BREMEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Bremen startet als erstes Bundesland ein Pilotprojekt zur digitalen Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte. Ab dem neuen Schuljahr dokumentieren Lehrer an neun Schulen ihre Arbeitszeit minutengenau mit einer mobilen Untis-Anwendung. Erfasst werden Unterricht ebenso wie Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Elterngespräche und Verwaltungsaufgaben. Ziel ist eine verlässliche Datengrundlage für den Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Die Arbeitszeiterfassung im Schulbereich rückt in den Fokus – Bremen macht dafür den Anfang: In neun Schulen läuft ab dem neuen Schuljahr ein Pilotprojekt zur digitalen Erfassung der Arbeitszeit für Lehrkräfte. Die Stadt setzt dabei auf eine mobile Anwendung des Technologiepartners Untis. Wichtig ist dabei nicht nur die technische Umsetzung, sondern die Frage, was am Ende als „Arbeitszeit“ gilt und wie die Daten für Transparenz im Alltag sorgen sollen. Denn Bremens Ansatz knüpft an ein über Jahrzehnte gewachsenes Deputatsmodell an, das bislang vor allem über die Anzahl der Unterrichtsstunden steuert, ohne außerschulische Tätigkeiten im gleichen Detailgrad abzubilden.
Technisch betrachtet bleibt das Deputatsmodell formal bestehen, doch die digitale Zeiterfassung soll eine neue Datenschicht über die bisherigen Planwerte legen. Lehrer dokumentieren minutengenau verschiedene Arbeitsblöcke – ausdrücklich nicht nur die Unterrichtsstunden, sondern auch Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Elterngespräche, Verwaltungsaufgaben sowie Pausenaufsichten. Genau diese Kombination ist entscheidend, weil sie das typische Muster vieler Lehrtätigkeiten sichtbar macht: Ein erheblicher Teil der Arbeitslast entsteht zeitlich verteilt außerhalb der Klasse. Die Bremer Bildungsbehörde formuliert als Ziel eine verlässliche Datengrundlage für Arbeits- und Gesundheitsschutz, also eine Grundlage, mit der sich Belastungen besser begründen und steuern lassen, statt sie nur qualitativ zu beschreiben.
Dass Bremen mit dieser konsequenten Umsetzung startet, hängt auch mit der jüngeren Rechtsprechung zusammen. Das Projekt reagiert auf Vorgaben des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahr 2022 sowie auf Anforderungen, die in der europäischen Rechtsprechung verankert sind. Beide Linien zielen darauf, dass Arbeitgeber ein System zur Erfassung der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit einführen müssen. Während andere Bundesländer in der Schulumsetzung noch zögern, erklärt Bremen damit zugleich die rechtliche Pflicht im schulischen Kontext für verbindlich – und schafft einen Rahmen, der aus einem formalen Deputat eine belastbarere Realitätssicht machen soll.
Im politischen und organisatorischen Teil war der Weg nicht frei von Reibung. Verantwortlich ist Bremens Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles, der schon vor seiner Amtszeit in Gutachten eine Reform des rund 150 Jahre alten Deputatsmodells gefordert hatte. Eine beauftragte Expertise im Kontext der Friedrich-Ebert-Stiftung soll dabei belegen, dass die Mehrheit der Lehrkräfte seit Jahrzehnten über die gesetzlichen und tariflichen Normvorgaben hinaus arbeitet. Gleichzeitig spielten Datenschutz und die Rolle der Personalräte eine zentrale Rolle, weil Kritiker befürchteten, dass digitale Zeiterfassung in der Praxis als Leistungskontrolle missverstanden oder genutzt werden könnte. Rackles stellt dem entgegen, dass es sich nicht um ein Kontrollinstrument handeln soll, sondern um eine notwendige Maßnahme für den Arbeitsschutz – die Details der Kompromisse wurden in einer eigenen Dienstvereinbarung festgehalten.
Die rechtliche Dimension blieb auch vor dem tatsächlichen Rollout spürbar: Schon im Vorfeld kam es zu juristischen Auseinandersetzungen. Der Personalrat wollte eine frühere Einführung gerichtlich durchsetzen; das Oberverwaltungsgericht stellte Anfang des Jahres zwar fest, dass die Verpflichtung zur Zeiterfassung grundsätzlich besteht, lehnte den Eilantrag jedoch ab. Für den öffentlichen Dienst ist das deshalb relevant, weil rechtssichere Vereinbarungen in solchen Konstellationen nicht „nachträglich“ entstehen können, sondern von Anfang an die Ausgestaltung prägen müssen. Genau hier entscheidet sich, ob die erfassten Minuten Vertrauen schaffen oder ob Widerstand dominiert – insbesondere, wenn die Organisation mit der Frage ringt, wie Datenverwendung, Zweckbindung und Auswertungslogik gemeinsam mit den Interessenvertretungen ausgestaltet werden.
Der Pilot selbst ist in drei Phasen gedacht. Die Vorbereitungsphase endete im Juli, die Pilotphase umfasst das gesamte Schuljahr 2026/27, und ab August 2027 folgt die wissenschaftliche Auswertung der Daten. Diese Auswertung soll gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung im Land Bremen und der Deutschen Telekom Stiftung erfolgen. Entscheidend ist dabei, wie aus Zeitsignalen belastbare Erkenntnisse werden: Nicht jede Minute dokumentiert automatisch eine „Belastung“, aber die Gesamtheit der erfassten Tätigkeiten kann zeigen, wie sich Arbeitszeitstrukturen im Jahresverlauf verschieben, etwa zwischen Unterrichtsphasen und intensiven Planungs- oder Korrekturzyklen. Das Bremer Modell stößt dabei bereits bundesweit auf Interesse, weil die Bildungsbehörde berichtet, was andere Bundesländer bei der Umsetzung lernen können.
Für Schulleitungen und Personalverantwortliche stellt sich damit eine neue Arbeitsrealität, die über reine Verwaltung hinausgeht. Wer das System einführt, muss nicht nur die Erfassung in die Tagesroutine integrieren, sondern auch kommunikativ klären, wozu die Daten dienen und wie sie im Rahmen der Dienstvereinbarung interpretiert werden. Wenn die Auswertung als Blaupause für eine flächendeckende Einführung dienen soll, wird besonders wichtig, wie gut sich die Kategorien im Alltag erfassen lassen und ob die Erfassungslogik tatsächlich die Vielfalt von Vor- und Nachbereitung oder die Tiefe von Korrekturzyklen abbildet, ohne den Aufwand für Lehrkräfte selbst zu erhöhen. Bremen setzt hier auf Pilotieren statt sofortiger Flächenumstellung, was organisatorisch vernünftig ist: Erst messen, dann interpretieren, dann skalieren – und dabei von Beginn an Datenschutz und Interessenvertretung einbinden.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Arbeitszeiterfassung in Bremen: Pilotstart an neun Schulen mit Untis" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Arbeitszeiterfassung in Bremen: Pilotstart an neun Schulen mit Untis" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Arbeitszeiterfassung in Bremen: Pilotstart an neun Schulen mit Untis« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!