LONDON (IT BOLTWISE) – Microsoft beschreibt, wie ein „ASCII-Smuggling“-Trick aus KI-Sicherheits-Tests in einer Finanz-Phishing-Kampagne landet. Die Aktivität spitzte sich am 26. Februar auf 2,37 Millionen E-Mails an einem Tag zu. Verantwortlich sind unsichtbare Unicode-Tags, die sichtbare Schlüsselwörter wie „funding“ zerlegen und so Filter umgehen können. Der Schwerpunkt lief laut Microsoft fast ausschließlich an Werktagen über mehrere Monate.

Microsoft hat eine Schwachstelle in der Textbehandlung aufgezeigt, die auf den ersten Blick nach reiner Forschung klingt, im Alltag aber bereits als Angriffsmuster funktioniert: ASCII-Smuggling, also das Einbetten unsichtbarer Unicode-Zeichen in scheinbar normale Texte. In einer finanzthematischen Kampagne, die laut Microsoft-Sicherheitsforschung im Verlauf von etwa drei Monaten aktiv war, verschob sich das Muster von einzelnen Erkennungsereignissen hin zu massenhaftem Versand. Der konkrete Warnwert liegt in der Größenordnung: Am 26. Februar stieg die Zahl der von Microsoft beobachteten Zustellversuche auf 2,37 Millionen E-Mails an einem Tag. Auffällig ist außerdem die Rhythmik – Werktage dominierten deutlich, Wochenenden gingen fast auf Null.
Technisch basiert der Trick auf dem Unicode-Tags-Block, konkret im Bereich U+E0000 bis U+E007F. Viele dieser Codepoints erscheinen im Text für Menschen nicht oder nur als normale Zeichenfolge, weil sie nicht als sichtbare Buchstaben gerendert werden. Für Maschinen dagegen bleiben die zusätzlichen Codepoints Teil der Zeichenkette – und damit auch Teil dessen, was Parser, Filter und Klassifikatoren verarbeiten. In der KI-Sicherheitsforschung wurde das Phänomen genutzt, um verborgene Anweisungen in Dokumenten oder Webseiten zu „verstecken“, die ein Modell später lesen könnte. In der Phishing-Kampagne diente derselbe Spalt zwischen „für den Nutzer sichtbar“ und „für die Verarbeitung vorhanden“ nicht dazu, ein Sprachmodell zu manipulieren, sondern klassische Keyword-basierte Erkennung zu verwirren.
Microsoft nennt als anschauliches Beispiel das Wort „funding“. Sichtbar bleibt für Empfänger die erwartbare Zeichenfolge, doch in der zugrunde liegenden Zeichenkette wird ein unsichtbares Tag-Zeichen so eingefügt, dass das Wort für eine naive Filterlogik nicht mehr exakt zusammenhängend ist. Ein Keyword-Filter, der streng nach „funding“ sucht, kann dann verfehlen, was der Empfänger eigentlich liest. Genau darin steckt der operative Charme für Angreifer: Es braucht keine neue Betrugsidee, sondern nur eine neue Form der Textkodierung, die bestehende Prüfmechanismen auf Annahmen festnagelt, nämlich auf die Annahme, dass „sichtbarer Text“ gleichbedeutend mit „erkennbarer Text“ ist. Microsofts Hinweis zielt damit nicht nur auf die Kampagne, sondern auf eine generelle Lücke—Techniken aus KI-Red-Teaming „wandern“ offenbar in den Massenmissbrauch.
Für das Wirkungsbild spielt die Versandinfrastruktur eine zentrale Rolle. Microsoft ordnet große Teile der Nachrichtensignale Infrastrukturbausteinen zu, die zur legitimen Marketing-Automation-Plattform ActiveCampaign gehören. Dazu zählen den Angaben zufolge click-trackende Domains wie activehosted.com und acemlnd.com sowie ein hoher Anteil von Nachrichten, deren Hüllendaten (Envelope-Pattern) der ActiveCampaign-typischen Form entsprechen. Besonders wichtig: Eine IP-Zuordnung allein erklärt noch keine Absicht. Microsoft nennt zwar, dass etwa 92% des Volumens in zwei gemessenen Wochen aus dem Netzwerkblock 173.236.20.0/24 kamen, der laut Microsoft als legitime gemeinsame Versandinfrastruktur genutzt wird – dieses Detail hilft aber, die Angriffsidee einzuordnen: Angreifer leihen sich „Normalität“ aus einem System, das Reputation und Moderationslogik bereits an Präsenz gewöhnter Unternehmen gekoppelt hat.
