LONDON (IT BOLTWISE) – AVM rollt FRITZ!OS 8.50 schrittweise für mehrere FRITZ!Box-Modelle aus. Das Update bringt unter anderem DNS-Filter zum Blockieren von Werbe-, Tracking-, Phishing- und Malware-Domains sowie einen Smart Check in der MyFRITZ!-App. Bei zeitkritischen Anwendungen soll die FRITZ!Box künftig automatisch Prioritäten setzen, und für 4G/5G-Geräte gibt es einen verbesserten Ausfallschutz. Dazu kommen neue Smart-Home-Automationen inklusive Geofencing und eine Matter-Bridge-Funktion für die FRITZ!Box 5690 Pro.

Mit FRITZ!OS 8.50 startet AVM Ende September in die nächste Runde des Router-Softwareausbaus für FRITZ!-Geräte. Der Hersteller positioniert das Update nicht nur als Komfort-Upgrade, sondern betont konkrete Verbesserungen für Sicherheit, Heimnetz-Betrieb und Smart Home. Entscheidend ist dabei weniger eine einzelne Funktion als das Zusammenspiel: DNS-Filter setzen früher im Datenfluss an, Diagnose- und Statusfunktionen reduzieren die Zeit bis zur Problembehebung, und Priorisierungsmechanismen sollen den Betrieb bei Videokonferenzen oder Online-Gaming stabiler machen.
Den Rollout begann AVM nach eigenen Angaben zunächst mit der FRITZ!Box 7690. Anschließend folgten im nächsten Schritt vier weitere aktuelle Modelle; für Nutzer*innen mit aktivierten automatischen Updates heißt das in der Praxis: erstens abwarten, zweitens nur im Notfall manuell nachhelfen. Wer selbst prüfen möchte, findet den Weg über die Benutzeroberfläche unter „fritz.box“ und kann dort nach einer neuen Version suchen. Parallel macht AVM deutlich, dass die konkrete Firmware-Zuordnung gerätespezifisch variieren kann und sich auf der offiziellen Prüfseite nachsehen lässt. Wichtig: Auch wenn der genaue Zeitplan für alle Modelle nicht angekündigt ist, liefert das „Fritz-Labor“ Hinweise darauf, welche Geräte als Nächstes potenziell versorgt werden.
Technisch besonders relevant ist die Erweiterung beim Heimnetz-Schutz: FRITZ!OS 8.50 kann DNS-Anfragen anhand von Filterlisten blockieren. Das ist ein wirksamer Hebel, weil viele problematische Inhalte bereits beim Namensauflösen gestoppt werden, bevor der Datenverkehr überhaupt zu den Zielservern läuft. AVM nennt explizit Szenarien wie das Sperren bekannter Werbe-, Tracking-, Phishing- und Malware-Domains. Nutzer*innen können dafür geeignete, öffentlich verfügbare Filterlisten einbinden; damit entsteht ein Anpassungspfad, der über reine „Schwarzlisten“-Logik hinausgehen kann, sofern die Listen aktuell und zum eigenen Bedarf passend gewählt sind. Ergänzend führt AVM in der MyFRITZ!-App den „Smart Check“ ein, der Zustände rund um Internet, WLAN, LAN, Telefonie und Smart Home prüft und Hinweise liefert – etwa wenn eine Mesh-Verbindung eines Repeaters fehlt.
Für die Performance im Alltag setzt FRITZ!OS 8.50 auf eine automatisch erkennbare Priorisierung: Statt ausschließlich einzelne Geräte zu behandeln, soll die FRITZ!Box bestimmte zeitkritische Anwendungen identifizieren und den Datenverkehr bevorzugt behandeln. In der Oberfläche wird eine aktive Priorisierung angezeigt, und laut Hersteller bleibt sie nachvollziehbar, weil sich der Verlauf noch bis zu 24 Stunden später ansehen lässt. Gerade in Haushalten mit mehreren Nutzern ist diese Art von „flow-basierter“ Priorisierung interessant, weil klassische Regeln nach IP oder Gerät bei wechselnden Endpoints schnell ungenau werden. Daneben wird der Ausfallschutz bei FRITZ!Box-Modellen mit 4G oder 5G neu aufgestellt: Fällt die Festnetzverbindung aus, kann FRITZ! Failsafe vorübergehend auf den Mobilfunkzugang wechseln. Ergänzend können solche Geräte den Internetzugang nun auch über LAN beziehen, etwa hinter einem ONT am Glasfaseranschluss.
Auch die Bedien- und Notfallfunktionen werden angepasst. Für das Telefonieren integriert AVM einen „Einfachen Modus“ im FRITZ!Fon, der die Bedienoberfläche reduziert und Schnellwahltasten bereitstellt. In den genannten 4G/5G-Szenarien ist zudem ein SOS-Ruf vorgesehen, bei dem bis zu vier hinterlegte Kontakte automatisch nacheinander angerufen werden können. Im Smart-Home-Teil erweitert FRITZ!OS 8.50 die Automatisierungslogik: Die smarten Steckdosen FRITZ!Smart Energy 200 und 210 können bei Überschreiten einer festgelegten Leistung nach einer definierten Zeit automatisch abschalten. Zusätzlich lassen sich Routinen mit Geofencing verknüpfen, und künftig sollen sich mehrere Bedingungen kombinieren lassen – so etwa die Auslösung erst dann, wenn alle Bewohner*innen das Zuhause verlassen haben.
Für die Interoperabilität rückt vor allem die FRITZ!Box 5690 Pro in den Fokus: Sie kann als Matter-Bridge dienen und damit angemeldete FRITZ!-Smart-Home-Produkte sowie kompatible Geräte anderer Hersteller in bestehende Matter-Umgebungen einbinden. Damit erweitert AVM die Reichweite der eigenen Smart-Home-Ökosysteme in Richtung zentraler Sprach- und Steuerplattformen wie Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa. Wer ohnehin auf Update-Funktionen setzt, profitiert damit doppelt: einmal durch die Sicherheits- und Diagnosefunktionen des Systems, zum anderen durch die Fähigkeit, Geräte über standardisierte Schnittstellen zusammenzuführen. Gleichzeitig ist wichtig, dass nicht alle Funktionen sofort zeitgleich auf jedem Modell auftauchen, weil AVM eine schrittweise Bereitstellung über ausgewählte Geräte angekündigt hat – passend dazu gelten die in den Laborhinweisen genannten Kandidaten als wahrscheinlich für spätere Schritte.
Als mögliche Kandidaten nennt AVM bzw. das Fritz-Labor aktuell unter anderem die FRITZ!Box 5690 Pro, 5690 XGS, 5590 Fiber, 7590 und 7590 AX sowie 7530. Hinzu kommen die Kabelvarianten und weitere Router wie 6690 Pro, 6690, 6670, 6660 sowie die FRITZ!Box 6660 Cable; auch ältere Geräte wie FRITZ!Box 4690 und 4060 werden im Kontext getestet. Auf der Repeater-Seite führt AVM die FRITZ!Repeater 6000, 3000 AX und 1200 AX als Kandidaten auf. Ein verbindlicher Zeitplan oder eine Garantie für jedes einzelne Modell bleibt allerdings aus, sodass sich Nutzer*innen am besten an der Geräte-Updateprüfung orientieren und dann gezielt innerhalb der nächsten Wochen nachsehen.
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