MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Nutzung von KI-Scrapern stellt Wikipedia vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Bandbreite für Multimedia-Inhalte. Diese Entwicklung hat die Wikimedia Foundation dazu veranlasst, Maßnahmen zu ergreifen, um die Infrastruktur zu schützen und die Zugriffe von menschlichen Nutzern zu priorisieren.

Herausforderungen durch KI-Scraper: Wikipedia kämpft mit Bandbreitenproblemen
Herausforderungen durch KI-Scraper: Wikipedia kämpft mit Bandbreitenproblemen (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Online-Enzyklopädie Wikipedia, eine der meistbesuchten Webseiten weltweit, sieht sich mit einem unerwarteten Anstieg der Bandbreitennutzung konfrontiert. Verantwortlich dafür sind KI-Scraper, die für das Training von Künstlicher Intelligenz eingesetzt werden. Diese automatisierten Systeme rufen kontinuierlich große Mengen an Multimedia-Inhalten ab, was die Infrastruktur von Wikipedia erheblich belastet.

Die Wikimedia Foundation hat in einer Mitteilung erklärt, dass die Bandbreite für Downloads von Multimedia-Inhalten im vergangenen Jahr drastisch gestiegen ist. Während Wikipedia auf plötzliche Spitzen bei den Zugriffen vorbereitet ist, wie sie etwa nach dem Tod von Persönlichkeiten wie dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter auftreten, stellen die kontinuierlichen Abrufe durch KI-Scraper eine neue Herausforderung dar. Diese Zugriffe führen dazu, dass die Infrastruktur an ihre Grenzen stößt und die Ladezeiten für menschliche Nutzer verlängert werden.

Die Infrastruktur von Wikipedia ist so konzipiert, dass beliebte Inhalte in mehreren Rechenzentren vorgehalten werden, um die Last zu verteilen. Weniger häufig nachgefragte Inhalte werden direkt vom zentralen Rechenzentrum abgerufen. Diese Strategie funktioniert gut bei unvorhergesehenen Ereignissen, aber die kontinuierlichen Abrufe durch KI-Scraper führen zu einer erhöhten Gesamtlast und verringern die Reserven für plötzliche Anstiege des Nutzerinteresses.

Besonders problematisch ist, dass zwei Drittel des Traffics, der die meisten Ressourcen beansprucht, nicht auf menschliches Verhalten zurückzuführen sind. Dies führt zu regelmäßigen Unterbrechungen, da automatisierte Anfragen blockiert werden müssen, um die Nutzung durch Menschen zu gewährleisten. Der zusätzliche Traffic durch KI-Scraper wird als „beispiellos“ beschrieben und bringt wachsende Risiken und Kosten mit sich, ohne einen Mehrwert für Wikipedia zu schaffen.

Die Herausforderungen durch KI-Scraper sind nicht neu. Bereits im Januar berichtete die Nachrichtenseite Linux Weekly News, dass solche Zugriffe einem DDoS-Angriff ähneln und die Reaktionszeiten der Seite verlangsamen. Die Betreiber der KI-Bots, die die Systeme von Wikimedia belasten, sind oft nicht zu identifizieren, da viele KI-Unternehmen ihre Modelle mit frei verfügbaren Daten aus dem Internet trainieren, wobei Wikipedia eine der besten Quellen darstellt.


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