RAMSTEIN AIR BASE, GERMANY / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein neues Gutachten warnt, dass US-Streitkräfte im „Fast Following“ gegenüber Gegnern zu langsam werden. Der Kern der Kritik: Nicht die erste Idee bringt den Vorteil, sondern wie schnell sie kopiert, angepasst und im Einsatz verbessert wird. Als Beispiel nennt die Studie die zeitliche Lücke bei der Einführung einer Drohnen-Variante, nachdem ein gegnerisches Modell bereits im Krieg Wirkung gezeigt hatte. Für westliche Armeen rückt damit der Beschaffungs- und Trainingsrhythmus in den Fokus.

In modernen Konflikten entscheiden erstaunlich oft nicht die ersten technologischen Ideen, sondern der Tempo-Vorsprung bei der Übernahme: Wer Innovationen am schnellsten nachbaut, anpasst und anschließend systematisch verbessert, kann Lücken im Gefechtswert schneller schließen. Genau diese Logik greift ein neues Assessment, das die „race to emulate“ beschreibt und damit die gängige Trennlinie zwischen Forschung, Beschaffung und operativem Rollout bewusst verwischt. Während ukrainische und russische Kräfte im Krieg bereits innerhalb weniger Wochen auf neue Verfahren des Gegners reagieren, zeigt sich laut der Analyse bei US-Programmen ein strukturelles Problem: Der institutionelle Zyklus, also die Zeitspanne von erster Erkenntnis bis zum Feldzugang, ist häufig länger als die realen Nachweis- und Anpassungsfenster an der Front.
Technisch betrachtet geht es dabei um den Unterschied zwischen einer Theorie, die im Labor oder in einer taktischen Studie gut klingt, und einer Technologie, die unter Echtbedingungen gegen Störmaßnahmen, Sensorhindernisse und konkrete Einsatzprofile bestehen muss. Der Bericht ordnet dieses Prinzip in das Konzept des „fast following“ ein: Innovationen werden nicht nur kopiert, sondern in einem iterativen Loop mit Gegenmaßnahmen weiterentwickelt. In der Ukraine zeigt sich das Muster besonders deutlich bei Drohnen und deren Bekämpfung. So wurde laut der Studie bereits beobachtet, dass ukrainische Kräfte faseroptische Drohnensysteme übernahmen, nachdem russische Modelle gezeigt hatten, dass sie elektronische Jamming-Angriffe besser überstehen. Entscheidend ist dabei die Zeitachse: Wenn Imitationszyklen in Tagen oder wenigen Wochen gemessen werden, schrumpft der Nutzen eines „first mover“-Vorteils stark zusammen.
Ein zentrales Beispiel liefert der Vergleich einer iranisch inspirierten Drohnenfamilie mit der US-Annäherung. Der Autor der Untersuchung verweist darauf, dass Russland den Shahed-ähnlichen Angriffsdrohnenansatz rasch übernahm, massenhaft einsetzte und während des Krieges wiederholt Anpassungen vornahm. Für die USA wird hingegen eine deutlich längere Einsatzdauer benannt: „It took the United States about three years to deploy its own version of the drone“, sagt Mick Ryan in dem Bericht. Der zugrundeliegende Punkt ist nicht fehlendes Know-how, sondern die Geschwindigkeit der Organisation: „The technology was equally available to all. What differed was institutional speed“, lautet die Kernaussage, die der Studie zufolge den Ausschlag gibt. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie schnell Beschaffungs- und Genehmigungsprozesse technische Reife in ein implementierbares System überführen.
