GENF / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Das Europäische Kernforschungszentrum CERN hat eine Machbarkeitsstudie für den geplanten Future Circular Collider (FCC) veröffentlicht. Dieser soll den derzeitigen Large Hadron Collider (LHC) ablösen und mit einem Umfang von 91 Kilometern unter dem schweizerisch-französischen Grenzgebiet bei Genf entstehen.

Das CERN, bekannt für seine bahnbrechenden Entdeckungen im Bereich der Teilchenphysik, plant bereits den Nachfolger des Large Hadron Colliders (LHC). Der Future Circular Collider (FCC) soll mit einem beeindruckenden Umfang von 91 Kilometern den LHC, der 27 Kilometer misst, bei weitem übertreffen. Die Machbarkeitsstudie, die kürzlich veröffentlicht wurde, spiegelt das Fachwissen von über tausend Physikern und Ingenieuren weltweit wider.
Der LHC, seit 2008 in Betrieb, hat bedeutende Entdeckungen wie den experimentellen Nachweis des Higgs-Bosons im Jahr 2012 ermöglicht. Doch die wissenschaftlichen Ambitionen des CERN erfordern eine noch leistungsfähigere Anlage. Der FCC soll 200 Meter unter der Erdoberfläche verlaufen und könnte in zwei Phasen realisiert werden: Zunächst als Elektron-Positron-Collider und später als Proton-Proton-Collider mit einer Kollisionsenergie von etwa 100 Teraelektronenvolt (TeV), was das Achtfache der Energie des LHC darstellt.
Die Machbarkeitsstudie untersucht nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Auswirkungen auf die Umwelt. Seismische Messungen und Probebohrungen wurden durchgeführt, um den Untergrund zu analysieren. Zudem wurde geprüft, ob ausreichend Wasser und Strom zur Verfügung stehen und wie gut die Baustellen erschlossen sind. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Projekt grundsätzlich realisierbar ist.
Die Diskussion über die Bauweise des FCC ist noch im Gange. Während einige Experten einen zweistufigen Ansatz bevorzugen, bei dem zunächst ein Elektron-Positron-Collider gebaut wird, plädieren andere für den sofortigen Bau eines Proton-Proton-Colliders. Eine alternative Idee ist der Bau eines 50 Kilometer langen Linearbeschleunigers anstelle eines neuen Rings.
Die Kosten für den Bau des FCC als Elektron-Positron-Collider werden auf 15 Milliarden Schweizer Franken geschätzt, was etwa 16 Milliarden Euro entspricht. Die Bauzeit wird auf zwölf Jahre veranschlagt, mit einer möglichen Fertigstellung in den frühen 2040er Jahren. Der CERN-Rat wird voraussichtlich um das Jahr 2028 eine Entscheidung über die Umsetzung des Projekts treffen.
Die Planungen für den FCC begannen bereits 2014, und das Projekt könnte die Grenzen der Teilchenphysik erneut verschieben. Der FCC verspricht, nicht nur die wissenschaftliche Forschung voranzutreiben, sondern auch technologische Innovationen zu fördern, die weit über die Physik hinausgehen.
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