LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Querschnittsstudie in Advances in Rheumatology untersucht den Zusammenhang zwischen Fibromyalgie und dem Schweregrad koronarer Erkrankungen bei 347 Patientinnen und Patienten. Betroffene hatten laut Odds Ratio von 26,38 deutlich häufiger einen SYNTAX-Score über 22. Entscheidend ist: Die Autoren bereinigen mehrere Risikofaktoren, doch das Studiendesign erlaubt keine kausalen Schlüsse. Offen bleibt damit, ob Fibromyalgie selbst zur Progression beiträgt oder ob gemeinsame Mechanismen dahinterstecken.

Chronische Schmerzerkrankungen wie Fibromyalgie rücken in der kardiovaskulären Forschung zunehmend in den Fokus, weil sich in der Praxis immer wieder Überschneidungen zwischen dauerhaftem Schmerzsyndrom und Herz-Kreislauf-Risiken zeigen. Eine im Fachjournal Advances in Rheumatology Ende August 2026 veröffentlichte Querschnittsstudie nimmt dabei einen besonders klinisch relevanten Blickwinkel ein: Nicht nur die Frage „Gibt es überhaupt eine koronare Herzkrankheit?“, sondern wie stark die Gefäße bereits betroffen sind. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen der Diagnose Fibromyalgie und dem Schweregrad koronare Veränderungen, die im Rahmen einer invasiven Koronarangiographie erfasst wurden.
Die Datengrundlage umfasst 347 Patientinnen und Patienten, die sich wegen klinischer Indikationen einer Koronarangiographie unterzogen. Innerhalb dieser Kohorte fanden die Forschenden bei 130 Personen keine Gefäßverengungen, die Angiographie blieb also unauffällig. Bei weiteren 152 Patientinnen und Patienten zeigte sich eine obstruktive koronare Herzkrankheit mit einem SYNTAX-Score bis maximal 22 – damit ordnen die Autoren die Komplexität der Befunde als leicht bis moderat ein. Für 65 Personen berichteten die Studienautoren schwere koronare Veränderungen mit einem SYNTAX-Score von mehr als 22.
Auf dieser Grundlage berichten die Autoren einen starken statistischen Zusammenhang: Insgesamt erfüllten 59 der 347 untersuchten Personen die diagnostischen Kriterien für Fibromyalgie, das entspricht 17,0 Prozent. Bei diesen Betroffenen traten ausgeprägte Verengungen der Koronararterien überproportional häufig auf. In der multivariaten Auswertung errechneten die Forschenden für Patientinnen und Patienten mit Fibromyalgie eine Odds Ratio von 26,38, mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 7,41 bis 93,90 sowie einem p-Wert kleiner als 0,001 – und zwar bezogen auf das Auftreten eines SYNTAX-Scores über 22. Damit wird der Zusammenhang nicht nur „sichtbar“, sondern bleibt auch nach statistischer Adjustierung bestehen.
Methodisch ist besonders relevant, wie die Studie potenzielle Verzerrungen reduzieren will. Die Autoren bereinigten ihre Analysen unter anderem nach Alter und Geschlecht sowie nach dem Vorliegen eines Diabetes mellitus und dem Ausmaß körperlicher Aktivität. Zusätzlich flossen Laborparameter wie LDL-Cholesterin und Vitamin D in das Regressionsmodell ein. Auch nach dieser Kontrolle blieb der unabhängige Zusammenhang zwischen dem Schmerzsyndrom und schwerer Gefäßerkrankung bestehen. Genau hier liegt der praktische Anspruch solcher Analysen: Wenn eine Assoziation auch nach Berücksichtigung klassischer kardiovaskulärer Einflussgrößen fortbesteht, kann das Hinweise auf zusätzliche, bisher weniger beachtete Mechanismen geben.
Allerdings schränken die methodischen Grenzen die Interpretation ein. Das breite 95-Prozent-Konfidenzintervall (7,41 bis 93,90) deutet auf eine vergleichsweise geringe Fallzahl in der Subgruppe mit schweren koronaren Befunden hin. Zudem handelt es sich um ein Querschnittsdesign: Die Untersuchung erhebt Daten zu einem Zeitpunkt und erlaubt deshalb keine Rückschlüsse darauf, ob Fibromyalgie die Progression der koronaren Veränderungen antreibt oder ob es sich um parallele Entwicklungen handelt. Die Studienautoren machen damit implizit klar, dass entweder direkte pathophysiologische Effekte denkbar wären oder dass gemeinsame Faktoren – etwa chronische Entzündungs- oder Stressprozesse – beide Bereiche beeinflussen könnten.
Ein weiterer Punkt betrifft die Übertragbarkeit auf die Allgemeinbevölkerung. Die Teilnehmenden wurden nicht zufällig aus einer breiten Population rekrutiert, sondern aufgrund klinischer Indikationen bereits an eine Koronarangiographie überwiesen. Das bedeutet: Die Kohorte entspricht eher einer Gruppe mit erhöhtem kardiologischem Abklärungsbedarf als einem „realen Querschnitt“ aller Menschen. Für Kliniken und Versorgungsplanung ist deshalb vor allem die Frage entscheidend, wie man aus einem solchen Befund sinnvolle nächste Schritte ableitet – etwa durch prospektive Studien, die den zeitlichen Verlauf erfassen, oder durch die Prüfung, ob sich bei Fibromyalgie-Patientinnen und -Patienten die kardiale Risikostratifizierung verbessern lässt.
Für die Praxis folgt daraus ein vorsichtiger, aber nicht folgenloser Impuls. Die Studie liefert keinen Beleg dafür, dass Fibromyalgie automatisch zu schweren Koronarbefunden führt; sie zeigt aber eine robuste statistische Assoziation in einem klinisch untersuchten Kollektiv. Für Ärztinnen und Ärzte kann das bedeuten, bei bestehenden Herzrisikofaktoren und neuen oder sich verändernden Beschwerden auch die Gesamtsituation des chronischen Schmerzes stärker mitzudenken. Für Unternehmen im Gesundheitswesen und für Entwickler digitaler Versorgungskonzepte liegt außerdem ein relevanter Anwendungsbereich: Datengetriebene Modelle sollten solche Zusammenhänge nicht einfach „wegkürzen“, sondern transparent machen, unter welchen Bedingungen sie Hinweise liefern und wo die Grenzen des Studiendesigns greifen. Genau diese Kombination aus klinischem Detail und sauberer methodischer Einordnung entscheidet darüber, ob ein solcher Befund später den Sprung in evidenzbasierte Entscheidungen schafft.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Fibromyalgie erhöht Risiko für schwere koronare Herzkrankheit deutlich" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Fibromyalgie erhöht Risiko für schwere koronare Herzkrankheit deutlich" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Fibromyalgie erhöht Risiko für schwere koronare Herzkrankheit deutlich« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!