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LONDON (IT BOLTWISE) – Nach dem größten gemeldeten Krypto-Hack ziehen Anleger kurzfristig rund 643,33 Millionen US-Dollar aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ab. Der Abfluss folgt auf einen Tag nach dem Abtransport von etwa 6,36 Milliarden US-Dollar aus den Austausch-Wallets von Binance über mehrere Blockchains. Besonders deutlich trifft es dabei den iShares Bitcoin Trust (IBIT) mit rund 234 Millionen US-Dollar Abflüssen. Parallel verlieren auch Ethereum-ETFs weiter an Zuflüssen, während für Bitcoin Optionen in Milliardenhöhe auslaufen.

Nach dem Binance-Hack: 643 Millionen US-Dollar Abfluss aus Bitcoin-ETFs
Nach dem Binance-Hack: 643 Millionen US-Dollar Abfluss aus Bitcoin-ETFs (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Abfluss aus US-Spot-Bitcoin-ETFs ist mehr als nur eine Tagesnachricht: Am 30. Oktober meldeten Daten von SoSoValue Abhebungen in Höhe von 643,33 Millionen US-Dollar. Damit endete ein kurzer, vier Tage dauernder Zuflusslauf abrupt. In der Praxis bedeutet das für viele Anleger, dass die zuvor über ETF-Anteile aufgebaute BTC-Position am Markt in Währung zurückgeführt wird – und die Fonds dafür Coins ausgeben müssen, die anschließend am offenen Markt handelbar sind.

Der zeitliche Zusammenhang ist dabei auffällig eng. Einen Tag zuvor berichteten Markt- und Blockchain-Analysten, dass ein Angreifer etwa 6,36 Milliarden US-Dollar aus Binance-Wallets abgezogen hat, verteilt über zehn Blockchains; den überwiegenden Teil habe der Abfluss in ungefähr 20 Minuten erreicht. Laut TRM wird die Aktion mit der nordkoreanischen Einheit TraderTraitor in Verbindung gebracht; ob und in welchem Umfang dies zutrifft, bleibt jedoch eine Bewertung auf Basis der vorliegenden Spuren, nicht ein rechtskräftig festgestelltes Ergebnis. Unabhängig von der Zuschreibung verschiebt so ein massiver Abfluss aus einer zentralen Börsenumgebung häufig die Risiko-Wahrnehmung der Investoren – und führt oft zu schnell umgesetzten Portfolioanpassungen.

Technisch betrachtet sind Spot-Bitcoin-ETFs eine Schnittstelle zwischen klassischer Brokerwelt und Krypto-Marktplätzen. Wer ETF-Anteile verkauft, löst typischerweise einen Prozess aus, bei dem größere Handelspartner Fondsanteile gegen Bitcoin oder gegen Cash zurücknehmen und die entsprechenden Coins aus dem Fonds herausgeben. Genau dieser Mechanismus erklärt, warum ein eintägiger Abfluss kurzfristig „Coins im Markt“ erhöht: Die Fonds geben Bestände ab, die dann wieder verkauft werden können. Für den 30. Oktober nennt der Datensatz besonders den iShares Bitcoin Trust (IBIT), der mit rund 234 Millionen US-Dollar den größten Einzelschaden verbuchte; danach folgten weitere Vehikel, darunter Fonds von Fidelity und Ark Invest.

Auch auf Ethereum-Ebene setzte sich die Abkühlung fort. Ethereum-ETFs verloren am selben Tag rund 156 Millionen US-Dollar, und das markierte laut den Angaben den fünften geraden Tag mit Abflüssen. Solche synchronen Bewegungen in BTC- und ETH-Produkten sind für Market Maker und Trading-Desk wichtig, weil sie auf übergreifende Faktoren hindeuten können: gestiegene Vorsicht gegenüber Krypto insgesamt, schneller Risikoabbau bei gegebenen Liquiditätsfenstern oder das Timing rund um größere Marktereignisse. In den ETF-Daten zeigt sich zudem, dass der Abfluss am 30. Oktober etwa 0,7% der gehaltenen ETF-Summe entspricht – nicht „der“ Totalabzug, aber groß genug, um kurzfristige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Beim Blick auf die Größe der sogenannten „Hacks“ wird die Dimension deutlich, aber auch die Einbettung in bestehende Sicherheitsmechanismen. Binance soll die eigenen Transaktionen in dem Zusammenhang beschrieben haben und darauf verwiesen haben, dass Kundengelder gesichert seien. Parallel heißt es, dass Token-Emittenten und Netzwerkbetreiber einen Teil der gestohlenen Assets eingefroren hätten; TRM sprach von rund 2,7 Milliarden US-Dollar, die so nicht mehr frei beweglich seien. Für Anleger zählt in solchen Phasen vor allem der Pfad der Vermögensrückflüsse: Je schneller und zuverlässiger große Teile blockiert oder zurückgeführt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines länger anhaltenden Verkaufsdrucks durch die Angreifer.

Ob der 30. Oktober nur ein Korrekturtag bleibt oder den Auftakt zu einer neuen Abflusswelle bildet, hängt an mehreren Signalen. Laut Quelle entsprechen die Abhebungen einer Größenordnung wie einem früheren Session-Abfluss am 22. Oktober (rund 635 Millionen US-Dollar), allerdings war es danach wieder mehrere Tage bergauf bei den Zuflüssen. Der Unterschied zur letzten Rekordphase nach einem vorherigen großen Zwischenfall: Nach dem Bybit-Hack im Februar 2025 sollen in der Folge stärkere Abverkäufe eingesetzt haben, inklusive weiterer massiver Auszahlungen. Zusätzlich lief am 30. Oktober ein Volumen von etwa 11 Milliarden US-Dollar an Bitcoin-Optionen aus – und solche Fälligkeiten können kurzfristig sowohl Volatilität als auch Hedging-Aktivitäten anheizen.

Unterm Strich verdichtet sich damit ein Bild, das für Entscheider in Investment- und Krypto-Infrastrukturteams relevant ist: Sicherheitsereignisse wirken nicht nur auf einzelne Börsen, sondern auch auf den Finanzkanal, über den sich Institutionen und Privatanleger Positionen aufbauen. Der Bitcoin-Kurs wird in den Angaben mit 77.189 US-Dollar geführt, rund 1,7% tiefer innerhalb von 24 Stunden; für den Oktober bisher werden zudem weitere prozentuale Verluste genannt. Für Halter von ETF-Anteilen wird entscheidend, ob die nächsten Sitzungen eher an den Verlauf nach dem 22. Oktober erinnern oder ob sich ein Muster „größerer Selling-Pressure“ wiederholt. Genau diese kurze Zeitspanne ist das reale Risiko in ETF-Strömen: Abflüsse können in wenigen Tagen Liquidität und Preisbildung stärker beeinflussen, als eine isolierte Schlagzeile es vermuten lässt.

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