Die Studie erweitert den Blick dann auf ein wachsendes Netzwerk-Risiko: China, Russland, Iran und Nordkorea arbeiten demnach zunehmend zusammen, teilen Technologien und Erfahrungen. Für westliche Streitkräfte ist das nicht nur eine Debatte über einzelne Plattformen, sondern über Lernkurven. Wer Innovationen in einem Verbund schneller „nachschiebt“, kann gegen US- und NATO-Truppen auch Gegenmaßnahmen schneller verfügbar machen. Als konkretes Szenario nennt das Assessment, dass China ukrainische Einsätze unbemannter Boote gegen die russische Schwarzmeerflotte analysiert und daraus für mögliche Bedrohungen in einem Konflikt um Taiwan Gegenmaßnahmen entwickelt. Ergänzend wird beschrieben, dass das Konzept des „fast following“ im Militäralltag längst über einzelne Waffengattungen hinausgreift: Trainingsszenarien, Übungszyklen und die operative Auswertung aus dem Gefecht werden dabei zu einem Teil der Technologiepipeline.
Für die Praxis formuliert der Bericht mehrere Vorschläge, die vor allem den Beschaffungsprozess betreffen. Ein zentraler Hebel sind Mechanismen für Notfallbeschaffungen, die bewusst ein höheres technisches Risiko akzeptieren, solange Geschwindigkeit gegenüber der traditionellen, auf „exquisite“ Plattformen ausgelegten Beschaffungslogik den Ausschlag gibt. Der Autor bringt es in einer zugespitzten Form auf den Punkt: „Conventional acquisition, built for exquisite low-density platforms, cannot field a copied innovation inside the weeks that an emulation cycle allows.“ Ergänzend fordert das Assessment eine konsequente Messkultur: Führungskräfte sollen tracken, wie lange es dauert, bis nach dem ersten erfolgreichen Einsatz einer Innovation eine gleichwertige Fähigkeit oder ein Gegenmittel bereitsteht. „What is not measured is rarely improved“, heißt es dazu. Diese Logik wirkt wie ein KPI-Framework für militärische Lern- und Anpassungsfähigkeit – nur eben mit einem extrem kurzen Zeithorizont.
Neben der Beschaffung spielt auch die Trainings- und Personalstrategie eine Rolle. Der Bericht empfiehlt, kampferprobtes ukrainisches Personal in westliche Übungen und Trainingsprogramme einzubinden. Der Ansatz ist dabei nicht „Delegation“ im Sinne von Beratung, sondern das direkte Beschleunigen von Real-World-Lernen: Wer Taktiken kennt, die gerade erst im Gefecht funktionieren, kann die Übungsannahmen entsprechend schärfen. Das Ziel ist, amerikanische und verbündete Einheiten schneller mit den aktuell angewandten Vorgehensweisen vertraut zu machen, statt Erkenntnisse zu spät aus veröffentlichten Fallstudien zu ziehen. Gerade wenn Lernzyklen ohnehin in Wochen und Tagen laufen, wird Training zur Front-End-Erweiterung der technologischen Pipeline.
Am Ende verdichtet sich die Argumentation zu einer nüchternen Schlussfolgerung: In den „adaptation wars of this century“ gewinnen häufig nicht diejenigen, die zuerst erfinden, sondern diejenigen, die zuerst nachziehen und dabei den Nachbau so umbauen, dass er gegen echte Gegenwehr funktioniert. Für Unternehmen, die in der Rüstungsnahen Zulieferkette tätig sind, bedeutet das ebenfalls etwas: Produkt- und Integrationsfähigkeit werden stärker an Prozessen gemessen, weniger an einzelnen Technikdemonstratoren. Wer schnell skalierbare Entwicklungspipelines, Test- und Feldrückkopplung sowie eine verlässliche Liefer- und Dokumentationskette aufsetzen kann, hat in solchen Umfeldern bessere Chancen, Teil der „fast following“-Geschwindigkeit zu werden. Der Bericht verschiebt damit die Diskussion von „Welche Technologie ist neu?“ zu „Wie schnell wird Lernfähigkeit in Einsatzfähigkeit übersetzt?“
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "US-Verteidigung im „Fast Following“-Nachteil: Wie Copy-Cycles entscheiden" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "US-Verteidigung im „Fast Following“-Nachteil: Wie Copy-Cycles entscheiden" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »US-Verteidigung im „Fast Following“-Nachteil: Wie Copy-Cycles entscheiden« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!