NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Apollo Global Management erhebt schwere Vorwürfe gegen ehemalige Mitarbeiter wegen Datendiebstahls. Der Fall könnte weitreichende Auswirkungen auf die Private-Equity-Branche haben. Zwei Ex-Mitarbeiter von Apollos Versicherungstochter Athene sollen vertrauliche Unterlagen entwendet haben, um ein Konkurrenzunternehmen zu gründen. Der Prozess beginnt nächste Woche in New York.

In einem aufsehenerregenden Rechtsstreit hat Apollo Global Management Klage gegen zwei ehemalige Top-Mitarbeiter seiner Versicherungstochter Athene eingereicht. Der Vorwurf: Datendiebstahl in großem Stil. Stephen Cernich und Huan Tseng sollen laut Klageschrift wissentlich geholfen haben, vertrauliche Unterlagen zu entwenden, um ein Konkurrenzunternehmen aufzubauen. Der Prozess, der kommende Woche in New York beginnt, könnte die Private-Equity-Branche nachhaltig beeinflussen.
Die Vorwürfe betreffen sensible Materialien wie Bewertungsmodelle und versicherungsmathematische Analysen, die Apollo bei großen Übernahmen einsetzte. Ein von Apollo bestellter Gutachter bezeichnete den Vorfall als einen Akt industrieller Spionage, der im Private-Equity-Geschäft kaum schwerer vorstellbar sei. Diese Anschuldigungen werfen ein Schlaglicht auf die Sicherheitspraktiken in der Branche und könnten zu strengeren Regulierungen führen.
Imran Siddiqui, ein ehemaliger Senior-Partner bei Apollo, steht im Zentrum der Vorwürfe. Er hatte bereits während seiner Zeit bei Apollo an der Gründung von Caldera gearbeitet, wie ein Schiedsgericht 2019 feststellte. Obwohl das Tribunal Pflichtverletzungen feststellte, verhängte es lediglich Strafzahlungen von rund 1 Million US-Dollar – weit entfernt von den 300 Millionen, die Apollo gefordert hatte.
In der aktuellen Klage behauptet Apollo, dass Cernich und Tseng aktiv Teil eines Netzwerks waren, das unter anderem mithilfe privater E-Mail-Konten und gefälschter Identitäten interne Unterlagen beschaffte. Diese Informationen sollen genutzt worden sein, um mit Investoren wie GIC oder Warburg Pincus zu verhandeln und Übernahmen im Milliardenvolumen zu prüfen. Während Caldera letztlich scheiterte, landeten Siddiqui und seine Mitstreiter Jahre später bei Talcott, einem direkten Konkurrenten von Apollo.
Die Verteidigung von Cernich und Tseng argumentiert, dass Apollo lediglich einen zweiten Anlauf unternimmt, nachdem der Erfolg im Schiedsverfahren mäßig war. Zudem gelte der Vergleich, den Siddiqui 2018 aushandelte, auch für seine Mitstreiter. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Integrität und den internen Kontrollmechanismen in der Private-Equity-Branche auf und könnten weitreichende Folgen für die Zukunft der Branche haben.
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