LONDON (IT BOLTWISE) – AMD hebt ab August 2026 die Preise für Radeon-GPUs und GDDR6-Speicherkits um mindestens 10 Prozent an. Treiber sind massiv gestiegene Materialkosten, vor allem beim GDDR6-Grafikspeicher, der sich seit Ende 2025 deutlich verteuert hat. Im Handel liegen einzelne Radeon-Modelle bereits deutlich über den MSRP-Werten. Parallel verschärft sich die globale Speicherknappheit auch für KI-Anwendungen, was die Lage bis mindestens 2026 weiter stabil verknappen dürfte.

AMD erhöht GPU-Preise: GDDR6 verteuert sich auf das Dreifache
AMD erhöht GPU-Preise: GDDR6 verteuert sich auf das Dreifache (Foto: IT BOLTWISE)
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AMD verlegt zum August 2026 die Preisschraube für Radeon-Grafikprozessoren und GDDR6-Speicherkits nach oben: Laut Unternehmensangaben steigen die Preise mindestens um 10 Prozent. Für Käufer ist das nicht nur eine abstrakte Preisanpassung, sondern eine spürbare Verschiebung zwischen Liste und Marktpreis. Besonders deutlich wird das an Modellen, bei denen die unverbindliche Preisempfehlung (MSRP) und die real gehandelten Beträge auseinanderlaufen – ein Muster, das sich in den vergangenen Monaten bereits bei der gesamten GPU-Lieferkette gezeigt hat.

Der Kern der Kostensteigerung liegt laut den genannten Zahlen beim Grafikspeicher. Die Spotpreise für GDDR6-Module sollen seit Ende 2025 von rund 2,50 US-Dollar auf etwa 7,50 US-Dollar pro Gigabyte gestiegen sein – das entspricht einer Verdreifachung. In solchen Konstellationen verändert sich die Kostenstruktur eines Grafikkarten-Designs spürbar: Wo Speicher zuvor oft „ein Baustein unter vielen“ war, wird er zu einem dominanten Faktor. Im Text ist zudem die Einschätzung enthalten, dass der Speicher bei bestimmten Grafikkartenmodellen mittlerweile mehr als 80 Prozent der gesamten Materialkosten ausmachen kann. Damit reicht bereits eine scheinbar lineare Preisbewegung bei Halbleitern und Pack-/Testkosten selten allein aus, um die Marge zu halten.

Auch zeitlich ordnet sich die neue Anpassung in eine Serie ein: Es handelt sich um die zweite Preiserhöhung im laufenden Jahr. Das ist insofern relevant, weil Preisentscheidungen bei PC-Komponenten selten völlig „sprunghaft“ wirken. Wer im Juli bereits erhöht hat, bleibt im Produktdesign und in den Einkaufsverträgen häufig nicht völlig ungebremst von den nächsten Preiswellen. Gleichzeitig zeigt der Wettbewerbsvergleich, dass AMD damit nicht allein unterwegs ist: Nvidia soll die Preise für die RTX-50-Serie bereits zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben haben, mit Steigerungen von bis zu 30 Prozent. Als konkrete Spannweite wird etwa eine RTX 5090 genannt, die je nach Marktpreis deutlich über dem ursprünglich genannten MSRP liegt – und als Begründung werden insbesondere höhere Kosten für den neuen GDDR7-Speicher genannt.

Hinter den einzelnen GPU-Generationen steckt allerdings ein tieferliegendes Versorgungsproblem, das sich nicht mit jeder neuen Speicher-Generation „wegoptimieren“ lässt: Die globale Speicherknappheit. Im Text wird das in der Fachsprache bereits als „RAMaggedon“ beschrieben und als Folge einer hohen Nachfrage nach HBM-Speicher für KI-Anwendungen eingeordnet. Für die Speicherfertigung bedeutet das: Kapazitäten fließen bevorzugt dorthin, wo Nachfrage und Zahlungsbereitschaft derzeit am stärksten sind. Samsung und SK Hynix werden im Bericht als Beispiele genannt, die ihre Kapazitäten auf diesen Bereich konzentrieren. Dazu passt auch die Aussage, dass Analysten der Yorkville Ives & Co. davon ausgehen, die Nachfrage nach KI-Chips übersteige das Angebot derzeit im Verhältnis von 15 zu 1. Selbst wenn einzelne Produktkategorien der PC- und Gaming-Welt kurzfristig „verfügbar“ wirken, kann die Angebotsseite bei Engpassprodukten über Jahre in einer straffen Bahn bleiben.

Die Lage wird zusätzlich durch Lieferkettenprobleme belastet, die nicht direkt im Speicher liegen. Genannt wird, dass geopolitische Konflikte in Westasien die Produktion von Leiterplatten (PCBs) beeinträchtigen. Ein Angriff im Iran soll einen wichtigen Lieferanten für Spezialchemikalien getroffen haben, der 80 Prozent des Weltmarktes abdeckt. In der Folge steigen Preise für Epoxidharz um 70 Prozent, während sich Glasgewebe preislich verdoppeln soll. Bei solchen Vorleistungen wirken Verzögerungen typischerweise auf mehreren Ebenen: Beschaffung, Qualifizierung alternativer Materialien, Anpassung von Prozessparametern und schließlich die Verfügbarkeit in den passenden PCB-Losen für unterschiedliche Produktlinien. Dass PCBs dadurch weltweit um mehr als 20 Prozent verteuert worden sein sollen, macht deutlich, dass Preisdruck nicht an einer einzigen Stelle „festklebt“, sondern das komplette Hardware-Ökosystem trifft.

Für den Gesamtmarkt ist zudem wichtig, dass die Preisbewegungen nicht bei GPUs enden. Ab dem 1. September sollen laut den Angaben auch Preise für Spielkonsolen steigen: Die Xbox Series X wird auf 799,99 US-Dollar angehoben, die Nintendo Switch 2 soll für 499,99 US-Dollar in den Handel kommen. Parallel ordnen Marktforscher die Entwicklung in ein Wachstumsszenario ein: Für das Halbleiterumfeld wird ein Umsatzwachstum von 94,1 Prozent bis Ende 2026 prognostiziert, gleichzeitig warnen sie aber vor anhaltenden Engpässen. Der CEO von SK Hynix bezeichnete 2027 als voraussichtlich schwierigstes Jahr für die Angebotsseite, eine vollständige Normalisierung werde erst für 2028 in Aussicht gestellt. Für Unternehmen heißt das: Budgetplanung, Beschaffungsstrategien und Bestandsmanagement müssen mit Blick auf Lieferzeiten und Preisrisiken zunehmend über kurzfristige SKU-Optimierungen hinausgehen.

Damit wird aus der einzelnen Preismeldung ein Signal für Produkt- und Einkaufsentscheidungen in der Breite. Wenn Speicher und Leiterplatten zugleich unter Druck stehen, geraten insbesondere Systeme in die Zwickmühle, bei denen BoM-Anteile (Bill of Materials) stark von diesen Komponenten abhängen. In der Praxis bedeutet das: Nicht nur die Stückkosten steigen, auch die Planbarkeit leidet, weil bereits kleine Änderungen in Lieferquoten oder Konditionen die Endpreise nach oben treiben. Für den Gaming- und Enthusiast-Markt ist die Folge eine weitere Phase, in der sich Wartezeiten, Verfügbarkeitsfenster und tatsächliche Handelsaufschläge anders entwickeln als es Käufer anhand der MSRP erwarten. Und wer im KI-nahem Umfeld arbeitet, bekommt denselben Engpass als indirekten Effekt über die Speicherindustrie weiterhin ab.


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