LONDON (IT BOLTWISE) – Heidelberg Materials steigert im dritten Quartal den Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) um 9 %. Gleichzeitig wachsen die Umsatzerlöse um 10 % auf 6.413 Mio EUR. Der Konzern bestätigt seinen positiven Ausblick für 2026 und rechnet weiter mit einem RCO von 3,40 bis 3,65 Mrd EUR. Parallel treibt das Unternehmen die Transformation Accelerator Initiative aus und plant zusätzliche Einsparungen bis Ende 2028.

Die Kennzahlen für das dritte Quartal machen deutlich, dass die Wachstumsdynamik bei Heidelberg Materials nicht nur angehalten hat, sondern sich laut Konzernangaben spürbar beschleunigt. Der Ergebnisbeitrag aus dem laufenden Geschäftsbetrieb (RCO) steigt um 9 % auf 1.281 Mio EUR, nachdem im Vorjahr bzw. Vergleichszeitraum 1.179 Mio EUR erzielt wurden. Auch der Umsatz legt kräftig zu: Die Umsatzerlöse wachsen um 10 % auf 6.413 Mio EUR gegenüber 5.807 Mio EUR. Damit rückt weniger ein einzelner Impuls in den Vordergrund als das Zusammenspiel aus Preis- und Kostendisziplin sowie einer spürbaren Nachfrageerholung in mehreren Regionen.
Technisch und organisatorisch lässt sich die Performance vor allem an zwei Stellschrauben festmachen. Erstens nennt der Konzern einen kompromisslosen Fokus auf aktives Kosten- und Preismanagement sowie kontinuierliche Produktivitätssteigerungen. Zweitens fließt die Transformation Accelerator Initiative weiter in die Ergebnisrechnung ein: Heidelberg Materials verweist darauf, dass der Zielwert von 500 Mio EUR Einsparungen bereits bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres übertroffen werden soll. Vor dem Hintergrund der gemeldeten Ergebnisse ordnet Dr. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender, die Entwicklung explizit in diesen Kontext ein und betont zugleich die Fortführung und Ausweitung der Initiative: „Die angestrebten Kosteneinsparungen von 500 Millionen Euro aus unserer Transformation Accelerator Initiative werden wir bis Ende des Jahres übertreffen. Darauf aufbauend führen wir die Initiative in den kommenden zwei Jahren fort und weiten sie aus. Bis Ende 2028 wollen wir weitere 300 Millionen Euro einsparen.“
Operativ stützt das Management das Wachstum zudem über Portfolio-Entscheidungen ab, die vor allem auf profitables Wachstum und eine effizientere Wertschöpfungskette zielen. In Nordeuropa unterzeichnet Heidelberg Materials am 7. Oktober 2026 eine Vereinbarung zur Übernahme der schwedischen und norwegischen Zuschlagstoff- und Asphaltaktivitäten der Industriesparte von NCC AB. Dort betreibt NCC AB in Schweden und Norwegen 106 Zuschlagstoffstandorte sowie 44 Heißeasphaltwerke; mit der Übernahme erweitert Heidelberg Materials damit die regionale Präsenz in einem Segment, das typischerweise stark von Projektvolumina und Lieferfähigkeit abhängt. Zusätzlich wird der Weg ausgebaut, durch weitere Standorte und Kapazitäten Erträge zu verstetigen, etwa durch den Abschluss der Übernahme des Baustoffgeschäfts der Maas Group in Australien zum 1. Oktober 2026.
Damit geht auch ein technologischer und marktseitiger Schwerpunkt einher: Das Unternehmen richtet seinen Fokus in einem weiterhin schwachen Marktumfeld besonders auf das Klinker- und Zementnetzwerk in Europa sowie auf CO2-reduzierte Produkte mit geringerem Klinkeranteil. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Effizienz und Dekarbonisierung setzt die Initiative an, wie Heidelberg Materials erläutert: Höhere technische Effizienz soll inflationsbedingte Kostensteigerungen abmildern und die Margen verbessern. Diese Logik spiegelt auch die Kapitalmarkt-Kommunikation wider, wenn der Konzern zugleich die Nachhaltigkeitsstrategie als tragfähiges Geschäftsmodell beschreibt und dabei konkrete Projekte nennt. Der Bau des CO2-Abscheideprojekts in Padeswood, Nordwales/UK, komme weiterhin gut voran; als Messgröße wird genannt, dass rund 95 % der CO2-Emissionen des bestehenden Zementwerks (etwa 800.000 t pro Jahr) abgeschieden und zur dauerhaften Speicherung transportiert werden sollen.
Auch die Innovationspipeline wird mit Blick auf den industrialisierbaren Betrieb betont. Im Juli 2026 eröffnen Heidelberg Materials und drei weitere europäische Zementhersteller in Mergelstetten eine Forschungs- und Entwicklungsanlage zur CO2-Abscheidung mit dem Pure-Oxyfuel-Verfahren; Ende Mai 2026 habe man dort erstmals Klinker produziert, und im Juli sei dort erstmals die Abscheidung von hochreinem CO2 in Form von Trockeneis gelungen. Solche Schritte sind für Anleger und Engineering-Teams gleichermaßen relevant, weil sie die Lücke zwischen Laborergebnis und stabiler Prozessführung adressieren. Für die operative Planung heißt das: Produktionszyklen, Energieeffizienz und Abscheideraten müssen so zusammenspielen, dass sich der Umstieg auf CO2-arme Produktstrategien nicht als reines Kostenthema entkoppelt.
Parallel zeigt der Konzern, dass finanzielle Steuerung weiterhin eine zentrale Rolle spielt. Am 1. Oktober 2026 wurde die dritte und damit letzte Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms abgeschlossen; der Gesamtwert ohne Erwerbsnebenkosten betrug rund 448 Mio EUR. Damit gilt das am 21. Februar 2024 angekündigte Programm mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Mrd EUR als planmäßig beendet. Für die Einordnung ist wichtig, dass ein Aktienrückkauf in Phasen beschleunigter operativer Ergebnisentwicklung typischerweise auch als Signal verstanden wird, dass der Konzern seine Cashflow-Perspektive für tragfähig hält. Gleichzeitig soll die Strategie nicht auf kurzfristige Effekte reduziert werden: Die Initiative zur Transformation Accelerator Initiative wird laut Angaben bis Ende 2028 um weitere 300 Mio EUR Einsparungen erweitert, in etwa zu gleichen Teilen in den Jahren 2027 und 2028.
Für 2026 bleibt der Ton positiv, was auch die Prognose bestätigt. Heidelberg Materials erwartet für das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (RCO) weiterhin einen Wert zwischen 3,40 und 3,65 Mrd EUR. Der ROIC soll unverändert leicht über 10 % liegen; bei den spezifischen Netto-CO2-Emissionen pro Tonne zementartigem Material erwartet der Vorstand infolge der Erstkonsolidierung von Akçansa einen Wert in etwa auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt entsteht damit das Bild eines Konzerns, der Wachstum, Portfolio-Optimierung und Dekarbonisierung nicht als getrennte Programme behandelt, sondern als abgestimmten Rahmen: Ergebnisbeitrag aus dem Bestand, strukturelle Effizienzhebel und technologische Projekte für die Abscheidung von CO2. Die Quartalsmitteilung für Januar bis September 2026 mit Überblick über die Finanzzahlen steht auf der Investor-Relations-Seite unter „Berichte und Präsentationen“ bereit: https: //www.heidelbergmaterials.com/de/investor-relations/berichte-und-praesentationen.
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