Die Kampagne war außerdem nicht als Zufallsspektakel konzipiert, sondern als zielgerichtete Abfolge. Microsoft verbindet sie mit einer früheren Operation, die bereits am 18. September 2025 dokumentiert wurde: Dort ging es nach Angaben einer Fortra-Analyse um ActiveCampaign-Nutzung für KI-generierte Phishing-E-Mails und Landing Pages, die auf Geschäftsanfragen nach Small-Business-Loan-Angeboten abzielten. Die Lures versprachen laut dieser Darstellung innerhalb kurzer Zeit signifikante Finanzierungsbeträge; die Zielseiten sollten dann Informationen wie Umsatzdaten, gewünschte Kredithöhe, Kredit- und Rollenkennwerte sowie Kontaktdaten einsammeln. Damit verschiebt sich der Charakter von „E-Mail als Köder“ hin zu „Landing-Page als Rekrutierungs- und Vorqualifizierungsprozess“. Für Betreiber kleiner Unternehmen ist das besonders wirksam, weil in der Praxis der Moment der Vulnerabilität oft nicht erst beim Öffnen der Nachricht entsteht, sondern beim Ausfüllen von Formularen unter Zeit- und Entscheidungsdruck.
Defender-seitig setzt Microsoft laut eigenen Angaben weiterhin auf Mehrschicht-Erkennung. So seien im Microsoft-Stack Defender for Office 365 über 99% der Nachrichten über Schichten hinweg identifiziert oder blockiert worden, ohne dass es in allen Fällen direkt darum ging, die Tag-Zeichen im Text zu treffen. Dazu zählen Signale aus Sender- und IP- sowie URL-/Domain-Reputation, maschinelles Lernen zur Nachrichtenklassifikation, Mechanismen gegen Marken-Impersonation und Authentifizierungschecks. Der praktische Lehrenblock für Security-Teams liegt jedoch nicht nur im „mehr erkennen“, sondern im „anders normalisieren“: Filter sollten unsichtbare Zeichen vor dem Matching bereinigen, zusammenklappende Zeichenfolgen wie „fun“ plus unsichtbares Tag plus „ding“ als semantisch identisch behandeln und Tests mit solchen Varianten in die Validierung aufnehmen. Genau solche Normalisierungs- und Faltungslogik verhindert, dass ein Trick von der KI-Sicherheitsseite zum einfachen Umgehungshebel für E-Mail-Sicherheitszonen wird.
Unklar bleibt, welche konkrete Gruppe hinter dem Vorgehen steckt – Microsoft nennt keine Täterorganisation. Für die Betreiber von Postfächern ändert das aber wenig an der Handlungslogik: Die Technik ist bereits in der Breite und über Monate nachweisbar gewesen, und sie lief weiter, auch nachdem die Unicode-lastige Phase nach Angaben des Unternehmens abflaute. Das heißt vor allem, dass die nächste Version nicht zwangsläufig auf die gleichen Codepoints setzt. Wer Schutzmaßnahmen zu eng auf einen einzelnen Texttrick zuschneidet, riskiert, dass Angreifer nur die unsichtbare Komponente tauschen, während Storyline, Infrastruktur und Timing im Kern gleich bleiben.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "ASCII-Smuggling im Phishing: Microsoft meldet 2,37 Mio. E-Mails an einem Tag" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "ASCII-Smuggling im Phishing: Microsoft meldet 2,37 Mio. E-Mails an einem Tag" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »ASCII-Smuggling im Phishing: Microsoft meldet 2,37 Mio. E-Mails an einem Tag« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!