BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im Oktober leicht verringert und liegt nun bei 2,3 Prozent. Dies ist vor allem auf sinkende Energiepreise und eine Verlangsamung des Anstiegs der Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Inflationsrate über dem angestrebten Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent.

Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im Oktober leicht verringert und liegt nun bei 2,3 Prozent. Dies ist vor allem auf sinkende Energiepreise und eine Verlangsamung des Anstiegs der Nahrungsmittelpreise zurückzuführen. Im Vergleich zum Vormonat sank die Teuerung um 0,1 Prozentpunkte, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Im September hatte die Inflationsrate mit 2,4 Prozent einen Jahreshöchststand erreicht.
Die Verbraucher profitieren insbesondere von den gesunkenen Energiepreisen, die im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent günstiger sind. Im September betrug der Rückgang noch 0,7 Prozent. Auch die Preise für Dienstleistungen stiegen im Oktober moderat um 3,5 Prozent, nach 3,4 Prozent im September. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 1,3 Prozent, was eine deutliche Verlangsamung im Vergleich zu den 2,1 Prozent im September darstellt.
Ökonomen hatten mit einem stärkeren Rückgang der Inflationsrate auf 2,2 Prozent gerechnet. Michael Heise, Chefökonom des Vermögensverwalters HQ Trust, äußerte, dass ein Rückgang der Inflationsrate unter zwei Prozent bis zum Jahresende weiterhin nicht absehbar sei. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von zwei Prozent an, was zeigt, dass die aktuelle Rate noch über dem Ziel liegt.
Die EZB hat seit dem vergangenen Jahr ihren Leitzins achtmal gesenkt, um dem nachlassenden Preisdruck entgegenzuwirken. Bundesbankchef Joachim Nagel sieht derzeit keinen Handlungsbedarf in der Geldpolitik, was auch von seinem österreichischen EZB-Ratskollegen Martin Kocher unterstützt wird. Beide betonen die Wichtigkeit, im Falle einer krisenhaften Zuspitzung in der Eurozone und der Weltwirtschaft genügend Handlungsspielraum zu behalten.
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