutzlast angepasst: Für Amazon Leo ist ein erweitertes Payload-Fairing vorgesehen, das die Satellitenstapel aufnehmen soll. Auf der Oberstufe plant ULA ebenfalls Modifikationen: Eine verkürzte Centaur-Variante soll für Low-Earth-Orbit-Missionen optimiert sein. Damit folgt die Mission einem typischen Muster moderner Startsysteme: Nicht jede Änderung am Gesamtfahrzeug wird „hart“ neu qualifiziert, aber Schnittstellen wie Nutzlastverkleidung, Oberstufen-Setup und Booster-Konfiguration werden so abgestimmt, dass sie das Missionsprofil direkt abbilden und der Datenertrag für die nächsten Starts steigt.

Die Bedeutung geht über Amazon Leo hinaus. Die US Space Force setzt Vulcan als eine Art Arbeitspferd für nationale Sicherheitsstarts ein: Das Pentagon hat ULA demnach grob die Hälfte seiner großen Starts bis in die frühen 2030er Jahre anvertraut. Gleichzeitig liegt bereits eine Belastungsprobe in der Flugplanung: In der Zwischenzeit verlegte die Space Force sechs Missionen von Vulcan auf SpaceX Falcon 9 bzw. Falcon Heavy, um die Dringlichkeit bestimmter Programme zu bedienen. Der Tausch betrifft dabei konkrete Missionen wie GPS-Satelliten sowie weitere Kommunikation-, Navigation-, Missile-Warning- und Surveillance-Aufgaben; separat dazu lief die Zuteilung unzugewiesener zukünftiger Missionen, die wiederum dadurch beeinflusst werden kann, dass SpaceX eine Abschaltung der Falcon-Familie plant.

Laut Angaben aus dem Verteidigungsumfeld laufen solche Swap-Entscheidungen koordiniert zwischen den Startanbietern und dem Beschaffungsapparat. Space Systems Command erklärte zudem, die militärische Seite wolle zunächst Flugdaten kommerzieller Missionen abwarten, bevor ULA wieder für nationale Sicherheitsstarts freigegeben wird. Brig. Gen. Eric Zarybnisky, der chief rocket buyer bei Space Systems Command, formulierte dazu in wörtlicher Aussage: „Those flights will have a significant number of solids. It’ll depend a lot on what we see, not only on the engineering and tests that we’re doing on the ground, but also what we see from the flight data from the commercial missions they fly.“ Genau das macht den 13.-November-Start auch zu einem „Korridorversuch“: Er verbindet kommerzielle Anforderungen mit dem Datenbedarf für sicherheitsrelevante Konfigurationen.

Auch Amazon Leo selbst wirkt hier wie ein Beschleuniger der technischen Klärung. Mehrere der geplanten Leo-Missionen stehen vor dem nächsten nationalen Sicherheitsstart auf dem Vulcan-Kalender, sodass die Space Force potenziell aus zumindest zwei kommerziellen Flügen Signale zu den Feststoff-Boostern ziehen kann. Entscheidend wird sein, ob die verbesserte Düse im Zusammenspiel mit Herstellungstoleranzen, thermischen Effekten und dem konkreten Missionsprofil die früheren Auffälligkeiten dauerhaft reduziert. Ohne dass die Wurzeln öffentlich vollständig offengelegt wurden, verweist der Bericht zumindest auf einen früheren Zusammenhang: Ermittlungen sollen das Erstauftreten des Düsenproblems im Jahr 2024 auf einen Herstellungsfehler in einem Isolator zurückgeführt haben, der die metallische Düsenstruktur vor dem überhitzten Abgas schützt.

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